Die Präsentation des Jahresabschlusses mittelständischer Unternehmen im Hinblick auf die Beziehung zu Kapitalgebern und unter Berücksichtigung des KonTraG

Autor: Jürgen Janotta
Bestellnummer: 90005447
Preis: 58,00 EUR
Hochschule: Fachhochschule Augsburg Deutschland
Benotung: 2
Abgabedatum: 23.11.2001
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Die Präsentation des Jahresabschlusses mittelständischer Unternehmen im Hinblick auf die Beziehung zu Kapitalgebern und unter Berücksichtigung des KonTraG


Einleitung:
Angesichts der Problematik der in Deutschland großen Anzahl kleinerer und mittelgroßer Unternehmen, ihre Planung und Finanzierung des Investitionsvolumens zu bewältigen, stellt sich die Frage, ob die Banken den Mittelstand vernachlässigen. Hiervon sind vermutlich mehr als 50 Prozent aller deutschen Betriebe betroffen, die laut neuem § 267 Abs. 1 und 2 HGB mit weniger als 13,44 Mio DM bzw. 53,78 Mio DM Umsatz definiert sind.
Mittelständische Unternehmen klagen des öfteren über zu hohe Kosten in der Produktion. Gleichzeitig verfügen sie über eine mangelhafte Ausstattung mit liquiden Mitteln, um in die Stärkung ihrer zukünftigen Wettbewerbsfähigkeit zu investieren. Zur Untermauerung dieser Schwierigkeiten monieren Vertreter mittelständischer Unternehmen, die in ihren Augen mittelstandsunfreundliche Politik der Banken bei der Kreditvergabe.
Auf der anderen Seite beklagen immer mehr Großbanken, daß die reine Kreditbeziehung zu Unternehmen nicht mehr lukrativ genug ist, wenn Firmenkunden nicht auch noch zusätzlich moderne ?Instrumente?, Investment Banking-Produkte beanspruchen.
Den Ausgangspunkt für die vorliegende Diplomarbeit bildet das im Zusammenhang mit dem vom Baseler Ausschuß für Bankenaufsicht, an der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) angesiedelt, vorgelegte Konsultationspapier. Das mit allen nationalen Aufsichtsinstanzen abgestimmte zweite Konsultationspapier ?Neue Eigenkapitalverordnung für Banken? hat mit der Publikation bei den Betroffenen ein starkes Echo hervorgerufen. Befürchtungen des Mittelstands wurden laut, daß kleine und mittelgroße Unternehmen aus bonitätsmäßig schwächeren Branchen bei Kreditverhandlungen generell benachteiligt werden. Im Vergleich zu Großunternehmen und internationalen Konzernen können sie sich nicht zu günstigen Konditionen über den Kapitalmarkt finanzieren, was sie dazu zwingt, sich an Kreditinstitute zu wenden.
Die Vorgaben der bislang geltenden Eigenkapitalvereinbarung wurden im Rahmen von ?Basel II? durch näher an die Ausfallrisiken angepaßten Vorschriften modifiziert. Demnach sollen globale bankaufsichtsrechtliche Bestimmungen miteinander in Einklang gebracht und Fehlanreize im Kreditgeschäft vermieden werden.
Der seit dem Jahre 1988 bis heute geltenden Eigenkapitaldefinition von 8 Pro-zent Eigenkapitalunterlegung (Basel I) für jedes Kreditengagement, ist durch die Aufnahme des Kreditbewertungsverfahrens von unabhängigen Agenturen (externes Rating) sowie der Zulassung bankinterner Schätzungen (internes Rating) eine risikoadäquatere Anpassung auferlegt worden.
Zusätzliche Hintergrundinformationen liefert das seit 1. Mai 1998 in Kraft getretene KonTraG. Eine der zentralen Anforderungen des neuen Gesetzes hat die ausdrückliche Verpflichtung des Vorstands zum Aufbau bzw. zur Implementierung eines ?Frühwarnsystems? zum Inhalt.
