Aktienoptionsprogramme

Autor: Jörg Schaab
Bestellnummer: 90014230
Preis: 38,00 EUR
Hochschule: Fachhochschule Wiesbaden Deutschland
Benotung: 1
Abgabedatum: 01.10.2003
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Aktienoptionsprogramme


Einleitung:
Mit der zunehmenden Globalisierung und Ausrichtung des Shareholder Value-Gedankens ist die Fokussierung auf die Interessen der Aktionäre auch in Deutschland deutlich verstärkt worden. Die Betrachtung des Kapitalmarktes ist für die heutige Unternehmensführung unverzichtbar, da finanzielle Mittel benötigt werden, um Investitionen tätigen zu können und der Aktienkurs als ?Akquisitions-Währung? für die Anleger von besonderer Bedeutung ist. Um dieser bedeutenden Stellung gerecht zu werden und das Vertrauen der Anleger zu gewinnen, spielt der Aspekt der Vergütung und Incentivierung eine immer gewichtigere Rolle. Aus diesem Grund kann die Implementierung eines entsprechenden Anreizsystems in Form von Aktienoptionsprogrammen als erfolgsabhängiges Vergütungsinstrument für das Management eines Unternehmens sinnvoll sein. Seit erste Konzerne das ursprünglich aus den U.S.A stammende und dort seit mehreren Jahrzehnten eingesetzte, aktienbasierte Entlohnungssystem im Jahre 1996 auch in Deutschland einführten, gab dies den Anstoß für die hierzulande mittlerweile weite Verbreitung dieser Programme.
Das primäre Ziel einer variablen Entlohnung in Aktienoptionen ist die Motivation zur langfristigen Steigerung des Unternehmenswertes mit dem Fokus der Börsenkursmaximierung. Erhält das Management das Recht, nach Ablauf einer bestimmten Frist Aktien des eigenen Unternehmens zu einem vorher festgelegten Kurs zu kaufen, wird es alles tun, um den Aktienkurs über diese Marke zu steigern und einen finanziellen Vorteil erzielen zu können. Eine Steigerung des Aktienkurses kommt zugleich den Anteilseignern und Investoren zugute. Damit können durch Aktienoptionsprogramme die Interessendivergenzen zwischen Eigentümern und Management reduziert und die Gefahr von Unternehmensrisiken minimiert werden.
Die den Optionsprogrammen zugrunde liegende Idee erweist sich zumindest in der Theorie als praktikabel. In der Wirklichkeit stehen einer erwarteten positiven Wirkung der Verhaltenssteuerung des Managements aber auch wesentliche Probleme und Risiken gegenüber. Oft sind die unternehmerische Leistung, die individuelle Risikobereitschaft und die persönlichen Bezüge der Führungskräfte nur ungenügend aufeinander abgestimmt. Statt außerordentliche Leistungen mit außergewöhnlichen Gehältern zu belohnen, haben viele Manager dafür gesorgt, dass sie selbst ohne eigene Anstrengung ihre Aktienoptionen mit Gewinn ausüben können. Vom ursprünglichen Grundgedanken sind die meisten der Optionsprogramme der heutigen Praxis häufig weit entfernt. Aktienoptionspläne werden daher zunehmend kritisiert, den Grundsatz der Wertorientierung nicht tatsächlich zu verfolgen, sondern dem Management als undurchsichtige ?Selbstbedienungsinstrumente? lediglich ungerechtfertigt hohe Gehälter zu bescheren. Aktionäre befürchten zudem ein Überschwappen US-amerikanischer Gehaltsexzesse auch in die deutschen Gesellschaften. Nicht zuletzt haben der Kursrausch zum Ende der 90er Jahre und die groß angelegten Finanzmanipulationen zu Beginn des neuen Jahrtausends die Fehlanreize offen gelegt, die von diesen Programmen ausgehen können. Der verstärkte Einsatz dieses Entlohnungsinstruments löste deshalb in den letzten Jahren eine lebhafte und kontroverse Diskussion über dessen Konstruktion und Vorteilhaftigkeit aus und ist spätestens seit Ende des Börsenbooms zu einem Reizthema für Aktionäre geworden. Aktienoptionspläne zählen inzwischen zu den umstrittensten personalpolitischen Instrumenten der heutigen Zeit und werden auch hierzulande vermehrt auf den Prüfstand gestellt.
