Zinsrisikomanagement und Hedge Accounting nach IFRS

Überschrift: Zinsrisikomanagement und Hedge Accounting nach IFRS
Autor: Ghenadie Mindru
Bestellnummer: 90017573
Preis: 38,00 EUR
Hochschule: Justus-Liebig-Universität Gießen Deutschland
Benotung: 2
Abgabedatum: 05.08.2005
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Zinsrisikomanagement und Hedge Accounting nach IFRS


Problemstellung:
Die letzten Jahrzehnte sind durch eine sehr hohe Veränderungsdynamik der Weltwirtschaft gekennzeichnet. Neue Technologien, Informations- und Kommunikationssysteme in Verbindung mit Deregulierungsmaßnahmen in vielen Bereichen und Ländern haben zu einer immer mehr zusammenwachsenden Weltwirtschaft mit neuen Chancen und Gefahren geführt.
Ebenfalls eine hohe Dynamik ist während der letzten zwei Jahrzehnte in einem spezifischen finanzwirtschaftlichen Bereich zu beobachten, und zwar auf dem Gebiet derivativer Finanzinstrumente. Die rasante Entwicklung in diesem Bereich verdeutlicht Abbildung 1:
Die niedrigen Abschlusskosten derivativer Geschäfte haben anfangs viele Unternehmen dazu verleitet, diese Instrumente zu Spekulationszwecken einzusetzen. Unter Vernachlässigung möglicher Gefahren hat dies zu spektakulären Unternehmenszusammenbrüchen und ?krisen geführt. Nicht zuletzt diese Krisen haben schließlich zur Corporate   Governance-Debatte geführt, die in Deutschland in die Verabschiedung des KonTraG mündete.
Derivate haben jedoch auch ihre ?gute? Seite. So können bspw. Optionen, Forwards, Futures, Swaps und andere Finanzinstrumente von Unternehmen bewusst und zielorientiert zur Steuerung der Zins- und anderen Marktpreisrisiken eingesetzt werden.
Eine große Bedeutung haben Derivate insbesondere im Zinsrisikobereich der Kreditinstitute erlangt. Diese werden im Rahmen des Zinsrisikomanagementprozesses für die aktive Steuerung von Zinsrisiken eingesetzt. Die nur sehr geringen Abschlusskosten und die hohe Anzahl verzinslicher Positionen bei Banken machen diese Risikosteuerungsinstrumente nahezu unverzichtbar.
Mit den rasanten Entwicklungen im derivativen Bereich konnten hingegen die Rechnungslegungssysteme nicht Schritt halten: Die Bilanzierung und Bewertung von Derivaten ist zu einem der kompliziertesten und umstrittensten Gebiete der Rechnungslegung geworden.
Eine besondere Problematik entsteht in dieser Hinsicht bei der Abbildung ökonomisch zusammenhängender Sachverhalte im Falle der Absicherung mit Derivaten. Die Schwierigkeiten sind dabei unterschiedlich ausgeprägt und entstehen je nach Konzeption des jeweiligen Rechnungslegungssystems aus anderen Gründen.
Während im deutschen Handelsrecht derartige Sachverhalte außer Acht gelassen wurden und weiterhin werden, bemühen sich die Standardsetter großer kapitalmarktorientierter Rechnungslegungssysteme (IFRS/US-GAAP) geeignete Vorschriften zu entwickeln. Die vorhandenen umfassenden Reglements sind jedoch oft sehr restriktiv ausgelegt und aufwändig in ihrer Anwendung.
Ausgehend von den obigen Ausführungen beschäftigt sich diese Arbeit im Folgenden mit der bilanziellen Abbildung von Sicherungsbeziehungen im Zinsrisikobereich. Diesbezüglich werden folgende Zielsetzungen verfolgt:
- Definition und Strukturierung von Zinsrisiken sowie Darstellung eines typischen Prozesses zu deren Steuerung im Bankensektor.
- Darstellung bestehender allgemeiner und zinsrisikospezifischer Vorschriften zur Abbildung von Absicherungsbeziehungen nach IFRS.
- Das Aufzeigen möglicher Probleme und Schwierigkeiten aus der Anwendung der Vorschriften und eventueller Auswirkungen auf das Zinsrisikomanagement.
Die Ausführungen zu diesen Fragestellungen werden auf drei Kapitel aufgeteilt.
Gang der Untersuchung:
Im Mittelpunkt des ersten dieser Bereiche (Kapitel 2) steht die Darstellung eines für den Bankensektor typischen Prozesses zur Steuerung der Zinsrisiken.
Bevor auf die einzelnen Phasen dieses Prozesses eingegangen wird, werden die allgemeinen Begriffe erklärt, die Zinsrisiken definiert und deren Bedeutung für den Bankensektor aufgezeigt. Anschließend werden die typischen Organisationsstrukturen im Zinsrisikobereich der Banken kurz angegangen.
Die nachfolgenden zwei Bereiche beschäftigen sich mit den spezifischen Vorschriften der IFRS bezüglich der Abbildung von Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting).
Kapitel 3 hat sich dabei zur Aufgabe gemacht, die allgemeinen Reglements diesbezüglich (mit Ausklammerung der spezifischen Vorschriften für den Zinsrisikobereich) darzustellen und daraus entstehende Problematiken für den Zinsrisikobereich aufzuzeigen.
Kapitel 4 beschäftigt sich mit den Vorschriften zum Portfolio Hedge Accounting der Zinsrisiken. Diese von IASB vor allem auf Druck der Banken neu erlassenen Vorschriften sollen dabei die Praxis des Zinsrisikomanagements erleichtern. Inwieweit jedoch auch die neuen Vorschriften mit Schwierigkeiten verbunden sind, soll mit der Darstellung der komplexen Vorschriften unter Aufzeigen möglicher Problemstellen demonstriert werden. Um diese zu verdeutlichen werden dabei im Laufe der Arbeit explikative Beispiele eingefügt.
Im fünften abschließenden Teil wird das Hedge Accounting in Kürze aus bilanzanalytischer Sicht beurteilt und die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst.


