Unternehmensbewertung und Bilanzfunktion
| Autor: | Artur Wieczorek |
| Bestellnummer: | 90014743 |
| Preis: | 38,00 EUR |
| Hochschule: | Fachhochschule Regensburg Deutschland |
| Benotung: | 1.3 |
| Abgabedatum: | 30.09.2009 |
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Unternehmensbewertung und Bilanzfunktion
Einleitung:
Die Turbulenzen an den Kredit- und Finanzmärkten beeinflussen seit längerer Zeit unser gesellschaftliches Miteinander und sollen nach Äußerung des deutschen Finanzministers Peer Steinbrück keine kurze Episode sein. Diese begannen im Frühsommer 2007 mit der Subprimekrise (im deutschsprachigen Raum auch USImmobilienkrise).
Auslöser waren sog. Asset Backed Securities von US-Immobilienkrediten. In diesen strukturierten Produkten wurden zunächst Kredite gebündelt und verbrieft, anschließend teilweise zerlegt und in weiteren Verbriefung neu verpackt und bei Finanzinstituten platziert. Augenscheinlich ergibt sich durch diese Mehrfachverbriefung eine Intransparenz hinsichtlich der zugrunde liegenden Risiken. Dabei gerieten bonitätsschwache, zweifelhafte Schuldner, im Zuge eines ansteigenden Zinsniveaus und stetig sinkenden Immobilienpreisen, zunehmend in Zahlungsschwierigkeiten.
Im September 2008 erfuhr die Krise eine signifikante Zuspitzung, als die bedeutende Investmentbank Lehman Brothers Inc. mit Sitz in New York Insolvenz anmeldete. Der amerikanische Staat verweigert damals eine Finanzhilfe und ein weltweiter Börsencrash entstand mit der Folge eines schwindenden Vertrauens in die Finanzmärkte und einer dramatischen Verschlechterung der Bonität zahlreicher Bankinstitute. Seit dieser Zeit hat eine ganze Reihe von Unternehmen aus der Finanzbranche enorme Verluste erlitten. Viele Anleger haben sich zu sehr auf die Einschätzungen von Rating-Agenturen gestützt, diese bewerteten die Risiken der verbrieften Papiere der Investmentbanken offensichtlich irrtümlich gering.
Darüber hinaus ist auf den Weltmärkten eine zunehmende Verflechtung von Unternehmen zu beobachten. Nicht nur große Konzerne, sondern auch kleinere und mittelständische Unternehmen verlagern ihre Produktions- und Vertriebsstätten an kostengünstigere Standorte, gründen Tochtergesellschaften im In- und Ausland und erwerben Anteile an anderen rechtlich selbstständigen Gesellschaften. Dies lässt sich aus den Möglichkeiten des gemeinsamen europäischen Marktes beobachten, den Strategischen Allianzen, die mittelständische Unternehmen für eine weite Interessentenschicht als potenzielles Kaufobjekt interessant erscheinen lassen.
Die Wertfindung von Unternehmensanteilen ? also nicht die eines gesamten Unternehmens ? erlangt daher immer mehr an Bedeutung. Für einen Anteilseigner gibt es viele Gründe für eine quotale Beteiligung, so kann für einen Abnehmer eine Beteiligung an einem für ihn wichtigen Lieferantenunternehmen sinnvoll sein, er kann eine begrenzte Einflussmöglichkeit erlangen und so bspw. die Versorgung mit zukünftigen Warenströmen sichern. In den letzten Jahren hat auch die Rechnungslegung tief greifende Veränderungen erfahren, die insbesondere aus der zunehmenden Internationalisierung der Unternehmenstätigkeit resultiert. Die Investoren treffen ihre Anlageentscheidungen auf der Grundlage der ihnen über das jeweilige Unternehmen zur Verfügung stehenden Informationen. Die wichtigste Informationsquelle bietet der Jahresabschluss eines Unternehmens.
Vor diesem Hintergrund wirft sich die Frage auf, wie der Wert eines Unternehmens bzw. eines Unternehmensanteils zu bestimmen ist. Die Unternehmensbewertung zählt in der betriebswirtschaftlichen Lehre und Praxis seit jeher zu den komplexesten Aufgabengebieten. Schließlich hat der Bewerter eine Vielzahl von wertbestimmenden Einflussfaktoren möglichst präzise in das Bewertungskalkül eines übergeordneten Ganzen aufzunehmen. Diese Faktoren sind durch einzelne Betriebsprozesse, Umweltbedingungen und das Entscheidungsumfeld des Bewertenden stark geprägt. Schwierig erweist sich u.a. die Bewertung junger innovativer Wachstumsunternehmen aus der sog. ?New Economy?, da hier wegen der kurzen Unternehmenshistorie eine detaillierte Vergangenheitsanalyse nur für einen begrenzten Zeitraum möglich ist und eine geringe Aussagekraft hat. Das verfolgte Geschäftsmodell beruht zudem i.d.R. auf der Innovation und Kreativität der Gründer, daher stellt der schwierig zu quantifizierende Managementfaktor eine entscheidende Erfolgsgröße dar. Die Theorie der Unternehmensbewertung verfolgt die Aufgabe Bewertungsanwendern adäquate Modelle bereitzustellen. Fraglich ist jedoch wie diese Modelle die Komplexität auf einen Wert reduzieren müssen, um ?wesentliche? Determinanten des Wertes eines Unternehmens nicht zu vernachlässigen.
Diese Arbeit hat die Zielsetzung, die Rechnungslegungsvorschriften der International Financial Reporting Standards (IFRS) mit den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) zu vergleichen und ferner zu analysieren, inwieweit sich diese auf den Jahresabschluss von Beteiligungsgesellschaften auswirken. Außerdem sollen auch die gewonnen Erkenntnisse aus der Unternehmensbewertungstheorie und ?praxis auf die Jahresabschlusserstellung transformiert werden.