Die Behandlung von Leasing nach IFRS unter besonderer Berücksichtigung von Mobilien

Autor: Christian Heinz
Bestellnummer: 90015390
Preis: 28,00 EUR
Hochschule: Fachhochschule Erfurt Deutschland
Benotung: 1
Abgabedatum: 18.06.2010
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Die Behandlung von Leasing nach IFRS unter besonderer Berücksichtigung von Mobilien


Einleitung:
Zu den primären Zielen eines Unternehmens zählt gerade in der Zeit einer anhaltenden Finanzmarktkrise die Wahrung einer ständigen Liquidität. Der steigende Konkurrenzdruck auf den Absatzmärkten auch in Zusammenhang mit einem zunehmenden Einfluss internationaler Anbieter führt jedoch dazu, dass die Unternehmen stets mit Maschinen produzieren müssen, welche den hohen Anforderungen mit entsprechenden Kapazitäten standhalten können. Ist dies nicht mehr gewährleistet, so müssen die Entscheidungsträger eine Anschaffung neuer Produktionsanlagen planen. Eine solche Investition ist dann i. d. R. mit einer enormen Kapitalbelastung verbunden und führt zu einem Zielkonflikt gegenüber der eingangs erwähnten und anzustrebenden Liquiditätssituation. Aufgrund dessen bedarf es einer Finanzierungsmöglichkeit, die genau diese Diskrepanz minimiert.
Eine in letzter Zeit sehr gern gewählte Option stellt in diesem Zusammenhang das Leasing dar. ?Das Leasing wird unter den Finanzierungssurrogaten erfasst, für die kennzeichnend ist, dass sie die Liquiditätssituation der Unternehmung ohne Zuführung von Eigen- oder Fremdkapital verbessern.? Innerhalb dieser Vereinbarung wird einem Unternehmen als Leasingnehmer gegen Entgelt ein temporäres Nutzungsrecht an einem vertraglich fixierten Investitionsgut durch einen Leasinggeber gewährt. Legt man hierbei die Übersetzung des aus dem Englischen stammenden Begriffs ?lease? zugrunde, so könnte schnell auf einen Pacht- oder Mietvertrag geschlossen werden. Dies trifft den tatsächlichen ökonomischen Sachverhalt jedoch nur unzureichend: Es liegt zwar eine gewisse Ähnlichkeit zum klassischen Pacht- oder Mietvertrag vor, da die Basis des Leasings im Allgemeinen ihren Ursprung im Mietvertragsrecht i. S. d. §§ 535 BGB ff. hat. Jedoch existieren beim Leasing umfangreiche Gestaltungsmöglichkeiten, welche neben einem klassischen Mietvertrag ebenso zum Charakter eines Ratenkaufvertrags führen können. Grundsätzlich ist beim Leasing zu bemerken, dass eine Trennung von Eigentum und Nutzung vorgenommen wird. Hieraus resultiert, dass der Leasinggeber i. S. d. §§ 903 ff. BGB rechtlicher Eigentümer des Leasingobjektes bleibt, der Leasingnehmer dieses als Besitzer i. S. d. §§ 854 ff. BGB umfassend wirtschaftlich nutzen kann und somit die einem Pächter ähnelnde Position i. S. d. §§ 581 ff.  BGB einnimmt. Dabei kommt es nicht selten vor, dass für den Leasingnehmer nach Ablauf des Leasingvertrages die Möglichkeit des Kaufs oder einer Verlängerung besteht.
Hervorzuheben ist die Tatsache, dass im Rahmen eines Leasingvertrages mit der Zahlung von monatlichen Leasingraten eine wesentlich geringere finanzielle Belastung für den Leasingnehmer verbunden ist als im Gegensatz zu einem klassischen Kaufvertrag, innerhalb dessen im Regelfall unmittelbar nach Anschaffung des Vermögensgegenstands eine Zahlung aus den eigenen finanziellen Mitteln erfolgen muss. ?Im Idealfall werden sodann die regelmässig anfallenden Leasingraten unmittelbar aus den Erträgen des Leasinggegenstands gedeckt (?pay as you earn?).? Demzufolge führt die Nutzung von Leasingverhältnissen für ein Unternehmen als Leasingnehmer zu nachstehenden wesentlichen Vorteilen:
- Verbesserung der Bilanzrelationen (Off-Balance-Effekt) durch Schonung des Eigenkapitals sowie Erhöhung der Liquidität;
- Realisierung eines Kreditspielraums durch besseres Rating;
- Nutzung flexibel gestaltbarer Leasingvereinbarungen;
- Produktion auf höchstem Niveau durch stets moderne Ausstattung;
- Wahrnehmung eines umfangreichen Zusatzangebots vonseiten der Leasinggeber.
