Ab 2008 keine degressive Abschreibung mehr für Firmen- PKW

An Neujahr 2008 gab es gleich mehrere Steuerangriffe auf den Fuhrpark, mit Abschreibung, Rücklagenbildung und Leasing. Diese Gegenfinanzierungsmaßnahmen sollen das Haushaltsloch zumindest ein wenig stopfen, das die Unternehmensteuerreform durch deutlich sinkende Körperschaftsteuersätze einreißt. Das gilt insbesondere für Fahrzeuge, die betrieblich genutzt oder der Belegschaft überlassen werden. Darauf weist die Kanzlei Dr. Ebner, Dr. Stolz & Partner aus Stuttgart hin. 

Abschreibung_pm_Birgit_Reitz-Hofmann.jpgEin gravierender Einschnitt bringt der Wegfall der degressiven Abschreibung für alle nach 2007 georderten Pkw. Nur wenn der Wagen bereits Silvester auf dem Hof stand, dürfen weiterhin 30 Prozent des Kaufpreises abgeschrieben werden. Erfolgte der Erwerb auch nur einen Tag später, mindern die Anschaffungskosten den Firmengewinn nur noch gleichmäßig über die gesamte Nutzungsdauer. "Dann beläuft sich die AfA nur noch auf 16,6 Prozent pro Jahr", erläutert Steuerberaterin Manuela Wänger von Ebner, Stolz & Partner. 

Der steuerliche Anreiz für Neuinvestitionen sinkt damit. Dieser Einschnitt betrifft nahezu jeden Unternehmer und Freiberufler, indem er in der Investitionsphase höhere Gewinne für die Steuer ausweisen muss. Das gleicht sich allerdings in der Folgezeit wieder aus, es handelt sich nur um einen temporären Effekt zugunsten des Fiskus. Der Fuhrpark wird nun über einen längeren Zeitraum voll abgeschrieben und die Betriebsausgaben verschieben sich in die Zukunft. Die Entlastung erfolgt auch, wenn der Pkw vorzeitig verkauft oder ins Private überführt wird. Dem Veräußerungs- oder Entnahmeerlös steht dann ein geringerer abgeschriebener Buchwert gegenüber; insoweit fällt der steuerpflichtige Gewinn nicht so hoch aus.

Ganz neu rechnen, müssen Selbstständige bei der beliebten Ansparrücklage, wodurch sich in den beiden Folgejahren geplante Käufe mit 40 Prozent vorziehen und als Betriebsausgabe absetzen lassen. Diese Form der vorzeitigen Gewinnminderung gibt es bereits für das Geschäftsjahr 2007 nicht mehr. Jetzt gilt ein neuer Investitionsabzugsbetrag, den insbesondere viele Freiberufler überhaupt nicht mehr nutzen können. Während die alte Ansparrücklage unabhängig von Kanzleigröße oder Praxiserlösen zulässig war, ist der neu eingeführte Steuerposten für nicht bilanzierende Selbstständige nur noch bei Jahresgewinnen bis 100.000 Euro erlaubt. "Viele Ärzte oder Anwälte können den geplanten Pkw-Kauf also jetzt erst ab Anschaffung abschreiben, kommentiert die Expertin.

Mittelständische Unternehmer mit Bilanz hingegen können die neue Vorschrift besser nutzen als die vorherige Regelung. Soll zum Beispiel Ende 2010 in einen neuen Firmenwagen investiert werden, kann hierfür in der Steuererklärung für 2007 eine Betriebsausgabe berücksichtigt werden, was die Abgaben inklusive Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer sofort drückt. Was mit dem geplanten Maschinenpark oder Lkw noch leicht gelingt, wird beim Pkw schon zum Problem. Als neue Voraussetzung verlangt das Gesetz nämlich jetzt, dass der Erwerb anschließend fast ausschließlich für den Betrieb genutzt wird. "Da Selbstständige ihren Pkw in der Regel auch am Wochenende und für den Urlaub einsetzen, kann diese Hürde nur selten übersprungen werden", meint Wänger.

Zwar kann das Finanzamt bei Meldung der künftigen Investition nicht absehen, inwieweit der Wagen später privat genutzt wird. Steht er aber auf dem Hof und lassen sich Familienfahrten ausmachen, wird der Abzugsbetrag rückwirkend gestrichen. Dann erhöht sich der Steuergewinn im Jahr der Bildung und auf die fällige Nachzahlung fallen auch noch happige Zinsen an.

Aber es gibt auch Lichtblicke. Beim Pkw-Kauf können kleinere Betriebe neben der normalen AfA noch zusätzlich eine Sonderabschreibung von einmalig 20 Prozent absetzen. Diese Option gab es zwar nach dem alten Recht auch schon, konnte aber nur von demjenigen genutz werden, der für diesen Erwerb zuvor eine Ansparrücklage gebildet hatte. Diese Bedingung ist entfallen. Vom Kaufpreis des nach Silvester gekauften Wagens können sofort bis zu 36,6 Prozent abgesetzt werden, wenn die Bilanz maximal 235.000 Euro an Vermögen aufweist.


letzte Änderung am 15.08.2018
Quelle:  Dr. Ebner, Dr. Stolz & Partner
Bild:  © PantherMedia / Birgit Reitz- Hofmann

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