Möglichkeiten und Grenzen der IFRS-Anwendung im Mittelstand
| Überschrift: | Eine kritische Analyse der Möglichkeiten und Grenzen der IFRS-Anwendung im Mittelstand |
| Autor: | Christian Dominik Rath |
| Bestellnummer: | 90017726 |
| Preis: | 48,00 EUR |
| Hochschule: | Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Deutschland |
| Benotung: | 2 |
| Abgabedatum: | 26.07.2007 |
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Möglichkeiten und Grenzen der IFRS-Anwendung im Mittelstand
Problemstellung:
Die Anwendung der IFRS ist aufgrund der EU-Verordnung vom 19. Juli 2002 für diejenigen deutschen Unternehmen, deren Wertpapiere an einem geregelten Markt zugelassen sind, ab 2005 im Konzernabschluss verpflichtend. Als Ausschüttungsbemessungsgrundlage sowie für die steuerliche Gewinnermittlung haben jedoch alle Unternehmen weiterhin einen Einzelabschluss nach den Regelungen des HGB zu erstellen. Der Anteil kapitalmarktorientierter Unternehmen, die unter diesen Pflichtanwendungsbereich der IAS-Verordnung fallen, ist in Deutschland jedoch verschwindend gering, so dass die Vielzahl der übrigen, meist mittelständischen Unternehmen zumindest rechtlich von der Pflicht zur Anwendung der IFRS nicht betroffen ist. In der Literatur wird jedoch bezweifelt, ob diese zurzeit bestehende Spaltung von Einzel- und Konzernrechnungslegung langfristig bestehen bleiben kann. Eine einheitliche deutsche Rechnungslegung wäre aufgrund der IAS-Verordnung indes nur noch nach den IFRS möglich. Ist die ?traditionelle deutsche Bilanzierungsweise somit auch außerhalb der Kapitalmärkte an ihrem Ende? und das HGB tatsächlich ein ?Auslaufmodell?? Sollten die IFRS überhaupt und, wenn ja, in welcher Art und Weise im Einzelabschluss mittelständischer Unternehmen Anwendung finden? Eröffnen sich dem Mittelstand durch die Bilanzierung nach den IFRS neue Möglichkeiten bspw. im Hinblick auf die Internationalisierung der Geschäftstätigkeit oder werden durch die hohen Kosten und die besonderen Anwendungsprobleme mittelständischer Unternehmen der IFRS-Anwendung ihre Grenzen aufgezeigt? In der Literatur wird über diese Fragen eine kontroverse Diskussion geführt. Besondere Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang dem im Februar 2007 veröffentlichten Standardentwurf eines eigenständigen IFRS for SMEs zu, der die Entscheidung zugunsten oder gegen die IFRS maßgeblich beeinflussen könnte. Ziel dieser Arbeit ist es daher, die Möglichkeiten und Grenzen der IFRS-Anwendung im Mittelstand darzustellen und den Standardentwurf dahingehend zu analysieren, ob mittelständischen Unternehmen ein Umstieg auf die IFRS angeraten werden kann.
Diese Arbeit betrachtet die Anwendung der IFRS im Einzelabschluss deutscher mittelständischer Unternehmen. Dabei wird der Begriff IFRS bzw. full IFRS als Sammelbegriff für das gesamte Regelwerk, bestehend aus den vom IASB veröffentlichten IFRS und IAS sowie den Interpretationen des IFRIC und SIC, verwendet.
In Kapitel 2.1.1 wird auf die verschiedenen Möglichkeiten zur Abgrenzung des Mittelstandes eingegangen. Im Rahmen dieser Arbeit werden Unternehmen mit maximal 250 Mitarbeitern und höchstens 50 Mio. Euro Umsatz dem Mittelstand zugeordnet. Darüber hinaus dürfen diese Unternehmen nicht kapitalmarktorientiert sein und müssen durch eine Einheit von Kapital und Leitung gekennzeichnet sein.
Die Begriffe Small and Medium-sized Entities (SMEs) bzw. kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie mittelständische Unternehmen bzw. Mittelstand werden im Folgenden synonym verwendet. Der Arbeit liegt der Rechtsstand vom 1. April 2007 zugrunde.
Gang der Untersuchung:
Die vorliegende Arbeit ist in fünf Kapitel untergliedert. Kapitel 1 dient einer kurzen Einführung in die Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit sowie der Begriffsabgrenzung.
Im Anschluss daran wird in Kapitel 2, das sich in zwei Teile gliedert, auf den Internationalisierungsprozess der Rechnungslegung im deutschen Mittelstand eingegangen. Aufgrund seiner großen wirtschaftlichen Bedeutung stellt der Mittelstand ein besonderes Untersuchungsobjekt dar. Im Mittelpunkt des ersten Teils des zweiten Kapitels stehen daher Unterschiede zwischen mittelständischen und Großunternehmen. Im zweiten Teil des Kapitels werden exogene und endogene Determinanten identifiziert, die zu einer zunehmenden Relevanz der IFRS-Anwendung im Mittelstand führen. Dabei werden die sog. IAS-Verordnung und das Bilanzrechtsreformgesetz als endogene Determinanten näher erläutert. Als exogene Determinanten werden eine Verbesserung der Unternehmenstransparenz und der Informationsvermittlung, die Einheitlichkeit der Rechnungslegung und eine erleichterte Internationalisierung, die Konvergenz des internen und externen Rechnungswesens sowie die Reduzierung der Kapitalkosten näher erläutert.
In Kapitel 4 werden mögliche Problemfelder mittelständischer Unternehmen, die sich bei der Anwendung der IFRS ergeben können, dargestellt. Es wird u. a. untersucht, welche Auswirkungen sich durch die Anwendung der IFRS auf das Eigenkapital und das Kreditrating ergeben. Vor dem Hintergrund der besonderen Anforderungen des Mittelstandes und der Ergebnisse des zweiten und dritten Kapitels wird in Kapitel 4 der im Februar 2007 vom IASB veröffentlichte Standardentwurf eines besonderen IFRS für mittelständische Unternehmen vorgestellt und insbesondere dahingehend analysiert, ob die in Kapitel 4 dargestellten Probleme hinreichend gelöst werden können.
Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse und einem Fazit in Kapitel 5.