Geometrisch progressive Abschreibung (AfA)

Beschreibung: Bei diesem Abschreibungsverfahren steigen die Abschreibungsbeträge in jedem Nutzungsjahr. Die jährlichen Abschreibungsbeträge werden im Vergleich zur geometrisch-degressiven Abschreibungsmethode in umgekehrter Reihenfolge verrechnet.

Formel:

Der Abschreibungsbetrag steigt jedes Jahr um einen konstanten Prozentsatz, den so genannten Progressionsfaktor p, vom Betrag des Vorjahres.

Der Abschreibungsprozentsatz p ergibt sich aus:

Abschreibungssatz.png

wobei K0 Neuwert, Kn Restwert, n Nutzungsdauer sind.

Zunächst müssen die geometrisch-degressiven Abschreibungsbeträge ermittelt werden und im Anschluss in umgekehrter Reihenfolge angewendet werden. 

Beispiel:

Eine Anlage mit Anschaffungskosten von 150.000 € und 5 Jahren. Laufzeit soll geometrisch-progressiv abgeschrieben werden. Nach einer geplanten Nutzungsdauer wird es mit einem Restwert von 18.000 € gerechnet.

1.Schritt: Berechnung des Progressionsbetrags (p): 

  image002.png

 1Schritt.png

2. Schritt: Bestimmung der Abschreibungsbeträge (at) anhand der geometrisch-degressiven Abschreibungsmethode:

Die jährliche Abschreibungsquote p, mit der die Abschreibungsbeträge ermittelt werden, beträgt 34,56%. Somit ergibt sich der Abschreibungsbetrag

at und mit ihm der Restwert Rt als:

a1 = 150.000 · 0,3456 = 51.840 €

R1 = 150.000 – 51.840 = 98.160 €

Für die zweite Periode resultiert:

a2 = 98.160 € · 0,3456 ≈ 33.924 €

R2 = 98.160 – 33.924 ≈ 64.236 €

Die weiteren Ergebnisse sind der folgenden Tabelle zu entnehmen.

Nutzungsjahr 

  jährliche Abschreibung   

kalk. Restbuchwert

t=0


150.000

t=1

150.000 · 0,3456 ≈ 51.840

98.160

t=2

98.160 · 0,3456 ≈ 33.924

64.236

t=3

64.236 · 0,3456 ≈ 22.200

42.036

t=4

42.036 · 0,3456 ≈ 14.527

27.508

t=5

27.508 · 0,3456 ≈ 9.508

18.000

3. Schritt:  Bestimmung der Abschreibungsbeträge (at)

Die ermittelten geometrisch degressiven Abschreibungsbeträge werden im Anschluss in umgekehrter Reihenfolge angewendet.

Nutzungsjahr

  jährliche Abschreibung  

kalk. Restbuchwert

t=0


150.000

t=1

9.508

140.492

t=2

14.527

125.965

t=3

22.200

103.765

t=4

33.924

69.840

t=5

51.840

18.000

Handelsrechtlich: meistens nein
Steuerrechtlich: nein
Kalkulatorisch: ja

Formel in Excel:

Grafik: geometrisch-progressiv-abs.jpg

Kommentar:

Dieses Verfahren wird kaum genutzt. Es wird selten der Fall sein, dass die Abnutzung des Guts zu Beginn der Nutzungsdauer gering ist und mit dem Alter des Guts steigt, z.B. Landwirtschaftliche Betriebe, die anfänglich geringe und später höhere Erträge erzielen.

Aus steuerlichen Gründen sind wachsende Abschreibungsarten häufig weniger interessant, da höhere Abschreibungsbeträge erst in späteren Perioden erzielt werden. Darüber hinaus ist die Anwendung einer geometrisch-progressiven Abschreibung steuerrechtlich durch § 7 EStG indirekt ausgeschlossen.

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letzte Änderung R. am 15.08.2018
Autor(en):  Redaktion RWP

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