Inhaltsverzeichnis:
|Zinsrisikomanagement und Hedge Accounting nach IFRS|I
|Abbildungsverzeichnis|V
|Abkürzungsverzeichnis|VI
1.|Problemstellung|1
2.|Management von Zinsrisiken|4
2.1|Grundlegende Begriffe|4
2.2|Wesen und Ausprägungen des Zinsrisikos|6
2.3|Organisatorische Aspekte|8
2.4|Zinsrisikomanagement als dynamischer Prozess|11
2.4.1|Schematische Darstellung|11
2.4.2|Risikoidentifikation|12
2.4.3|Zinsrisikomessung|13
2.4.4|Zinsrisikosteuerung|18
2.4.4.1|Handlungsalternativen|18
2.4.4.2|Begriff und Arten des Hedging|19
2.4.4.3|Hedging mit Finanzderivaten|20
2.4.5|Risikoüberwachung und ?kontrolle|22
3.|Hedge Accounting|23
3.1|Notwendigkeit und Arten|23
3.2|Sicherungsbeziehungen nach HGB|25
3.3|Grundlagen des Hedge Accounting nach IFRS|26
3.3.1|Zielsetzung und Entstehung|26
3.3.2|Arten von Sicherungsbeziehungen|28
3.3.3|Bestandteile einer Sicherungsbeziehung|29
3.3.4|Formale Anforderungen|32
3.3.5|Effektivitätsmessung|34
3.3.6|Bilanzierung|38
3.3.7|Umsetzungsproblematik|41
4.|Portfolio Hedge Accounting für Zinsrisiken|43
4.1|Entstehung und Grundkonzeption|43
4.2|Ablauf des Portfolio Hedge Accounting|44
4.2.1|Portfolioidentifikation und Bildung der Laufzeitbänder|44
4.2.2|Bestimmung des abzusichernden Betrags|46
4.2.3|Gesichertes Risiko und Sicherungsgeschäfte|48
4.2.4|Effektivitätstest|48
4.2.5|Bilanzierung|51
4.3|Umsetzungsproblematik|53
5.|Analyse des Hedge Accounting und Ausblick|56
5.1|Hedge Accounting aus Sicht des Bilanzadressaten|56
5.2|Zusammenfassung|57
|Anhang|60
|Literaturverzeichnis|66




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