Analyse eines integrierten Risikomanagementsystems im Rahmen eines Balanced-Scorecard-Ansatzes unter besonderer Berücksichtigung der Perspektive "Umwelt und Politik"

Autor: Ahne, Wegner
Bestellnummer: 90015095
Preis: 48,00 EUR
Hochschule: Fachhochschule Nordhausen Deutschland
Benotung: 1.3
Abgabedatum: 01.12.2009
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Analyse eines integrierten Risikomanagementsystems im Rahmen eines Balanced-Scorecard-Ansatzes unter besonderer Berücksichtigung der Perspektive "Umwelt und Politik"


Einleitung:
Das grundsätzliche Ziel einer Organisation besteht in der langfristigen Sicherung ihrer Existenz. Dieses Bestreben ist jedoch, nach wissenschaftlichen Erkenntnissen und praktischen Erfahrungen, nicht allein an die Optimierung unternehmensinterner Abläufe gekoppelt, sondern vielmehr an die Fähigkeit adaptiv und flexibel auf Umweltgegebenheiten reagieren bzw. mit der Unternehmensumwelt interagieren zu können. In der Vergangenheit haben sich diese Betrachtungsweisen zu Erfolgsfaktoren entwickelt.
Einige Medienberichte verdeutlichen die Folgen einer vernachlässigten Beachtung externer Einflussfaktoren. Beispielhaft seien hier die Geschehnisse bei dem Kinderhilfswerk UNICEF aus den Jahren 2007 und 2008 genannt. Aufgrund des intransparenten Umgangs mit Spenden und der Bezahlung von Provisionen zur Spendervermittlung musste ein hoher Vertrauensverlust bei Spendern und ehrenamtlichen Helfern hingenommen werden. Des Weiteren wurde der Organisation das Spendensiegel der DZI1 entzogen. Vier Monate später, im April 2008, hatte UNICEF einen Spendenrückgang von 20 Prozent zu bilanzieren. Ungefähr 5 000 Dauerspender wendeten sich ab. Offenbar fehlten die Kommunikation sowie Transparenz über die Mittelverwendung und die möglichen Konsequenzen imageschadender Berichterstattungen wurden verkannt. Die Geschäftsführung unterschätzte in diesem Fall die möglichen negativen Auswirkungen ihres Handelns.
Das Konzept der ganzheitlichen Unternehmensführung zielt auf den ausgewogenen Umgang mit den externen sowie internen Faktoren ab, um langfristig und erfolgreich am Markt zu bestehen.
Häufig implementieren Organisationen ein Risikomanagementsystem, um einen ganzheitlichen Blick zu erlangen (vgl. Gruyters, o. J.). Mit diesem Managementinstrument sollen zukünftige Entwicklungen erkannt werden, sodass die anwendenden Unternehmen sich auf wandelnde Rahmenbedingungen einstellen können.
Das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) in Berlin ist ein Garant für die Seriosität einer Hilfsorganisation.
Neben den zur Implementierung verpflichteten Aktiengesellschaften gibt es auch freiwillige Anwender: Diese sehen darin eine Möglichkeit, Umweltentwicklungen frühzeitig zu identifizieren und die sich daraus ergebenden Chancen zu nutzen bzw. Gefahren zu minimieren oder abzuwehren.
Auch NPOs erkennen zunehmend die Notwendigkeit, eine prospektive Sichtweise in die Unternehmensführung einfließen zu lassen. Sozialrechtliche Entwicklungen können bspw. zu veränderten Finanzierungsparametern sowie einer modifizierten Beziehung zwischen Leistungsempfänger und Leistungserbringer führen. Neben weiteren sozialpolitischen Aspekten haben auch gesamtgesellschaftliche Wandlungen Auswirkungen auf die Arbeit einer NPO.
Um solche Einflüsse aus der Unternehmensumwelt frühzeitig zu identifizieren und entsprechend darauf zu reagieren, entschloss sich die sozialwirtschaftliche stiftung st. franziskus heiligenbronn im Jahr 2005 für die Arbeit mit einem integrierten Chancen- und Risikomanagementsystem.
Am konkreten Fall der ssfh wird in dieser Arbeit eine Möglichkeit dargestellt, welche durch die Kombination verschiedener Managementinstrumente, eine ganzheitliche Betrachtungsweise erzeugt. Die Ableitung der potenziellen Gefahren bzw. Chancen aus den zuvor identifizierten Einflussfaktoren und Trends wird dabei den Kern dieser Arbeit bilden. Darauf aufbauend werden die Einsatzmöglichkeiten und Grenzen des dargestellten Chancen- und Risikomanagements in Bezug zu den zukünftigen sozialpolitischen sowie gesellschaftlichen Entwicklungen kritisch betrachtet.
Um das Aktionsfeld der Stiftung zu fassen, werden zu Beginn die Besonderheiten von NPOs und deren Dienstleistungen dargestellt. Anschließend wird der Kundenbegriff im sozialwirtschaftlichen Kontext diskutiert. In komprimierter Form findet der Leser nachfolgend die Vorstellung der stiftung st. franziskus heiligenbronn sowie einen Abriss ihrer historischen Entwicklung und Tätigkeitsbereiche.
Die ssfh verfügt über mehrere Steuerungsinstrumente, welche informationstechnisch miteinander verbunden sind. Deshalb sollen der Balanced Scorecard-Ansatz sowie ausgewählte Werkzeuge zur Analyse von Chancen und Risiken skizziert werden. Des Weiteren flankieren die normativen Rahmenbedingungen und die theoretischen Grundlagen den Abschnitt des Risikomanagements.
Aufbauend auf diesen Erkenntnissen soll mittels des Stakeholder-Ansatzes und der Anreiz-Beitrags-Theorie die relevante Umwelt dargestellt werden. Die Analyse zielt darauf ab, die Beziehungen zwischen den Interaktionspartnern, Anspruchsgruppen und der stiftung st. franziskus heiligenbronn aufzuzeigen.
Da das Netzwerk zwischen einem Unternehmen und ihren Interessengruppen nicht statisch ist und sich die Beziehungen in Abhängigkeit zu den gegenwärtigen Ansprüchen permanent wandeln, besteht in der frühzeitigen Erfassung potenzieller Entwicklungstendenzen eine existenzielle Notwendigkeit. Nachfolgend sind daher die, aus Sicht der Verfasser, bedeutendsten gesellschaftlichen sowie sozialpolitischen Trends beschrieben. Die Ergebnisse dieser Untersuchung sollen auf die ssfh übertragen werden, um herauszustellen, ob und in welcher Intensität Auswirkungen auf die Arbeit der Stiftung zu erwarten sind. Abschließend werden Informationswege vorgestellt, die zur Ermittlung relevanter Entwicklungen hilfreich sein können.




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