Diese signifikanten Begleiterscheinungen beim Leasing führten in Deutschland zu einem Anstieg der Leasingquote von unter 5 % im Jahre 1970 auf 17,1 % im Jahre 2008. Zurückzuführen ist diese Entwicklung aber ebenso auf einen Rückgang im Bereich der klassischen Bankenfinanzierung. Zum einen begründet sich dies durch die bundesweite Einführung des Ratingverfahrens Basel II, wodurch die Kreditvergabe zunehmend erschwert sowie kostenintensiver gestaltet wurde. Andererseits wurde vonseiten der Kreditinstitute aufgrund der in Rekordhöhen auftretenden Anzahl von Unternehmensinsolvenzen das Bewilligungsverfahren bei Kreditanträgen mit mehr Skepsis betrachtet.
Auf Basis dieser Gegebenheiten kann das Leasing als alternative Finanzierungsform wohl auf eine günstige Zukunft mit weiteren Zuwächsen vor allem im Sektor der Mobilien blicken, innerhalb dessen im Jahre 2008 bereits eine Leasingquote in Höhe von 22,8 % zu verzeichnen war. Wegen seiner großen Bedeutung in der Praxis soll in der vorliegenden Arbeit auch schwerpunktmäßig auf Mobilien als Leasingobjekt Bezug genommen werden.
Zielstellung und Aufbau der Arbeit:
Die geradezu großzügige Gestaltungsbandbreite bei Leasingverträgen lässt folglich auf entsprechende Ermessensspielräume und Probleme bei deren allgemeiner sowie bilanzieller Behandlung schließen. Aus diesem Grunde wird dem Leasing mit seiner Komplexität und Vielfalt in der Praxis eine besondere Bedeutung beigemessen. Durch eine zunehmende Ausrichtung deutscher Unternehmen auf internationale Märkte und die hieraus resultierende Erforderlichkeit einer internationalen Rechnungslegung wird dieser Sachverhalt zusätzlich verstärkt.
Ziel der vorliegenden Bachelorarbeit ist daher, die wesentlichen Möglichkeiten innerhalb der Gestaltung von Leasingverträgen aufzuzeigen sowie deren bilanzielle Konsequenzen auf Grundlage der International Financial Reporting Standards (im Folgenden IFRS) darzustellen. Zum Abschluss soll eine kritische Beurteilung erfolgen sowie ein Zukunftsausblick gegeben werden, mit Hilfe dessen ein erster Eindruck möglicher Weiterentwicklungen in der Leasingbilanzierung gewonnen werden kann.
Einführend wird im zweiten Kapitel Bezug auf die Grundlagen der speziellen Rechnungslegungsnormen der IFRS genommen. In diesem Zusammenhang sollen zunächst die Hintergründe analysiert werden, welche ursächlich zur praktischen Notwendigkeit der internationalen Rechnungslegung geführt haben. Anschließend werden der grundlegende Aufbau des IASB sowie einschlägige Grundsätze der Berichterstattung näher betrachtet, um dann später konkrete Auswirkungen auf die Behandlung von Leasing aufzeigen zu können.
Das Kapitel drei bildet den Hauptteil der wissenschaftlichen Arbeit und stützt sich umfassend auf die Leasingregelungen nach den IFRS. Hier werden eingangs grundlegende Sachverhalte erklärt, die zur weiteren Behandlung der Thematik von Bedeutung sind. Im Weiteren sollen mit den Operating- und Finanzierungs-Leasingverhältnissen die Grunderscheinungsformen des Leasings vorgestellt und deren prinzipielle Abgrenzung voneinander verdeutlicht werden. Dabei wird fortführend näher auf die zusätzlich relevanten Instrumente eingegangen, welche als Hilfsmittel zur Erkennung von Finanzierungs-Leasingverhältnissen einsetzbar sind.
Auf Basis der Zuordnung zum jeweiligen Leasingverhältnis sollen anschließend die Bilanzierungs- und Angabepflichten beim Leasingnehmer (im Folgenden LN) sowie Leasinggeber (im Folgenden LG) thematisiert werden. Auf Sale-and-lease-back-Transaktionen als Sonderform des Leasings wird innerhalb der Ausführungen kein Bezug genommen.
Im vierten Abschnitt erfolgt eine kritische Betrachtung der im vorigen Kapitel behandelten Vertragsklassifizierung und im Anschluss der Ausblick auf alternative Verfahrensweisen, um im fünften Kapitel ein entsprechendes Fazit aus den gewonnenen Erkenntnissen zu ziehen.




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