Das Risikomanagementsystem im Unternehmen und dessen Bedeutung für die Jahresabschlußprüfung

Autor: Eva Burgstaller
Bestellnummer: 90004327
Preis: 58,00 EUR
Hochschule: Wirtschaftsuniversität Wien Österreich
Benotung: 2
Abgabedatum: 02.03.2001
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Das Risikomanagementsystem im Unternehmen und dessen Bedeutung für die Jahresabschlußprüfung


Einleitung:
Lag die Entscheidung über den Umgang mit den mit der Teilnahme am Wirtschaftsleben einhergehenden Risiken und Chancen als klassische Manangemententscheidung noch bis vor wenigen Jahren ausschließlich in der Sphäre des Unternehmens und war dieser Bereich - abgesehen vom schon immer geltenden Prinzip der kaufmännischen Vorsicht in den Grundsätzen ordnungsgemäßer Bilanzierung - nahezu frei von gesetzlichen Normen, haben in den letzten Jahren der österreichische und deutsche Gesetzgeber dahingehend agiert, Pflichten der Vorstände und Geschäftsführer zu konkretisieren, zu kodifizieren und damit zu einem  obligatorischen Standard zu machen.
Motivation dieser neuen Normen war die hohe Zahl von Insolvenzen, besonders der Konkurse und der mangels Masse abgewiesenen Konkursanträge, sowie eine weltweit zunehmende Zahl von Allianzen, Fusionen und Akquisitionen. Unternehmen sollten dazu veranlasst werden, durch Selbstorganisation dafür Sorge zu tragen, das Hauptrisiko der erwerbswirtschaftlichen Tätigkeit, die Insolvenz, nicht schlagend werden zu lassen. Weiteres Ziel war, den Gesellschaftern mehr Möglichkeiten zur Kontrolle zu geben. Damit geht freilich auch eine erhöhte Sicherheit für die Gläubiger einher.
Konkret geschah dies durch das Insolvenzrechtsänderungsgesetz (IRÄG) 1997 in Österreich, mit dem Normen des AktG (§ 82 AktG) und des GmbHG (§ 22 GmbHG) novelliert wurden und durch das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) in Deutschland, das am 1. Mai 1998 in Kraft getreten ist und vor allem  aktien- und handelsrechtliche Vorschriften novelliert hat. Der Vorstand der AG und die Geschäftsführer der GmbH in Österreich haben nun ?dafür zu sorgen, dass ein Rechnungswesen und ein internes Kontrollsystem  geführt werden, die den Anforderungen des Unternehmens entsprechen.? (§ 22 Abs. 1 GmbHG bzw. § 82 AktG). Inwieweit diese Änderungen, vor allem die verpflichtende Einführung eines Internen Kontrollsystems (IKS) für alle Kapitalgesellschaften, unabhängig von deren Größe, für die Implementierung eines Risikomanagementsystems relevant sind, wie diese Forderung interpretiert und praktisch umgesetzt werden kann und daraus resultierend, welche Auswirkungen das auf die Jahresabschlussprüfung hat, soll  im Rahmen dieser Arbeit untersucht werden.
Das deutsche KonTraG geht noch weiter, indem es die Vorstände von Aktiengesellschaften verpflichtet, ein Risikomanagementsystem konzernweit zu implementieren (§ 91 Abs. 2 dAktG) und bei börsennotierten Aktiengesellschaften auch dessen Prüfung durch den Abschlussprüfer verlangt (§ 317 Abs. 4 dHGB). Darüber hinaus bestimmen die §§ 289 Abs. 4 und 315 Abs. 1 dHGB die Angabe der Risiken der  künftigen Entwicklung im Lagebericht. Der deutsche Gesetzgeber hat, wie der österreichische, darauf verzichtet, konkret umsetzbare Anforderungen zu formulieren. Wie ein Risikomanagementsystem, das den gesetzlichen Anforderungen gerecht wird, aussehen kann und welche neuen Anforderungen sich für den Jahresabschlussprüfer ergeben, wird auch Gegenstand der Betrachtung sein. Besondere Anforderungen, die sich aus der Prüfung des Risikomanagementsystems im Konzern ergeben können, werden nicht behandelt.
Diese Arbeit soll aufzeigen, welche Möglichkeiten der Ausgestaltung eines Risikomanagementsystems es gibt, inwieweit diese zur Erfüllung der neuen gesetzlichen Vorschriften tauglich sind und welche neue Anforderungen diese an die Jahresabschlussprüfung mit sich bringen. Besonderes Augenmerk wird dabei auf österreichische und deutsche Rechtsvorschriften (IRÄG 1997 und KonTraG) gelegt, wobei aber auch die International Standards on Auditing, berücksichtigt werden, da diese vor dem Hintergrund der Internationalisierung der Kapitalmärkte immer mehr an Bedeutung gewinnen.

