Immaterielle Vermögensgegenstände

Immaterielle Vermögensgegenstände gehören dem Anlagevermögen an und müssen bilanziert werden. Zu ihnen gehören Lizenzen, Rechte, Patente, Firmenwert oder Software. Hierbei wird in drei Arten von immateriellen Vermögensgegenständen unterschieden.

  1. Konzessionen, Rechte, Lizenzen
  2. Firmen- und Geschäftswert
  3. geleistete Anzahlungen

Für bis 2009 beginnende Geschäftsjahre galt das Aktivierungsverbot für immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens, die selbst erstellt worden sind.  War der Vermögensgegenstand entgeltlich erworben worden und einzelverkehrsfähig, bestand Aktivierungspflicht. Nach dem 31. Dezember 2009 wurde diese Vorschrift  gem. § 248 Abs. 2 HGB für selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens aufgehoben und durch ein Aktivierungswahlrecht ersetzt. Für selbstgeschaffene Firmenwerte gilt jedoch nach wie vor ein Aktivierungsverbot. Weiterführende Informationen können unter Aktivierungsmöglichkeit von selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen abgerufen werden. 

  1. Konzessionen, Rechte, Lizenzen:
    Hierunter fallen zum Beispiel Genehmigungen für die Nutzung geschützter Verfahren oder Markennamen. Nach HGB sind nicht alle immateriellen Vermögensgegenstände in der Bilanz aktivierbar. Aktivierbar sind entgeltlich erworbene, immaterielle Vermögensgegenstände. Aktivierungsverbot liegt bei selbst erstellten Vermögensgegenständen sowie eigenen Forschungs- und Entwicklungsprojekten und selbst erstellter Software vor. Aktivierte immaterielle Vermögensgegenstände können wie andere Vermögensgegenstände abgeschrieben werden.
  2. Firmen- und Geschäftswert:
    Der Firmenwert, auch Goodwill genannt, stellt den Wert eines Unternehmens dar, den ein Käufer über den Wert der Vermögensgegenstände nach Abzug der Schulden bereit ist, zu zahlen. Er soll auch den Ruf bzw. das Image des Unternehmens repräsentieren. Der Firmenwert ermittelt sich aus dem Unternehmenswert subtrahiert mit dem Substanzwert. Der Substanzwert weicht vom Buchwert ab, da er die stillen Reserven mit einschließt. Der Firmenwert muss nach dem Handelsgesetz (§ 246 A. 1 S. 4 HGB) angesetzt und abgeschrieben werden, wobei der Ansatz des selbstgeschaffenen Firmenwertes nach wie vor verboten ist. Der Firmenwert darf über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben werden. Die Nutzungsdauer beträgt hierbei 15 Jahre, die nach Steuerbilanz angesetzt sind. In den IFRS und US-GAAP ist die Aktivierung des Firmenwertes Pflicht, nach dem HGB liegt ein Aktivierungswahlrecht vor. In den Internationalen Richtlinien kann der Firmenwert nicht abgeschrieben werden.
  3. Geleistete Anzahlungen:
    Geleistete Anzahlungen sind Vorleistungen auf erwartete, künftige Vermögenszugänge. Diese Anzahlungen sind aktivierungspflichtig. Sie haben einen Forderungscharakter und werden entsprechend gebucht.

Aktualisiert am 23.09.2011 ACHTUNG! Die Informationen in diesem Artikel entsprechen teilweise nicht mehr der aktuellen Rechtslage.

letzte Änderung Enrico Reimus, Wolff von Rechenberg, Alexander Wildt am 09.09.2019

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02.04.2016 08:20:58 - Gast

Guten Tag zusammen, für selbstgeschaffene immaterielle VG besteht ein Aktivierungswahlrecht gem § 248 (2) HGB. Ihr Info unter Punkt 1 ist nicht wirklich korrekt.
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04.04.2016 08:17:32 - wvr

Guten Tag, da haben Sie Recht. Seit BilMoG können selbstgeschaffene immatterielle VG des Anlagevermögens aktiviert werden. Unser Artikel gibt die Rechtslage von 2011 wieder, was wir auch unter dem Artikel angegeben haben. Wir werden das noch etwas deutlicher angeben. Vielen Dank für Ihren Hinweis. Beste Grüße Die Redaktion
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18.09.2017 15:41:46 - elena

Hallo, ich hoffe auf Ihre kurze Hilfe. Unser Unternehmen hat einen Imagesong in Auftrag gegeben. Dieser wurde produziert. Sind die Produktionskosten in irgendeiner Weise abschreibungsfähig? Die Rechnung beinhaltet sowohl die Komposition, als auch das Gesang und die technische Bearbeitung des Songs. Vielen Dank vorab!
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20.09.2017 13:59:59 - Gast

Hallo Elena, Du hast eine Rechnung, die Du bezahlen musst. Also ist der immaterielle Vermögensgegenstand käuflich erworben. Kurzum: Wenn man sich einen Gegenstand gegen Entgelt durch einen Erfüllungsgehilfen erstellen lässt, ist er nicht mehr selbstgeschaffen. Hintergrund des §248 HGB ist, dass hier nicht Geld in den Aufwand fließen soll, sondern unterbunden werden soll, dass geschätzte Werte gegen aktivierte Eigenleistungen oder Privateinlagen gebucht werden. Wirtschaftsprüfer sehen das allerdings differenzierter und fragen nach, ob der Auftraggeber sein Geld auch bei einem Misserfolg bekommen hätte, denn dann wären die Kosten als Forschungs- und nicht als Entwicklungskosten anzusehen. Die Produktion ist immer Betriebsausgabe, da es sich um laufendes Geschäft handelt. Gruß Rainer
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28.12.2017 09:28:07 - Gast

hallo Zusammen, wir haben SSL Zertifikate im Wert von je 400,00 Euro gekauft. Laufzeit ist 3 Jahre. Kann ich die als GWG Software buchen oder muss ich die als Lizenzen über 3 Jahre abschreiben. Vielen Dank für Eure Hilfe. Nadine
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03.01.2018 09:45:40 - Gast

Hallo, das wäre eine Frage für einen Steuerberater. Da SSL-Zertifikate nicht selbstständig nutzbar sind, würde ich sie nicht als GWG sehen. Die Abschreibung ist auf jeden Fall der sichere Weg. Schönes neues Jahr.
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03.01.2018 11:06:52 - Gast

Hallo, ich würde sagen, dass es sich hierbei um Aufwand handelt. Da die Laufzeit 3 Jahre beträgt, wäre eine Abgrenzung vorzunehmen. Gruß, CP1
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