Die im Zusammenhang mit der Koalitionsvereinbarung zwischen CDU/CSU und FDP vom 14. November 1994 stehenden Ausführungen der Begründung zum KonTraG unterstreichen die Bedeutung für die Ausrichtung der deutschen Publikumsgesellschaften an den Finanzmärkten und damit einer Unternehmensführung mit Shareholdervalue-Orientierung. Das im März 1998 verabschiedete Gesetz, dessen Einführung für die Internationalisierung des deutschen Aktienrechts notwendig geworden war, stellt explizit zwei Ziele heraus:
Schwächen und Verhaltensfehlsteuerungen sollen im Corporate Gover-nance-System korrigiert werden. Darunter ist ebenfalls die Absicht zur Schließung der ?Erwartungslücke? zu subsumieren; die Erwartungslücke stellt ab auf Abweichungen von den Vorstellungen der Interessengrup-pen bzw. der Öffentlichkeit über das Verständnis von Berufsausübung einerseits, sowie den berufsständischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlußprüfung andererseits.
Die zunehmende Ausrichtung der deutschen Publikumsgesellschaften soll parallel an den Informationsbedürfnissen internationaler Kapitalmärkte und Investoren begleitet werden. Das KonTraG muß mit der Modernisierung anderer Gesetze des deutschen Unternehmens-, Rechnungslegungs- und Kapitalmarktrechts der 12. und 13. Wahlperiode des Deutschen Bundestages in Zusammenhang gestellt werden.
Die vom KonTraG eingeforderten Korrekturen fallen vielfach schwammig bzw. unspezifisch aus. In der Literatur finden sich viele Beiträge zur betrieblichen Früherkennung, die feststellen, daß der Gesetzgeber mit dem § 91 Abs. 2 AktG die inhaltliche Ausgestaltung der Regelung weitgehend offen gelassen hat; eine Spezifizierung der Anforderungen durch die betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis bzw. durch den Stand der Wirtschaftsprüfer wird daher erforderlich.
Aufgrund der sich veränderten Informations- und Kommunikationserwartung der Kapitalmärkte ist es Ziel dieser Arbeit, mittelständischen Unternehmen die sich aus einer offenen und transparenten Kommunikationspolitik mit dem Kreditinstitut ergebende Chance nahezulegen.
Betreffend die Abgrenzung der Themenstellung müssen insbesondere folgende Punkte Erwähnung finden:
Die vorliegende Arbeit befaßt sich mit einer Synopse zu den Themen Jahresabschluß, KonTraG, Basel II und Rating. Im Anschluß daran werden verschiedene Vorschläge angeboten, die zur unternehmerischen Transparenz beitragen und sich damit in finanzieller Hinsicht positiv auf die Konditionen eines Kredites auswirken können.
Die §§ 264 bzw. 267 HGB geben einen theoretischen Einblick in die dem HGB unterliegenden Unternehmen zum Jahresabschluß.
Bei der Darstellung des ?KonTraG? wird ein allgemeiner Überblick der wesentlichen Neuerungen des Gesetzes gegeben. Erläuterungen dazu können im Rahmen dieser Arbeit nur ansatzweise behandelt werden.
?Basel II? gibt einen Anhaltspunkt in die für Kreditinstitute geltende neue Regelung der Eigenkapitalhinterlegung bei Krediten größeren Umfangs.
Das interne und externe ?Rating? wird - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - anhand zweier in der Praxis angewandter Verfahren behandelt.
Was den Kern dieser Arbeit angeht, so unterbleibt eine ausführliche bzw. detaillierte Ausführung der einzelnen Vorschläge; eine allgemeinverbindliche Aussage kann nicht gewährleistet werden.
Gang der Untersuchung:
In Kapitel 2 erfolgt - nach differenzierter Darstellung des § 267 HGB - ein Überblick der i.S.d. § 264 HGB verpflichtenden Vorschriften für Kapitalgesellschaften und bestimmte Personenhandelsgesellschaften. Dabei werden in erster Linie die gesetzlichen Anwendungsvorschriften für mittelständische Unternehmen betrachtet.
Kapitel 3, 4 und 5 schaffen mit einem Einblick in das ?Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich? (KonTraG) und die ?Neue Eigenkapitalverordnung für Banken? (Basel II) gemäß Baseler Ausschuß für Bankenaufsicht, sowie der Darstellung des internen und externen Rating-Verfahrens das Fundament für die in Kapitel 6 aufgeführten Vorschläge zur Präsentation des Jahresabschlusses gegenüber Kreditinstituten.
In Kapitel 3 wird zunächst der Anstoß für das KonTraG aufgezeigt und anschließend der Anwendungsbereich abgegrenzt. Den Hauptteil bilden die wichtigsten Neuregelungen für die einzelnen Organe der Gesellschaft.