Können Optionsprogramme überhaupt dazu beitragen, dass das Management sein Handeln an den Interessen der Anteilseigner ausrichtet? Wie müssen sie praktisch umgesetzt und ausgestaltet werden, um die gewünschte Wirkung zu erzielen?
Ziel dieser Arbeit ist daher, das in Verruf geratene Vergütungsinstrument ?Aktienoptionsprogramm? als Anreizsystem hinsichtlich seiner Qualitätsmerkmale und deren Eignung zur Steigerung des Unternehmenswertes kritisch zu untersuchen. Vor diesem Hintergrund sollen die Chancen und Risiken dargestellt werden, die sich mit der Ausgestaltung dieser Programme für Unternehmen und Management ergeben können. Neben der Darstellung der theoretischen Grundlagen werden darüber hinaus entscheidende Gestaltungsempfehlungen und -alternativen für die Praxis aufgezeigt, die zur Überwindung des Interessenkonfliktes zwischen Manager und Aktionär dienen und gleichzeitig weitgehend gegen Selbstbereicherungsversuche durch das Management resistent sein sollen. Nur durch die optimale Ausgestaltung der Pläne kann das Management zu einer stärkeren, anlegerorientierten Unternehmensführung motiviert und somit eine positive Kurssteigerung herbeigeführt werden.
Derartige Empfehlungen für die praktische Ausgestaltung sind meiner Meinung nach notwendig, da trotz der offensichtlichen Bedeutung von Aktienoptionen die Umsetzung in den Unternehmen uneinheitlich und willkürlich erscheint.
Gang der Untersuchung:
Um entscheidende Aussagen über die Eignung von Aktienoptionsprogrammen als Vergütungsbestandteil von Managern treffen zu können, ist es notwendig, zunächst den Begriff der Aktienoption und die Funktionsweise dieser Programme zu erklären. Dies erfolgt im zweiten Kapitel, ebenso eine Darstellung der mit ihnen verbundenen Ziele und Aufgaben. Dabei wird auch die den Optionsprogrammen zugrunde Agency-Theorie und der Shareholder Value-Ansatz im Einzelnen beschrieben. Darüber hinaus verfolgen Aktienoptionsprogramme weitere Ziele, wie bspw. die Personalrekrutierung oder eine liquiditätsschonende Vergütung, die ebenso zu einer Steigerung des Unternehmenswertes beitragen können. Eine entscheidende Rolle beim Erfolg der Programme spielen die Rahmenbedingungen, die Inhalt des dritten Kapitels sind. Dazu werden zunächst die verschiedenen Formen von Aktienoptionsplänen näher erläutert, sowie auf die aktien-, gesellschafts-, steuer- und bilanzrechtlichen Bedingungen eingegangen. Den Schwerpunkt dieses Kapitels bilden die am meist verwendeten Aktienoptionsprogramme in Form von sog. ?Stock Options?. Ihre Durchführung ist im Gegensatz zu anderen Formen weitaus problematischer, weil die gesamten gesellschaftsrechtlichen Fragestellungen beachtet werden müssen. Die Ausführungen konzentrieren sich daher auf die Ausgabe von Stock Options und gehen somit explizit auf die gesellschaftsrechtlichen Sachverhalte ein. Um zu verhindern, dass es zu einer Fehlausübung der Aktienoptionen durch das Management kommt, die zu einem finanziellen Nachteil der Aktionäre führen würde, werden zudem qualitativ sinnvolle und wichtige Ausgestaltungsempfehlungen aufgezeigt. Anhand eines Aktienoptionsprogramms aus der Praxis wird im vierten Kapitel geprüft, inwieweit die theoretischen Erkenntnisse von dem Unternehmen umgesetzt werden. Hierzu wird kritisch und detailliert auf den Optionsplan eines DAX-Unternehmens eingegangen. Im fünften und letzten Kapitel werden die wichtigsten Aussagen zusammengefasst und es wird ein Ausblick über die mögliche zukünftige Entwicklung von Aktienoptionsprogrammen in Deutschland gegeben.
In einer zur Analyse der Anreizkompatibilität dieser Programme unterstützenden Erhebung wurden die 30 DAX-Unternehmen einbezogen. Die im Anhang dargestellten Ergebnisse dieser Befragung geben einen Abriss über den derzeitigen Einsatz, die Einführungsgründe und die Zukunftseinschätzung in Deutschland wieder. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit werden die Ergebnisse der Erhebung zur Verfestigung der Argumentation herangezogen.




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