Die Bilanzierung von Pensionsrückstellungen und die Auswirkungen ihrer Auslagerung
| Autor: | Stefan Flurschütz |
| Bestellnummer: | 90010026 |
| Preis: | 74,00 EUR |
| Hochschule: | Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg Deutschland |
| Benotung: | 2 |
| Abgabedatum: | 18.04.2006 |
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Die Bilanzierung von Pensionsrückstellungen und die Auswirkungen ihrer Auslagerung
Einleitung:
Auch im Jahr 2005 setzte sich der Trend fort, dass deutsche Unternehmen zunehmend ihre unmittelbaren Pensionsrückstellungen aus der Bilanz auslagerten. Dabei wurde vor allem die Auslagerung auf ein CTA (Contractual Trust Arrangement) bevorzugt. Bekannteste aktuelle Beispiele aus der Presse waren BASF und Henkel, die im Jahr 2005 ein Großteil ihrer Pensionsverpflichtungen auslagerten. Im Jahr 2006 werden weitere folgen, wie u. a. die E.ON AG, Continental, die Deutsche Börse AG, MAN und die Heidelberger Druckmaschinen AG ankündigten. Die Gründe und Ursachen dafür sind vielfältig und zum Teil unternehmensspezifisch.
Die Zusammenhänge und Auswirkungen die zu einer solchen Auslagerung der Pensionsrückstellungen führen, sollen in dieser Diplomarbeit beleuchtet werden. Weiterhin soll untersucht werden, in welchem Umfang DAX Unternehmen bereits eine externe Finanzierung ihrer Pensionsrückstellungen nutzen und welche Form der Auslagerung am wirkungsvollsten ist.
Im internationalen Vergleich ist es bereits üblich, Pensionsverbindlichkeiten an externe Versorgungsträger zu übertragen. Somit erhöht eine Auslagerung die Vergleichbarkeit deutscher Unternehmen zu ihren internationalen Konkurrenten. Aber auch Basel II, die seit 2005 verpflichtende Bilanzierung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) für börsennotierte Unternehmen und die Politik der Ratingagenturen, Pensionsrückstellungen als Fremdkapital zu bewerten, beeinflussen die Entscheidung Pensionsrückstellungen auszulagern. Die weltweite Ausrichtung vieler deutscher Unternehmen zwingt diese, ihre Organisation und ihre Rechnungslegung an internationale Standards anzupassen.
Neben der Internationalisierung der Wirtschaft ist aber auch die demographische Entwicklung der Bevölkerung ein wichtiger Grund, warum sich gerade jetzt so viele Unternehmen Gedanken über die Finanzierung ihrer Pensionszusagen machen. Durch höhere Lebenserwartungen steigen die Pensionsrückstellungen an und die gesetzliche Rentenversicherung kann durch ihre Umlagefinanzierung den Lebensstandard im Alter nicht mehr sichern. Daher kommt auf die Unternehmen mittels der betrieblichen Altersversorgung (bAV) Verantwortung zu, die notwendige Verbesserung der Alterssicherung mit zu gestalten.
Gang der Untersuchung:
Um in das Thema einzuführen werden in Kapitel 2 die Grundlagen der Rechnungslegung von Pensionsrückstellungen nach HGB, IFRS und nach den US-amerikanischen General Accepted Accounting Principles (US-GAAP) betrachtet und miteinander verglichen.
Kapitel 3 geht dann genauer auf die fünf Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung ein. Die Direktzusage ist davon der unmittelbare Durchführungsweg, die Unterstützungskasse, die Pensionskasse, die Direktversicherung und der Pensionsfond sind mittelbare Durchführungswege über einen externen Versorgungsträger. Dabei kommt dem neu geschaffenen Durchführungsweg Pensionsfond eine besondere Gewichtung zu.
Vor dem Hintergrund der Rechnungslegung wird dann in Kapitel 4 untersucht, welche Vorteile die Auslagerung hat und welcher Durchführungsweg für die Auslagerung am sinnvollsten ist. Dabei hat sich vor allem die Treuhandlösung bzw. CTA als sehr praktikabel erwiesen, obwohl dies gar kein Wechsel des Durchführungsweges notwendig macht. Aber auch die Auslagerung auf einen Pensionsfond, die vom Gesetzgeber besonders gefördert wird, wird genauer betrachtet.