Kapitel 4 zeigt die vom Baseler Ausschuß für Bankenaufsicht vorgeschlagenen neuen Eigenkapitalrichtlinien auf.
Kapitel 5 definiert eingangs den Begriff ?Rating?. Anhand zweier Beispiele wird die Vorgehensweise eines internen und externen Rating-Verfahrens in der Praxis gezeigt.
Der Kern dieser Arbeit findet sich in Kapitel 6. Die Überlegungen stützen sich hier auf eine verbesserte Transparenz unternehmerischer Informationen und Daten gegenüber Kreditinstituten. Hintergrund dafür, das Verlustrisiko eines Kreditengagements für Kreditinstitute zu minimieren und für Unternehmen günstige Zinskonditionen zu erhalten.
Kapitel 7 beschließt die Arbeit mit einer Zusammenfassung und einem Ausblick auf die aktuelle Ausgangslage.

Inhaltsverzeichnis:
|Abkürzungsverzeichnis|V
|Abbildungsverzeichnis|VII
|Tabellenverzeichnis|VIII
1.|Einleitende Betrachtungen|1
1.1|Problemstellung und Zielsetzung|1
1.2|Abgrenzung der Themenstellung|4
1.3|Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit|5
2.|Der Jahresabschluß mittelständischer Unternehmen|6
2.1|Allgemeines|6
2.2|Differenzierung der Unternehmen gemäß § 267 HGB|6
2.3|Vorschriften für Kapitalgesellschaften (AG, KGaA und GmbH) sowie bestimmte Personengesellschaften laut § 264 HGB|8
2.3.1|Gesetzliche Aufstellungspflicht|8
2.3.2|Generalnorm des § 264 Abs. 2 HGB|12
2.3.3|Einbeziehung bestimmter Personenhandelsgesellschaften (§ 264a HGB)|12
2.3.4|Anwendung besonderer Bestimmungen für oHG und KG i. S. d.§ 264a HGB (KapCoRiLiG)|14
2.3.5|Befreiung der Aufstellungspflicht nach geltenden Vorschriften des § 264b HGB|17
3.|Das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) - wesentliche Neuregelungen|18
3.1|Das KonTraG|18
3.2|Anwendungsbereich des KonTraG|19
3.3|Wesentliche Neuregelungen im Überblick|20
3.3.1|Aufgaben und Pflichten des Vorstands|20
3.3.2|Bestimmungen für den Aufsichtsrat|21
3.3.3|Hauptversammlung und Aktie|23
3.3.4|Beteiligungsbesitz der Kreditinstitute|26
3.3.5|Abschlußprüfung|27
4.|Neue Eigenkapitalvereinbarung für Banken gemäß Baseler Bankenausschuß (Basel II)|30
5.|Internes und Externes Rating-Verfahren|35
5.1|Allgemeines zum Begriff ?Rating?|35
5.2|Internes Rating-Verfahren der HypoVereinsbank|38
5.2.1|Ratingbogen für MIT- und GFK-Kunden - Firmenkundenrating|38
5.2.1.1|Teilrating wirtschaftliche Verhältnisse|39
5.2.1.2|Teilrating Unternehmenssituation|42
5.2.1.3|Ratingergebnis gesamt|47
5.2.2|Kunde mit Bilanz und voller Haftung des Privatvermögens|48|
5.3|Externes Rating-Verfahren der EuroRatings AG|50|
5.3.1|Allgemeines zu EuroRatings|50
5.3.2|Der Rating-Prozeß|51
5.3.3|Beispielhafte Rating-Kriterien|54
5.3.3.1|Managementqualität|54
5.3.3.2|Bonitätsrelevanz des Außenverhältnisses|56
5.3.3.3|Ökonomisches Umfeld|58
5.3.3.4|Produkte und Produktion|59
5.3.3.5|Controlling-Instrumente und Human Resources|60
5.3.4|Gesamturteil und Bonitätsklasse|61
6.|Vorschläge zur effizienteren Präsentation des Jahresabschlusses|61
6.1|Erarbeiten eines ?schedule?|62
6.2|Einrichtung eines effektiven Risikofrühwarnsystems|65
6.3|Erhöhung der Eigenkapitalquote|72
6.4|Einsatz einer Investor-relations-list|74
6.5|Beratung und Seminare durch WP, StB und Verbände|75
7.|Zusammenfassung und Fazit|77
|Literaturverzeichnis|IX
|Anhang|XIV
|Erklärung|




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