Ökologische, soziale und ethische Aspekte in der Unternehmensbewertung

Autor: Michael Wahl
Bestellnummer: 90016041
Preis: 48,00 EUR
Hochschule: Universität Augsburg Deutschland
Benotung: 1.3
Abgabedatum: 01.12.2008
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Ökologische, soziale und ethische Aspekte in der Unternehmensbewertung


Einleitung:
Die Unternehmensbewertung stellt ein in ihrer Geschichte stets vieldiskutiertes Teilgebiet der Betriebswirtschaftslehre dar, in dem der heute allgemein anerkannte Grundsatz von MOXTER keineswegs immer vertreten wurde. Seit ihren Anfängen und bis in die sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts hinein propagierte die Lehre der Unternehmensbewertung einen für jedermann gültigen, objektiven Unternehmenswert. In den sechziger Jahren des vorangehenden Jahrhunderts entwickelte sich die Lehre dahingehend fort, dass der Unternehmenswert nicht objektiv, sondern subjektiv sei und damit nicht allgemeingültig, sondern abhängig vom jeweiligen Bewertungssubjekt.
Beginnend in den siebziger Jahren, setzte sich das Prinzip der Zweckabhängigkeit in der Unternehmensbewertung immer mehr durch und ist heute Kernbestandteil der Bewertungslehre. Demnach existiert nicht ein allein korrekter, sondern ein ?[?]jeweils zweckadäquate[r][?]? Unternehmenswert, welcher sich, abhängig vom einzelnen Bewertungszweck, durch den Vergleich alternativer Handlungsmöglichkeiten ergibt. Ebenfalls zweckabhängig erfolgt die Wahl des Bewertungsverfahrens, welches eine widerspruchsfreie Ermittlung des gesuchten Unternehmenswertes ermöglichen muss.
Für den Eigentümer repräsentiert dabei der Nutzen, der ihm aus dem Unternehmen zufließt, den Wert des Unternehmens, wobei dieser sich sowohl aus finanziellen als auch nichtfinanziellen Vorteilen zusammensetzt. Aufgrund der schweren Messbarkeit der nichtfinanziellen Nutzenkomponenten wird in der Regel die vereinfachende Annahme getroffen, dass ausschließlich finanzielle Größen für den Eigentümer Relevanz besitzen und daher lediglich diese in die Bewertung Eingang finden. Die Unternehmensbewertung verzichtet somit konsequent auf die Berücksichtigung nichtfinanzieller Größen.
Darüber hinaus bleiben auch finanzielle Nutzen weitgehend außen vor, welche sich aus der expliziten Berücksichtigung von ökologischen, sozialen und ethischen Gesichtspunkten in der Unternehmensführung sowie gezielten Investitionen in die sog. Corporate Social Responsibility (CSR) ergeben. Die in der Literatur vorliegenden Ansätze zur Bewertung bei Mehrfachzielen - die eine Einbeziehung nichtfinanzieller und strategischer Nutzen vorsehen - erfuhren keine große praktische Bedeutung, was zur Folge hat, dass diese Größen weiterhin unbeachtet bleiben, obwohl sie Bestandteile des Zielsystems des Eigentümers oder Investors sein können. Die so vorgenommene Komplexitätsreduzierung verringert daher unweigerlich die Aussagekraft des in dieser Form ermittelten Unternehmenswertes.
Vor diesem Hintergrund ist es das Ziel dieses Beitrags, ausgehend von der klassischen finanziellen Unternehmensbewertung zunächst die Frage zu erörtern, ob und wenn ja inwiefern ökologische, soziale und ethische Faktoren einen Einfluss auf die Unternehmensperformance und damit den Unternehmenswert besitzen. Anschließend und darauf aufbauend sollen Ansätze und Methoden dargestellt werden, die eine quantitative Bewertung des finanziellen, auf ökologischen, sozialen und ethischen Faktoren beruhenden, Nutzens ermöglichen. Ergänzend hierzu wird geprüft, wie die bisher unbeachteten nichtfinanziellen Nutzenkomponenten einer qualitativen Bewertung zuzuführen und damit in die Investitionsentscheidung zu integrieren sind. Die Ausführungen beschränken sich hierbei ausschließlich auf ökologische, soziale und ethische Faktoren.
Gang der Untersuchung:
Um die Möglichkeiten und Ansatzpunkte einer Integration ökologischer, sozialer und ethischer Aspekte - deren Berücksichtigung im Zusammenspiel mit ökonomischen Faktoren innerhalb des Zielsystems eines Unternehmens in der Literatur häufig unter dem bisher noch nicht einheitlich definierten Begriff der CSR zusammengefasst werden - in die Unternehmensbewertung aufzuzeigen, bedarf es zunächst einer Darstellung der wichtigsten klassischen Unternehmensbewertungsverfahren. Diese erfolgt im Rahmen der Ausführungen des Kapitels 2. Ausgehend vom Nutzen des Unternehmenseigentümers werden zunächst die verschiedenen Anlässe und Zwecke der Unternehmensbewertung aufgezeigt und in einem Methodenüberblick die wichtigsten Verfahren erläutert.
Das sich anschließende Kapitel 3 gibt eine Einführung in das Konzept der CSR. Nach der Darstellung der historischen Entwicklung sowie einer Begriffsabgrenzung, erfolgt - auf Basis verschiedener empirischer Studien und Analysen - die Klärung der Fragestellung, inwieweit eine an dem Prinzip der CSR ausgerichtete Unternehmenspolitik und die damit einhergehende explizite Berücksichtigung ökonomischer, sozialer und ethischer Aspekte in der Unternehmensführung Einfluss auf den Unternehmenswert haben und daher einer Beachtung im Rahmen der Unternehmensbewertung bedürfen.
In welcher Form eine solche Integration in die Unternehmensbewertung erfolgen kann ist Gegenstand der Kapitel 4 und 5. Hierbei werden in Kapitel 4 - auf dem der Schwerpunkt der Ausführungen liegt - zunächst Ansätze dargestellt, die eine Berücksichtigung der finanziellen Nutzen einer an der CSR orientierten Unternehmensführung in der klassischen Unternehmensbewertung ermöglichen sowie mit dem Sustainable Value ein umfassender Bewertungsansatz für quantifizierbare Aspekte vorgestellt. Im sich anschließenden Kapitel 5 erfolgt dann, ergänzend zur klassischen Unternehmensbewertung, die Darstellung der sog. ethischen Unternehmensbewertung, die eine Bewertung des Unternehmens bezüglich der quantitativen Aspekte ermöglicht, welche für die Entscheidungen eines Investors und potentiellen Unternehmenseigentümers relevant sind.
Die wesentlichen Ergebnisse der Untersuchung werden abschließend in Kapitel 6 zusammenfassend dargestellt und gewürdigt. Zunächst aber gibt Kapitel 2 einen Überblick über den Stand der Unternehmensbewertung, ihre Anlässe, Zwecke und Methoden.




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