Total Cost of Ownership und ihre Bedeutung für das internationale Beschaffungsmanagement
| Autor: | Sascha Krischun |
| Bestellnummer: | 90013673 |
| Preis: | 38,00 EUR |
| Hochschule: | Fachhochschule Kiel Deutschland |
| Benotung: | 2 |
| Abgabedatum: | 01.08.2009 |
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Total Cost of Ownership und ihre Bedeutung für das internationale Beschaffungsmanagement
Einleitung:
Relevanz des Themas:
Die heutige Geschäftswelt, die durch einen zunehmenden Wettbewerbsdruck durch die Globalisierung der Märkte gekennzeichnet ist, hat sich entscheidend verändert. ?Durch die fortschreitende Öffnung der osteuropäischen und asiatischen Märkte erschließen sich für produzierende Unternehmen immer mehr Perspektiven, enorme Einsparungen durch die Beschaffung von Teilen und Komponenten (?) zu erwirtschaften. Der Trend zur weltweiten Beschaffung nimmt daher auch für deutsche Unternehmen mit stetig steigender Tendenz zu?. In Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise fordert die Politik immer stärker, dass die deutsche Wirtschaft den globalen Konkurrenzkampf annimmt. Längst ist die deutsche Qualität kein schlagendes Verkaufsargument mehr, sondern Preis, Leistung, Verfügbarkeit und Servicequalität sind die bestimmenden Faktoren, die Produktions- und Handelsbetriebe optimieren müssen, um im internationalen Wettbewerb erfolgreich sein zu können. Gleichzeitig sind diese Faktoren auch die Determinanten für die moderne Ausrichtung des Beschaffungsmanagements mit kürzeren Entwicklungs- und Produktlebenszeiten, geringen Lagerkapazitäten und erhöhtem Outsourcing. Diese internationale Marktkomplexität erfordert adäquate Instrumente des strategischen Kostenmanagements in der Beschaffung, wobei die Einkaufsabteilung ausgehend von differenzierten Preisvergleichen, Lieferantenbewertungen, Make or Buy Entscheidungen oder Cost Benchmarking auch die Möglichkeiten des Total Cost of Ownership (TCO) Konzeptes in Erwägung ziehen sollte.
Dabei ist zu beachten, dass der Einkauf häufig einen Großteil der Gesamtausgaben eines Unternehmens ausmacht und somit nachhaltig die Wettbewerbsposition und die anderen Prozesse entlang der Wertschöpfungskette beeinflusst. Da in vielen Fällen die Folgekosten nach dem Kauf den ursprünglichen Einkaufspreis um ein Vielfaches übersteigen, bedeutet der niedrigste Einkaufspreis von Gütern nicht automatisch, dass sie auch die niedrigsten Kosten über den gesamten Lebenszyklus im Unternehmen verursachen. ?In der Vergangenheit waren die Anschaffungskosten von Investitionsgütern traditionell eines der zentralen Auswahlkriterien im Beschaffungsprozess. Sie sind jedoch nur die Spitze des Kosteneisbergs und tragen nicht selten mit lediglich 10-50 Prozent zu den gesamten Lebenszykluskosten bei?.
Zur Betrachtung aller Lebenszykluskosten wird daher die TCO Methode mit dem Ziel eingesetzt, alle Kosten in Verbindung mit der Akquisition, der Nutzung, der Wartung und der Entsorgung bei der Lieferantenauswahl zu berücksichtigen. Außerdem liefern steigende Lohn-, Energie-, Material- und Betriebskosten einen weiteren Grund für den Einsatz von TCO im Rahmen von Beschaffungsvorgängen.
Bei einer effektiven Anwendung von TCO sind erhebliche Kosteneinsparungen im Produktlebenszyklus möglich. Allerdings hat die Praxis bewiesen, dass sich die Implementierung von TCO Systemen in Beschaffungsprozessen zur Auswahl und Evaluation von Zulieferern und Produkten schwierig gestaltet. Noch anspruchsvoller ist die Anwendung von TCO im Rahmen der Bewertung von internationalen Lieferanten.
