Möglichkeiten und Grenzen eines Benchmarking in der stationären Seniorenpflege
| Autor: | Meike Schröder |
| Bestellnummer: | 90011526 |
| Preis: | 38,00 EUR |
| Hochschule: | Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Deutschland |
| Benotung: | 2.3 |
| Abgabedatum: | 01.06.2008 |
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Möglichkeiten und Grenzen eines Benchmarking in der stationären Seniorenpflege
Einleitung:
Bisher wurden die Bereiche Gesundheit und Soziales vorrangig als Last der Gesellschaft empfunden, da sie einen großen Kostenfaktor darstellen. Diese Ansicht wandelt sich langsam dahingehend, dass erkannt wird, dass es sich bei diesen Bereichen auf Grund von ständigen Innovationen und einer starken Nachfrage um eine zukünftige Schlüsselbranche handelt.
Im Jahr 2030 werden voraussichtlich 77,2 Millionen Menschen in Deutschland leben, von denen 29% 65 Jahre oder älter sind. Durch diese Entwicklung, sowie das kontinuierlich ansteigende durchschnittliche Lebensalter, wird die Nachfrage nach Leistungen der Einrichtungen der Gesundheits- und Sozialwirtschaft in Zukunft steigen. Im Jahr 2020 werden gemäß dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln ungefähr doppelt so viele Plätze in Pflegeheimen benötigt wie im Jahr 2008. Dennoch hat eine Umfrage ergeben, dass lediglich 23% der deutschen Bevölkerung der Meinung sind, dass Pflegebedürftige in Heimen respektvoll behandelt werden, und nur 13% würden sich bei einer eintretenden Pflegebedürftigkeit für die stationäre Pflege entscheiden. Dieses Ergebnis verdeutlicht, dass die Einrichtungen der stationären Seniorenpflege ihr Ansehen in der Bevölkerung verbessern müssen, um ihre Existenz langfristig zu sichern.
Durch den folglich herrschenden Wettbewerb in der Seniorenwirtschaft ist es für die Einrichtungen notwendig ihre Dienstleistungen stärker auf die Kundenbedürfnisse auszurichten und ihre Kosten, beispielsweise durch Prozessoptimierung, zu senken. Darüber hinaus müssen sich die Einrichtungen der stationären Seniorenwirtschaft mit weiteren Entwicklungen auseinandersetzen und sich an die veränderten Gegebenheiten anpassen. In Zukunft werden beispielsweise im Bereich der Medizin neue Möglichkeiten entwickelt, die für Einrichtungen der stationären Seniorenpflege immer neue Chancen zur Verbesserung und zum Ausbau ihres Leistungsangebots bieten. Darüber hinaus verändern sich die institutionellen Rahmenbedingungen kontinuierlich, was durch die beschlossene Reform der Pflegeversicherung, die bereits am 1. Juli 2008 in Kraft tritt, deutlich wird. Die finanzielle Unterstützung im Bereich der stationären Pflege für Versicherte der Pflegestufe 3 sowie in Härtefällen fällt nach In-Kraft-Treten der Reform höher aus, was wiederum zu neuen Chancen für die Einrichtungen führt.
Zukünftig werden sich Einrichtungen der stationären Seniorenpflege nur durchsetzen können, wenn sie ihre Leistungsfähigkeit steigern, ihre Anpassungsfähigkeit erhöhen und Marktchancen nutzen. Außerdem sollten die Entscheidungsträger dieser Einrichtungen, um die Leistungsfähigkeit zu optimieren, ihre Kenntnisse über Kosteneinflussgrößen, Kostenverläufe, Kostendeckung sowie über die Auswahl wirtschaftlicher Mittel zur Zielerreichung weiter ausbauen. Ein Benchmarking in Einrichtungen der stationären Seniorenpflege durchzuführen ist eine Möglichkeit, um diese schwierigen Aufgaben besser erfüllen zu können. Dadurch wird es ermöglicht erfolgsentscheidende Defizite frühzeitig zu erkennen und zu beheben. Benchmarking unterstützt die Zielsetzung sowie die Strategie- und Maßnahmenplanung der Einrichtung. Darüber hinaus erfolgt im Zuge eines Benchmarking eine systematische und zielgerichtete Analyse, durch die Schwachstellen und Verbesserungspotentiale aufgedeckt werden können. Somit werden Wege für eine effektivere und effizientere Gestaltung von Prozessen aufgezeigt. Außerdem können die Kundenbedürfnisse durch Benchmarking ermittelt und Maßnahmen zur Bedürfnisbefriedigung angestoßen werden. Darüber hinaus werden die Bereitschaft zu tief greifenden Veränderungen und die Entwicklung von kreativen Lösungen gefördert. Benchmarking ermöglicht eine Beschleunigung der Reorganisation der Unternehmensprozesse, wodurch Marktchancen meist schneller genutzt und die Anpassungsfähigkeit der Einrichtung gesteigert werden kann.
Zum besseren Verständnis wird im Folgenden ein Überblick über den Aufbau dieser Arbeit gegeben. Zu Beginn werden innerhalb von Kapitel 2 die definitorischen Grundlagen der beiden Komponenten Benchmarking (Kapitel 2.1.) und stationäre Seniorenpflege (Kapitel 2.2.) erläutert. In Kapitel 2.3. werden die Grundlagen zum Thema Benchmarking sowie zur stationären Seniorenpflege zusammengeführt, indem Ziele eines Benchmarking in der stationären Seniorenpflege dargestellt werden.
Im Zuge der Darstellung der Grundlagen eines Benchmarking erfolgt zuerst eine Begriffsabgrenzung, um aufzuzeigen, was sich hinter dem Begriff Benchmarking verbirgt und die Unterschiede zum klassischen Betriebsvergleich zu verdeutlichen (Kapitel 2.1.1.). Anschließend wird ein Überblick über die allgemeinen Ziele eines Benchmarking gegeben (Kapitel 2.1.2.). Im weiteren Verlauf werden die Benchmarkingarten (Kapitel 2.1.3.) und Modelle zur Durchführung eines Benchmarking (Kapitel 2.1.4.) vorgestellt.
Nach den Grundlagen des Benchmarking werden in Kapitel 2.2. die Grundlagen der stationären Seniorenpflege dargelegt. Zunächst wird ein kurzer Branchenüberblick gegeben (Kapitel 2.2.1.) und im Anschluss die zukünftige Entwicklung der stationären Seniorenpflege anhand der Bevölkerungsentwicklung (Kapitel 2.2.2.) aufgezeigt.
Die Durchführung eines Benchmarking in der stationären Seniorenpflege, die im Zuge dieser Arbeit nach dem in 2.1.4. dargestellten Konzept erfolgt, wird in Kapitel 3. erläutert. Die einzelnen Phasen werden im Zuge eines internen Benchmarking (Kapitel 3.1.1.), eines wettbewerbsorientierten (Kapitel 3.1.2.) und eines branchenübergreifenden Benchmarking (Kapitel 3.1.3.) dargestellt. In Kapitel 3.1.4. erfolgt ein kritischer Vergleich der Benchmarkingformen hinsichtlich ihres Einsatzes in der stationären Seniorenpflege. Um die Praxisrelevanz des Themas dieser Arbeit zu verdeutlichen und Ansichten aus der Praxis in diese Arbeit mit einfließen zu lassen, werden in Kapitel 3.2. zwei Beispiele zur praktischen Anwendung von Benchmarking in der stationären Seniorenpflege vorgestellt.
Zum Abschluss dieser Arbeit werden in Kapitel 4. die erarbeiteten Erkenntnisse zusammenfassend dargestellt.