Die Erfassung verschiedener Wachstumsfaktoren im Unternehmensbewertungskalkül
| Autor: | David Barthel |
| Bestellnummer: | 90014522 |
| Preis: | 38,00 EUR |
| Hochschule: | Ludwig-Maximilians-Universität München Deutschland |
| Benotung: | 2 |
| Abgabedatum: | 01.01.2010 |
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Die Erfassung verschiedener Wachstumsfaktoren im Unternehmensbewertungskalkül
Einleitung:
Die Bewertung von Unternehmen stellt bei gleichzeitig hoher Praxisrelevanz eines der komplexesten Gebiete der betriebswirtschaftlichen Forschung dar. Dies ist zum einen dadurch bedingt, dass sich der Bewerter schon aufgrund der Vielfalt an relevanten, zum Teil qualitativen Werteinflüssen einer fordernden Aufgabe gegenüber sieht, zu deren Bewältigung er noch vor Beginn der eigentlichen Arbeit eine sachgerechte Selektion zu treffen hat. Da die moderne Unternehmensbewertung zukunftsgerichtet ist und auf künftige Vorteilswirkungen des Bewertungsobjekts abstellt, verbleiben zum anderen aufgrund der damit gegebenen Prognoseunsicherheit selbst dann noch erhebliche Ermessenspielräume, die es schließlich im Rahmen einer objektivierten Bewertung einzuschränken gilt. Andererseits ist darauf zu achten, dass nicht zu stark vereinfacht wird, da sonst die Gefahr droht, aussagelose Unternehmenswerte ermittelt zu haben.
Dieses Dilemma verschärft sich in Bezug auf die Fortführungsphase des Unternehmens, für die sich keine sinnvollen expliziten Planungen mehr erstellen lassen, die dem Bewerter zunächst noch für die nähere Zukunft zur Verfügung standen. Gleichzeitig resultiert vor dem Hintergrund einer regelmäßig unterstellten unendlichen Fortführung des Unternehmens ein Hebeleffekt der in das jeweilige Restwertmodell eingehenden Größen. Letztere sind daher entsprechend sorgfältig zu bestimmen. Dies gilt insbesondere für den im Rentenmodell vom Diskontierungszins vorgenommenen Wachstumsabschlag, der als kumulierte Größe alle relevanten Wachstumsdeterminanten aufzunehmen hat. Letzteren ist mit Aufmerksamkeit zu begegnen, da sie den Restwert, der meist den überwiegenden Anteil am Unternehmensgesamtwert darstellt, maßgeblich prägen.
Die sachgerechte Erfassung von Wachstumsfaktoren im Rahmen von Restwertmodellen ist Gegenstand der vorliegenden Arbeit. Dem Leser soll ein Überblick vermittelt werden, welche Determinanten des Unternehmenswachstums im Kalkül zu berücksichtigen sind und wie dies technisch von statten zu gehen hat. Dazu ist Voraussetzung, zunächst wesentliche und dauerhafte Wachstumsquellen zu identifizieren: Dies sind im Einzelnen Mengenänderungen, Steuereffekte und Inflationswirkungen. Um deren Effekt auf den Unternehmenswert korrekt erfassen zu können, sind neben einer isolierten Betrachtung der Faktoren Mischeffekte mit einzubeziehen. Dabei ist unter Berücksichtigung der Anwendungsvoraussetzungen des verwendeten Bewertungsmodells auf eine konsistente Integration der verschiedenen Wachstumsfaktoren zu achten.
In diesem Zusammenhang steht die wesentliche und viel diskutierte Frage nach der Möglichkeit einer konsistenten und parallelen Erfassung von thesaurierungs- und inflationsbedingtem Wachstum. Das inflationsbedingte Wachstum der Fortführungsphase betreffend finden sich in Literatur und Praxis der Bewertung ganz unterschiedliche Ergebnisse. Gehen manche Autoren von auf lange Sicht mitunter existenzgefährdend niedrigen Wachstumsraten aus, steht dies im Widerspruch zu anderen Teilen der Literatur, die bisweilen vielfach höhere Raten finden bzw. analytisch ableiten. Die Würdigung dieser hier stellvertretend angesprochenen Diskussionen ist neben der bereits erwähnten Darstellung von adäquaten Restwertmodellen ein weiteres Ziel dieser Arbeit. Weiterhin werden trotz der grundsätzlichen Zukunftsorientierung der Bewertung zur Orientierung der im Rahmen dieser Restwertmodelle verarbeiteten Daten oft Plandaten der näheren Zukunft herangezogen. Da die anhand von Bewertungsmodellen ermittelten Werte höchstens so gut sein können, wie die Daten, die ihnen zugrunde gelegt wurden, ist bei deren Schätzung ebenfalls mit möglichst großer Sorgfalt vorzugehen. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit kann trotz der grundsätzlichen Relevanz oben angesprochener Wachstumsfaktoren auch für den unmittelbar auf den Bewertungsstichtag folgenden Zeitraum eine Analyse derselben jedoch nicht mehr erfolgen.