Logistische Kennzahlen bei der Sammlung von Haushaltsabfällen
| Überschrift: | Logistische Kennzahlen bei der Sammlung von Haushaltsabfällen und ihre Abhängigkeit von den Parametern Bebauungsstruktur und Art sowie Gestellungsdichte der Sammelbehälter |
| Autor: | Raiko Fuhrmann |
| Bestellnummer: | 90017523 |
| Preis: | 38,00 EUR |
| Hochschule: | Hochschule Mittweida (FH) Deutschland |
| Benotung: | 2 |
| Abgabedatum: | 21.12.2001 |
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Logistische Kennzahlen bei der Sammlung von Haushaltsabfällen
Einleitung:
Mit dem stetigen Anstieg der Abfallmengen wurde ab den 70er Jahren eine stärkere Reglementierung der Abfallwirtschaft durch Gesetze und Verordnungen notwendig, um bei der Beseitigung des Abfalls das Wohl der Allgemeinheit gewährleisten zu können. Durch die Pflicht der Kommunen bzw. der Abfallverursacher zum ordnungsgemäßen Transport und Entsorgung stieg somit auch der Anteil der durch Entsorgungsbetriebe erfassten Abfallmenge. Um das Abfallaufkommen zu verringern und ökologische Aspekte zu berücksichtigen, wurde 1986 das Abfallgesetz - AbfG erlassen, das nun die nicht mehr zu vermeidenden Abfälle in verwertbare und zu beseitigende unterschied. In den 80er Jahren sank gleichzeitig die Anzahl der Hausmülldeponien, durch Schließung der nicht mehr vorschriftsgemäßen ?Müllkippen?, was für viele Entsorgungsunternehmen eine höhere Transportentfernung vom Sammelgebiet zur Deponie zur Folge hatte.
Da die Verpackungen einen immer höheren Anteil am Hausmüll ausmachten, was sich durch ein steigendes Abfallvolumen trotz Rückgang der Masse widerspiegelte, wurde zum Abfallgesetz 1991 die Verpackungsverordnung erlassen. Diese verpflichtet Handel und Industrie, alle Verpackungen zurückzunehmen, worauf das ?Duale System Deutschland - DSD - Gesellschaft für Abfallvermeidung und Sekundärrohstoffgewinnung? geschaffen wurde. Durch das DSD wurden die Stoffströme in der Abfallwirtschaft stark verändert. Die bis dahin nur teilweise erfolgte getrennte Erfassung von Wertstoffen in verschiedenen Systemen neben dem Restabfall wurde bis Mitte der 90er Jahre flächendeckend und einheitlich eingeführt.
Weiteren Einfluss auf die Abfallwirtschaft hatte die Technische Anleitung Siedlungsabfall - TASi, die u.a. die getrennte Sammlung von Bioabfall zur Folge hatte. Sie wird erst 2005 in vollem Umfang in Kraft treten. Dann ist die Deponierung von Restmüll nur noch zulässig, wenn er einen Glühverlust von unter 5 % hat. Somit werden weitere Schließungen von Deponien und die Errichtung neuer Abfallbehandlungsanlagen einsetzen, was abermals eine Erhöhung der durchschnittlichen Transportentfernung vom Sammelgebiet zur Entleerstelle zur Folge haben wird. 1996 folgte dem Abfallgesetz das Kreislaufwirtschaftsund Abfallgesetz - KrW/AbfG, das eine weitestgehende Kreislaufwirtschaft fordert.
Heute wird der Abfall aus Haushalten i.d.R. flächendeckend in die vom DSD organisierte Sammlung der Wertstoffe Leichtverpackungen - LVP, Papier/Pappe/Kartonagen ? PPK und Glas sowie die vom Öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger organisierte Sammlung von Rest- und teilweise Bioabfall erfasst. Mit der Trennung von Haushaltsabfällen in mehrere einzelne Fraktionen und damit Stoffströme stieg der Aufwand bei Sammlung und Transport im Vergleich zur früheren Gesamterfassung des Hausmülls um das Mehrfache. Nach dem stetigen Anstieg des Abfallaufkommens seit den 70er Jahren, ist das Aufkommen mit den geschilderten Entwicklungen wieder zurückgegangen. In der Abbildung 1.1 ist die Entwicklung der einwohnerspezifischen Abfallmengen von 1995 bis 1998 aus der Betriebsdatenauswertung des Verbandes Kommunale Abfallwirtschaft und Stadtreinigung e.V. - VKS von 1998 dargestellt. Es wird davon ausgegangen, dass in den nächsten Jahren das Aufkommen an Siedlungsabfällen stagniert. Ein weiterer Rückgang des Restabfallaufkommens zugunsten der Wertstoffe wird voraussichtlich nur noch geringfügig stattfinden.
letzten Jahren starken Veränderungen unterworfen. Zukünftig wird diese in immer stärkerem Maße durch Vorgaben der Europäischen Union beeinflusst werden. Um den Anstieg der Betriebskosten durch die geschilderte Entwicklung entgegenzuwirken, wenden sich Entsorgungsunternehmen verstärkt Rationalisierungen bei der Abfalllogistik zu. Dabei sollen im Wesentlichen die Sammelleistung und die Effektivität der Transporte durch den Einsatz neuer Technik und eine verbesserte Tourenplanung gesteigert werden. Dieser Rationalisierungszwang betrifft schon lange nicht mehr nur die privaten Entsorgungsunternehmen sondern im liberalisierten Markt und dem Druck durch die öffentlichen Haushalte auch die kommunalen Entsorger.
