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Papierloses Büro weiterhin nicht umsetzbar

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Am 27. Oktober war der World Paper Free Day dessen Hauptthema papierlose Büros und die digitale Datenverwaltung waren. In der Praxis ist dies jedoch nicht umsetzbar, Papierberge scheinen hingegen eher zu steigen. In der "Coleman Parks Research" befragte der Anbieter von Services für Informationsmanagement Iron Mountain 600 europäische Angestellte von Unternehmen mit 150 bis 2500 Mitarbeitern aus den Branchen Professional Services, Pharmazie und Versicherungen.

Knapp die Hälfte (45 Prozent) der von Iron Mountain befragten europäischen Unternehmen haben Probleme bei der Verwaltung ihrer Informationen. 59 Prozent sind besorgt darüber, dass die Archivierung von Papierdokumenten zu viel Platz in Anspruch nimmt. In Deutschland sind es sogar 88 Prozent aller Befragten. Zudem ist in 49 Prozent der Unternehmen in Europa (40 Prozent in Deutschland) kein zentraler Ansprechpartner für das Dokumentenmanagement verantwortlich, stattdessen ist die Zuständigkeit über unterschiedliche Abteilungen verteilt.

Das papierlose Büro bleibt eine Zukunftsvision – Unternehmen werden auch künftig Papierdokumente erstellen, kopieren und archivieren. Laut AIIM (Association of Information and Image Management) bewahren Unternehmen heute zehn Mal so viele Informationen auf wie noch vor fünf Jahren. Viele sind angesichts der Stapel von Abrechnungsbelegen, Kundenkarteikarten, Lizenzen und Rechnungen schlichtweg überfordert. In europäischen Großstädten beanspruchen Unternehmensunterlagen und Akten immer mehr Platz in einigen der teuersten Immobilien. Umso wichtiger sind deshalb effiziente Prozesse für das Management von Papierdokumenten.

Fünf praktische Schritte zu effizienteren Papierprozessen

1. „Papierarmes“ statt „papierloses“ Büro

Das papierlose Büro ist kurz- bis mittelfristig nicht realisierbar. Während die Papierarchive immer größer werden, steigt auch die Menge der digitalen Informationen exponentiell an. Gleichzeitig sehen sich Unternehmen mit immer strengeren gesetzlichen Regelungen hinsichtlich Aufbewahrungsrichtlinien und sich ständig ändernden Geschäftsanforderungen konfrontiert. Knappe Budgets, veraltete Systeme und Prozesse sowie über mehrere Abteilungen hinweg verteilte Zuständigkeiten erschweren diese Situation zusätzlich. Die pragmatischste Lösung ist hier ein Hybridmodell, bei dem alle Arten von Informationen – physisch und digital – berücksichtigt und im Rahmen einer kohärenten Informationsstrategie verwaltet werden.

2. Organisieren und Segmentieren von Informationen

Viele Unternehmen unterhalten riesige Papierarchive und wissen nicht, wo sie für ein besseres Management ansetzen sollen. Das Geheimnis liegt in der Segmentierung. Verantwortliche müssen wissen, welche Dokumente geschäftskritisch sind – und wo sie sich befinden. Dabei müssen sie unterscheiden zwischen geschäftskritischen Akten, betrieblichen Dokumenten, aktiven und inaktiven Informationen sowie nicht mehr benötigten Daten, die vernichtet werden können. Mithilfe dessen können Unternehmen erste Schritte zur Lösung des Papier-Problems umsetzen – und sicherstellen, dass sich die internen Ressourcen auf die Verwaltung der wertvollsten Dokumente fokussieren.

3. Den gesetzlichen Rahmen kennen

Die rechtlichen Rahmenbedingungen werden immer strenger und komplexer. International tätige Unternehmen müssen sich zudem mit unterschiedlichen und sich teilweise widersprechenden Gesetzen in den einzelnen Märkten auseinandersetzen. Sie müssen sich einen Weg durch das bürokratische Minenfeld bahnen und sicherstellen, dass sie die rechtlichen Vorschriften einhalten und wissen, was sie wie und bis wann aufbewahren bzw. vernichten sollten. Hier empfiehlt sich die Zusammenarbeit mit externen Experten. Diese können dabei helfen, Dokumente gemäß den jeweils geltenden Regelungen zu archivieren und Aufbewahrungszeiträume zu steuern. Damit lassen sich Dokumente über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg effizient verwalten – von der Erstellung bis zur sicheren Vernichtung.

4. Archivieren außerhalb des Firmengeländes

Zu den versteckten Kosten für die unternehmensinterne Einlagerung von Unterlagen kommen die offensichtlicheren Kosten für die Zeit, die das Personal mit dem Archivieren, Verwalten und Wiederfinden von Unternehmensakten verbringt. Ein vertrauenswürdiger Dienstleister kann hier unterstützen und sich um die meisten eingehenden Papierdokumente unter Einhaltung aller Compliance-Anforderungen kümmern – bevor diese an das Unternehmen gehen. Benötigte Dokumente werden dabei digitalisiert und in die entsprechenden Prozesse, zum Beispiel die Rechnungsabwicklung, integriert. Weniger häufig verwendete Originalunterlagen kann der externe Partner dagegen für einen vereinbarten Zeitraum außerhalb des Unternehmens archivieren und anschließend sicher vernichten.

5. Vorsicht vor Pauschallösungen

Es gibt keinen Königsweg für die Digitalisierung. Die gängige Meinung: „Digitalisiere alles, vernichte die Papierdokumente – und fertig ist das papierlose Büro“ funktioniert nicht. Im Gegenteil: Dieser Ansatz führt unweigerlich zu einer Überinvestition, da Dokumente digitalisiert werden, die Unternehmen wahrscheinlich nie mehr benötigen. Damit verschlechtert sich die Situation möglicherweise sogar. Anstatt also alle Unterlagen zu scannen, sollten Verantwortliche herausfinden, wie sich die Informationen für das eigene Unternehmen am besten nutzen lassen, und erst anschließend in die Digitalisierung der häufig verwendeten Dokumente investieren.

„Bevor Unternehmen Maßnahmen ergreifen, um ihre Papiermengen zu reduzieren, müssen sie genau wissen, über welche Informationen sie verfügen. Dokumente mit hohem Wert oder Risiko sollten dabei separat behandelt werden. „Papiereffiziente“ Unternehmen archivieren unternehmenskritische Unterlagen sicher außerhalb des eigenen Standorts, digitalisieren Papierdokumente und vernichten sowie recyceln diese gegebenenfalls“, sagt Hans-Günter Börgmann, Geschäftsführer der Iron Mountain Deutschland GmbH.





Erstellt von S.D. am 15.11.2011
Quelle:  Iron Mountain
Bild:  © PantherMedia / Helma Spona
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