Obwohl das TCO Werkzeug nicht immer in seiner ganzen Intensität notwendig ist, erscheint es im Rahmen dieser Arbeit sinnvoll zu hinterfragen, was die Gründe für die Schwierigkeiten in der Anwendung von TCO sind und wie das Unternehmen sowie vor allem der internationale Einkäufer handeln kann, um TCO an angemessenen Stelle im Beschaffungsprozess zu implementieren.
Zielsetzung und Aufbau der Arbeit:
Wie oben erwähnt, zielt die vorliegende Arbeit darauf ab, das TCO Modell an einer sinnvollen Stelle im Beschaffungsmanagement einzuordnen. Ausgehend von der Herkunft des TCO Gedanken (vgl. Kap. 2.1.1) und einer Definitionsaufzählung von Autoren, die sich in der Literatur mit dem Thema wissenschaftlich auseinandergesetzt haben (vgl. Kap. 2.1.2), werden zunächst die Ursprungsmodelle aus der IT Branche dargestellt (vgl. Kap. 2.2.1), um in Kapitel 2.2.2 zu wissen, auf welchen Grundlagen die TCO Vorgehensweise für das Beschaffungsmanagement beruht. Eine wichtige Grundvorrausetzung für den erfolgreichen Einsatz von TCO im Beschaffungsmanagement ist die Integration von TCO in das Einkaufscontrolling und die Sammlung prozessrelevanter Informationen, um anschließend Beschaffungsstrategien zu entwickeln (vgl. Kap. 2.2.3).
Für den weiteren Verlauf der Arbeit ist es in Kapitel 2.3.1 sinnvoll, einen Blick auf empirische Erkenntnisse zur Anwendung von TCO zu werfen. Sie geben unter anderem Aufschluss über verwendete Investitionsrechnungsverfahren, die dann in den Kapiteln 3.2.1, 3.2.2, 3.2.3 und 3.2.4 erläutert und bezüglich ihrer Anwendbarkeit in Kombination mit TCO bewertet werden. Im Rahmen der empirischen Erkenntnisse wird auch auf das bisweilen geringe Anwendungsniveau von TCO Untersuchungen eingegangen (vgl. Kap. 2.3.2), was die Wichtigkeit der Auswahl eines geeigneten Untersuchungsobjekts (vgl. Kap. 4.1) und Untersuchungsteams (vgl. Kap. 4.2) im Rahmen internationaler Beschaffungen unterstreicht.
Die wissenschaftliche Einordnung der TCO Methode (vgl. Kap. 2.4) erfolgt in das strategische Kostenmanagement. Aus diesem Grund grenzt Kapitel 3.1 TCO zu anderen Instrumenten des strategischen Kostenmanagements ab, das Life Cycle Costing (vgl. Kap. 3.1.1), das Cost Benchmarking (vgl. Kap. 3.1.2), die Wertanalyse (vgl. Kap. 3.1.3) und das Target Costing (vgl. Kap.3.1.4).
Wie ein roter Faden zieht sich der Begriff der Prozesskostenrechnung (PKR) durch diese Arbeit. Er fällt z. B. bei den Definitionen (vgl. Kap. 2.1.2), bei der Vorgehensweise im Beschaffungsmanagement (vgl. Kap. 2.2.2) und bei der verwendeten Kostenidentifizierungsmethode im Rahmen der empirischen Erkenntnisse, ehe in Kapitel 4.3 die PKR als relevante Kostenidentifizierungsmethode für internationale Beschaffungen erläutert wird. Sie eignet sich besonders, da die Prozesskosten die Summe der Bewertung aller Transaktionen und Aktivitäten darstellt, die ein Prozess umfasst. Mit Hilfe der PKR sollen die Schwächen traditioneller Kostenrechnungen beseitigt werden, indem Faktoren wie Qualitäts- und Kapitalbindungskosten, Kosten beim Aufbau und der Betreuung von Lieferanten als Prozesskosten im Rahmen von TCO erfasst werden.
Abschließend werden das internationale Lieferantenmanagement und die internationale Lieferantenauswahl in Verbindung mit TCO behandelt (vgl. Kap. 4.4) und Möglichkeiten der Risiko- und Kostenminimierung durch TCO bei internationalen Beschaffungen entwickelt (vgl. Kap. 4.5).