Gerechtigkeit und stochastische Fairness in einem Allokationsproblem mit Schwellwerten
| Autor: | Jana Zimmermann |
| Bestellnummer: | 90010571 |
| Preis: | 74,00 EUR |
| Hochschule: | Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Deutschland |
| Benotung: | 1 |
| Abgabedatum: | 26.04.2005 |
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Gerechtigkeit und stochastische Fairness in einem Allokationsproblem mit Schwellwerten
Einleitung:
Im Mittelpunkt dieser Arbeit stehen die Begriffe der Priorisierung und der Allokationsethik. Priorisierung wird im medizinischen Bereich beschreibt die Feststellung einer Vorrangigkeit bestimmter Patientengruppen, Verfahren oder Indikatoren. Zumeist wird eine Rangfolge gebildet. Patienten mit dem größten Behandlungsbedarf haben dann beispielsweise die höchste Priorität.
Um das Problem der Priorisierung zu verdeutlichen, wird die Parfit-Taurek-Disput näher dargestellt. In diesem Disput geht es um eine Entscheidung über die Verteilung von Ressourcen, die zur Folge hat, dass derjenige, der die Ressource nicht erhält, stirbt. Es wird von `tragic choices` gesprochen. Betrachtet werden sechs Patienten. Fünf dieser Patienten benötigen jeweils eine Einheit eines medizinischen Gutes, die sechste Person braucht zum Überleben fünf Einheiten dieser Ressource. Allerdings stehen nur insgesamt fünf Einheiten des medizinischen Gutes zur Verfügung. Wer soll dieses Gut nun bekommen?
Durch Tun oder Unterlassen kann gesteuert werden, welche und wie viele Personen sterben. Im Beispiel des `Brettes des Karneades` kämpfen zwei Schiffbrüchige um einen Platz auf einer Planke, die nur das Gewicht einer Person aushalten kann. Gelangen beide Personen auf diese Planke, so werden die zwei Notleidenden sterben. Will jede Person der anderen Person den Vortritt gewähren, so wird keiner die Planke betreten, ebenfalls werden beide sterben. Sie müssen sich den Platz erkämpfen. Es ist eine Pareto-Verbesserung dahingehend möglich, dass bei guter Koordination der beiden Notleidenden eine Person anstatt keiner überleben könnte.
Priorisierungsmaßnahmen sind deshalb erforderlich, weil insbesondere medizinische Ressourcen wie Medikamente, die Arbeitszeiten eines Chirurgen oder die Bettenkapazität in einem Krankenhaus begrenzt sind. Wie sollen diese Güter und Leistungen auf die Patienten aufgeteilt werden? Dies soll im Laufe der Arbeit an dem Konzept des Utilitarismus, der Gerechtigkeitstheorie von Rawls und anhand eines stochastischen Losverfahrens erläutert werden.
Im Rahmen dieser Problemstellung beinhaltet die Studie eine kurze Übersicht über das Auftreten knapper Ressourcen im medizinischen Bereich. Aufbauend auf die Parfit-Taurek-Kontroverse soll die Frage beantwortet werden, wie unterschiedliche Gerechtigkeitstheorien über das Leben und Sterben von Personen mit stärkerer Ressourceninanspruchnahme entscheiden würden.
Weiterhin erfolgt eine Falluntersuchung anhand des Utilitarismus und auf der Basis der Gerechtigkeitstheorie von Rawls. Zum Abschluss der Arbeit soll eine Chancengleichheit anhand eines Losverfahrens simuliert werden, wobei die Kriterien von Gerechtigkeit und Effizienz zugleich erfüllt werden sollen. Zunächst wird jede Analyse anhand der Taurek-Problemstellung durchgeführt. Sind diese Untersuchungen abgeschlossen, wird die Analyse auf beliebige Gruppengrößen ausgedehnt. Alle Untersuchungen werden auf der Basis eines sicheren Heilungserfolges durchgeführt. Das heißt, dass die Personen mit Sicherheit überleben werden, die das Medikament in der benötigten Dosierung erhalten. Andererseits werden sie auch mit einer Wahrscheinlichkeit von Eins sterben, falls sie die notwendige Dosierung des Medikamentes nicht bekommen.