Inhaltsverzeichnis:
1.|Einführung|8
1.1|Entwicklung der Rahmenbedingungen der Abfallwirtschaft in den letzten Jahren|8
1.2|Aufgabenstellung / Zielsetzung|9
2.|Grundlagen und Kennzahlen beim Sammelvorgang|11
2.1|Begriffsdefinitionen|11
2.2|Unterteilung einer Tour in Zeitintervalle|12
2.3|Einflussparameter auf die Sammlung|14
2.3.1|Sammelbehälter|14
2.3.1.1|Behälterart und -volumen|14
2.3.1.2|Entleerungsturnus und Bereitstellungsgrad|16
2.3.2|Fahrzeugtechnik|17
2.3.2.1|Fahrgestell|17
2.3.2.2|Aufbau|17
2.3.2.3|Presstechnik|17
2.3.2.4|Schüttung|18
2.3.3|Personal|20
2.3.4|Sammelorganisation|21
2.3.5|Sammelgebiet|22
3.|Datenaufnahme und Aufbereitung|24
3.1|Methodik der Datenaufnahme|24
3.2|Ermittlung der Rahmenbedingungen und Auswahl der Begleittouren|24
3.3|Tourenbegleitung und Datenaufnahme|25
3.4|Aufbereitung der Tourenbegleitdaten|27
4.|Datenauswertung|28
4.1|Behälterbereitstellung|28
4.1.1|Auswirkungen der Abfallentsorgungs- und Gebührensatzung|28
4.1.1.1|Restabfall|29
4.1.1.2|Bioabfall|30
4.1.1.3|Sammelcharakteristik in den Entsorgungsgebieten|30
4.1.2|Auswirkungen der örtlichen Gegebenheiten|32
4.1.3|Auswirkungen von Schwankungen im Abfallaufkommen|33
4.2|Standards und Ausgleichsfaktoren für Zwischen- und Umfahrtzeiten|34
4.2.1|Einflussparameter auf die Zwischen- und Umfahrtzeiten|34
4.2.2|Zwischenfahrtzeiten|35
4.2.2.1|Festlegung von Standardzwischenfahrtzeiten|35
4.2.2.2|Einfluss der ein-/beidseitigen Sammlung, Straßenstruktur und Verkehrsbehinderung|37
4.2.3|Umfahrtzeiten|40
4.2.3.1|Festlegung von Standardumfahrtgeschwindigkeiten|41
4.3|Standards und Ausgleichsfaktoren für Ladezeiten|42
4.3.1|Einflussparameter auf die Ladezeiten|42
4.3.1.1|Kippzeiten|42
4.3.2|Ladezeiten für MGB 60-240, Hecklader|43
4.3.2.1|Festlegung von Standardladezeiten für MGB 60-240, Hecklader|43
4.3.2.2|Ausgleichsfaktoren für MGB 60-240, Hecklader 1+2, manuelle/automatische Schüttung|44
4.3.2.3|Ausgleichsfaktoren für MGB 60-240, Hecklader 1+2, Benutzertransport|46
4.3.2.4|Ausgleichsfaktoren für MGB 60-240, Hecklader 1+2, Mannschaftstransport|47
4.3.2.5|Ausgleichsfaktoren für MGB 60-240, Hecklader 1+1, Benutzertransport, Wertmarken|48
4.3.3|Ladezeiten für MGB 60-240, Seitenlader|50
4.3.4|Ladezeiten für MGB 1.100, Hecklader|52
4.3.4.1|Festlegung von Standardladezeiten für MGB 1.100, Hecklader|52
4.3.4.2|Ausgleichsfaktoren für Ladezeiten MGB 1.100, Hecklader|53
4.3.5|Ladezeiten für Ladepunkte mit MGB 60-240 und MGB 1.100, Hecklader|55
4.4|Entleerungs- und Sonderzeit|55
4.5|Beispiele für die Tourenplanung und Entwicklung von Szenarien|55
4.5.1|Beispiel der Tourenplanung|55
4.5.2|Beispiel für die Entwicklung eines Szenarios|59
5.|Zusammenfassung.|61
|Anlagen|62
|Literaturverzeichnis|74
|Selbständigkeitserklärung|76