In Kapitel 5 wird anschließend die Praxis der Bilanzierung von Pensionsrückstellungen anhand aller DAX Unternehmen untersucht und näher beleuchtet, wie internationale Unternehmen dabei vorgehen.
Konkret werden dann in Kapitel 6 am Beispiel von BASF und Henkel die Veränderungen in der Bilanz dargestellt, die durch eine Auslagerung der Pensionsrückstellungen hervorgerufen werden.
Inhaltsverzeichnis:
|Gliederung|I
|Abkürzungsverzeichnis|III
|Tabellenverzeichnis|V
|Abbildungsverzeichnis|V
|Beispielverzeichnis|VI
|Anhangsverzeichnis|VI
1.|Einführung|1
1.1|Die betriebliche Altersversorgung|2
1.2|Grundsätzliches|4
2.|Rechnungslegungsvorschriften für Pensionsrückstellungen|5
2.1|Bilanzierung nach HGB|7
2.1.1|Bewertung von Pensionsrückstellungen|10
2.1.2|Bewertungsmethoden|11
2.1.3|Bewertungsgrundlagen|14
2.1.4|Anhangsangaben|17
2.2|Bilanzierung nach IFRS|17
2.2.1|Beitragsorientierte Pläne (defined contribution plans)|19
2.2.2|Leistungsorientierte Pläne (defined benefit plans)|19
2.2.2.1|Die Höhe der Verbindlichkeit|20
2.2.2.2|Planvermögen (plan assets)|24
2.2.2.3|Ausweis|26
2.2.2.4|Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste|28
2.2.3|Erstmalige Anwendung von IAS 19|32
2.2.4|Anhangsangaben nach IFRS|33
2.3|Bilanzierung nach US-GAAP|34
2.3.1|Grundbegriffe|35
2.3.2|Plan assets|37
2.3.3|Additional minimum liability|38
2.4|Unterschiede zwischen HGB, IFRS und US-GAAP|40
2.5|Ausblick der Rechnungslegung|45
3.|Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung|47
3.1|Direktzusage|47
3.2|Unterstützungskasse|48
3.3|Direktversicherung|49
3.4|Pensionskasse|50
3.5|Pensionsfonds|51
4.|Auslagerung von Pensionsrückstellungen|52
4.1|Auswirkungen von Basel II und die Bewertung der Ratingagenturen|53
4.1.1|Die Rolle der Bilanzkennzahlen bei der Kreditvergabe|53
4.1.2|Innenfinanzierung vs. Externe Finanzierung|56
4.2|Möglichkeiten der Auslagerung von unmittelbaren Pensionsrückstellungen|59
4.2.1|Auslagerung auf eine Direktversicherung|61
4.2.2|Auslagerung auf eine Pensionskasse|62
4.2.3|Auslagerung auf eine Unterstützungskasse|63
4.2.4|Auslagerung auf einen Pensionsfonds|64
4.2.4.1|Steuerfreiheit|65
4.2.4.2|Gründung|68
4.2.5|Auslagerung auf ein Contractural Trust Arrangement|68
4.2.5.1|Ausgestaltung eines CTA|69
4.2.5.2|Bilanzverkürzung|71
4.2.5.3|Insolvenzschutz|72
4.3|Bewertung der Auslagerungsmöglichkeiten|73
5.|Praxis der Bilanzierung von Pensionsrückstellungen|77
5.1|Durchführungswege|77
5.2|Die Höhe der Pensionsrückstellungen der DAX Unternehmen|78
5.3|Deckungsgrad|80
5.4|Internationaler Vergleich|82
6.|Vergleich der Jahresabschlüsse (2004/2005) von BASF und Henkel bzgl. der Auslagerung von Pensionsrückstellungen|83
6.1|BASF|83
6.2|Henkel|85
7.|Schlussbemerkung|87
|Anhang|88
|Literaturverzeichnis|91