Anhanganalyse ? Qualität und Quantität von Anhangangaben deutscher IFRS Anwender
| Autor: | Sebastian Hütter |
| Bestellnummer: | 90016087 |
| Preis: | 38,00 EUR |
| Hochschule: | Helmut Schmidt Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg Deutschland |
| Benotung: | 1.7 |
| Abgabedatum: | 01.11.2010 |
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Anhanganalyse ? Qualität und Quantität von Anhangangaben deutscher IFRS Anwender
Einleitung:
Neben den nationalen handelsrechtlichen sowie steuerrechtlichen Vorschriften zur Rechnungslegung finden bereits seit 2005 auch die internationalen Vorschriften des International Accounting Standard Boards (IASB) Anwendung in Form von IFRS-Abschlüssen in deutschen Unternehmen. Während es bei den Rechnungslegungsvorschriften nach HGB trotz der Anpassung des Gesetzgebers durch das Bilanzrechtsreformgesetz und Bilanzkontrollgesetz von 2004 sowie dem Bilanzmodernisierungsgesetz vom 25. Mai 2009 um die Verfolgung der Einhaltung der Prämisse des Gläubigerschutzes und der Kapitalerhaltung geht, befolgen die IFRS die Monozielsetzung der Informationsbeschaffung für Investoren.
Diese Zielsetzung erfordert ein höheres Maß an Aufwand für bilanzierende Unternehmen, da die Bilanzierung nach IFRS, im Vergleich zum HGB, insgesamt deutlich komplexer und umfangreicher ausfällt. Neben dem Framework, welches die Basis der IFRS-Rechnungslegung darstellt, wurden vom IASB bislang 41 IAS und acht IFRS verabschiedet, wovon jedoch einige bereits wieder außer Kraft gesetzt oder in andere Standards integriert wurden. Ergänzt werden diese Vorschriften durch eine Vielzahl von Interpretationen (SIC oder IFRIC), die dazu bestimmt sein sollen Unklarheiten bei der Anwendung der Standards zu beseitigen. Wie die Vergangenheit gezeigt hat, unterliegen die einzelnen Standards einem steigen Anpassungswandel, der auch für die Zukunft bestand hat. Diese stetige Anpassung führt natürlich insbesondere im Rahmen der Erstellung des IFRS-Abschlusses zu einer kontinuierlichen Überprüfung der angewandten Rechnungslegungsmethoden. Dies erstreckt sich auf alle Abschlussbestandteile, somit auch den Anhang. Diese ständigen Änderungen führten in der Vergangenheit zu einer extremen Komplexität im IFRS, die gerade mittelständische Unternehmen und deren Abschlussprüfer zu überfordern droht. Aber auch bei der Betrachtung der Geschäftsberichte von Großkonzernen stechen die jährlich umfangreichen Änderungsangaben zu geänderten bzw. neuangewandten Rechnungslegungsvorschriften hervor. Gerade im Bezug auf Inkonsistenzen beim Anwendungszeitpunkt neuer Standards kann hier die Vergleichbarkeit der Abschlüsse aus Sicht des Investors beeinträchtigt werden.
Vor diesem Hintergrund einer zunehmenden Komplexität beschäftigt sich diese Abschlussarbeit mit der qualitativen und quantitativen Analyse von Anhangangaben deutscher IFRS-Anwender. Während der Suche nach Quellen und nach Studie der vorliegenden Literatur wurde deutlich, dass der Forschungsstand im Bezug auf IFRS-Anhangangaben als recht niedrig einzustufen ist. Nur wenige Lehrbücher beziehen sich umfangreich auf die Anhangerstellung oder -darstellung. Meist spielt der Anhang eine Randnotiz in einschlägigen umfassenden Lehrwerken, wie der Jahresabschlussanalyse von COENENBERG/HALLER/SCHULTZE. Es gestaltete sich daher schwierig, ausreichend Literatur für diese Arbeit anzusammeln. Insbesondere konnten keine empirischen Studien bzgl. der Qualität von Anhangangaben gefunden werden, während wenigstens zur Quantität ein wenig Material vorhanden war.
Als Grundlage der Arbeit dient der Gesetzesstand des Abschlussstichtags (31.12.2009) der untersuchten Unternehmen. In diesem Zusammenhang ist anzumerken, dass bei Zitaten aus älterer Literatur, diese insoweit angepasst wurde, dass die Nennung von Gesetzestexten an die aktuelle Version angepasst wurde. Außerdem wurden notwendige Umrechnungen von Währungsangaben in EUR zum jeweiligen Bilanzstichtagskurs durchgeführt. Im ersten Teil der Arbeit werden die theoretischen Grundlagen eines IFRS-konformen Anhangs vorgestellt und durch Erläuterung der Qualitätsmerkmale, die sich aus dem Framework ableiten, verinnerlicht. Zusätzlich wird auf Struktur, Funktion, Inhalt und Umfang des Anhangs eingegangen, um die Grundsteine der späteren quantitativen Analyse zu legen. Hierbei wird sich weniger mit den einzelnen Ausweisposten und deren Art und Form der Bilanzierung auseinander gesetzt, sondern vielmehr ein verstärktes Augenmerk auf allgemeine Angaben sowie Änderungsvermerke und Wahlrechte gelegt. Bevor dann der empirische Teil beginnt wird zusätzlich das vom Autor entwickelte Scoringmodell erläutert, welches Grundlage der Qualitätsanalyse ist. Im zweiten Teil der Arbeit folgt, aufbauend auf den theoretischen Grundlagen, die empirische Analyse der Anhangangaben. Zuerst wird anhand der DAX, MDAX und SDAX Unternehmen eine quantitative Untersuchung durchgeführt bei der Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen einzelnen Indizes und Branchen, bezogen auf Umfang der Anhangangaben, aufgezeigt werden. Anschließend beschränkt sich die Qualitätsanalyse auf die Konzerne des deutschen Aktienindex DAX und beleuchtet die Anhänge anhand ihrer qualitativen Merkmale, um abschließend mit Hilfe des zuvor vorgestellten Scoringmodells eine qualitative Bewertung der Konzerne vorzunehmen.