Inhaltsverzeichnis:
1.|Einleitung|1
1.1|Problemstellung|1
1.2|Gang der Untersuchung|3
2.|Das unternehmerische Risiko|5
2.1|Begriff|5
2.2|Arten|6
2.2.1|Risikoarten nach Hardy|6
2.2.2|Andere Möglichkeiten der Unterteilung|8
2.3|Die Risikopolitik|9
2.3.1|Ansatz nach Knight|10
2.3.2|Ansatz nach Hardy|12
2.3.3|Selbstversicherung im Rechnungswesen|14
3.|Das Risikomanagementsystem (RMS)|15
3.1|Begriff und Funktion|15
3.2|Ziele und Aufgaben|18
3.3|Implementierung|19
3.3.1|Definition der Unternehmensziele und kritischer Erfolgsfaktoren|19
3.3.2|Risikoidentifikation|20
3.3.3|Risikoanalyse|21
3.3.4|Risikobewertung|21
3.3.5|Risikokommunikation|23
3.3.6|Risikobewältigungsmaßnahmen|24
3.3.7|Kontrolle und Überwachung|25
3.3.8|Darstellung und Dokumentation des RMS - das Risikohandbuch|27
3.3.8.1|Funktion|27
3.3.8.2|Anforderungen|27
3.3.8.3|Allgemeine Richtlinien zur Ausgestaltung nach Pollanz|27
3.4|Elemente des Risikomanagementsystems|29
3.4.1|Unternehmensplanung|29
3.4.2|Das Interne Überwachungssystem (IÜS)|30
3.4.2.1|Aufgaben und Funktion|31
3.4.2.1.1|Präventivfunktion|32
3.4.2.1.2|Korrekturfunktion|32
3.4.2.2|Der risikoorientierte Prüfungsansatz|33
3.4.2.3|Die Interne Revision|33
3.4.2.4|Das Interne Kontrollsystem (IKS)|35
3.4.2.4.1|Begriff, Ziele und Grundsätze des IKS|35
3.4.2.4.2|Instrumente des IKS|36
3.4.3|Überwachung und Kontrolle durch externe Organe|38
3.4.4|Das Frühwarnsystem|39
3.4.4.1|Ziele, Grundsätze und Aufgaben|39
3.4.4.2|Ausgestaltung|40
3.4.5|Risiko-Controlling|41
3.4.5.1|Begriff und Aufgaben|41
3.4.5.2|Instrumente|43
3.4.5.2.1|Das Informations- und Berichtssystem|43
3.4.5.2.2|Planung und Soll-Ist-Vergleich|44
3.4.5.2.3|Kennzahlensystem|44
3.4.6|Der Versicherungsschutz|44
4.|Gesetzliche Normen|45
4.1|IRÄG 1997|45
4.1.1|Unternehmensreorganisationsgesetz (URG)|45
4.1.2|Gesellschaftsrechtliche Änderungen|46
4.1.3|Bedeutung für das Risikomanagementsystem|50
4.2|KonTraG 1998 in Deutschland|51
4.2.1|Gesellschaftsrechtliche Änderungen|52
4.2.2|Bedeutung für das Risikomanagementsystem|53
5.|Auswirkungen auf die Jahresabschlussprüfung|54
5.1|Österreich - Prüfung des IKS|54
5.1.1|Erfassung des prüfungsrelevanten IKS|55
5.1.2|Beurteilung der Angemessenheit|55
5.1.3|Prüfung der Wirksamkeit|56
5.2|Deutschland|56
5.2.1|Prüfung des Überwachungssystems nach § 317 Abs. 2 und 4 dHGB|56
5.2.2|Prüfungsgegenstand|57
5.2.2.1|Art der Festlegung der Risikofelder im Unternehmen|58
5.2.2.2|Risikoerkennung und -analyse|58
5.2.2.3|Risikokommunikation|59
5.2.2.4|Zuordnung von Verantwortlichkeiten und Aufgaben|59
5.2.2.5|Dokumentation|60
5.2.2.6|Lagebericht|60
5.2.3|Prüfungsplanung|62
5.2.4|Prüfungsdurchführung|62
5.2.4.1|Feststellung der getroffenen Maßnahmen|62
5.2.4.2|Beurteilung der Maßnahmen|63
5.2.4.3|Prüfung der Einhaltung der Maßnahmen|63
5.2.5|Prüfbericht und Bestätigungsvermerk|64
5.3|International Standards on Auditing (ISA)|67
5.3.1|Prüfungsgegenstand|68
5.3.1.1|Das Überwachungsumfeld|69
5.3.1.2|Überwachungsverfahren|70
5.3.2|Prüfungsumfang|70
5.3.3|Prüfungsschritte|70
5.3.4|Prüfungshandlungen|72
5.3.5|ISA 610: Berücksichtigung der Arbeit der Internen Revision|73
5.3.6|ISA 620: Verwendung der Arbeit eines Sachverständigen|74
5.3.7|Dokumentation und Berichterstattung|75
5.3.8|ISA 810: Die Prüfung zukunftsorientierter Informationen|76
6.|Zusammenfassung und Würdigung|78
7.|Literaturverzeichnis|80




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