SEPA startet mit IBAN, BIC & Co - Die Fakten im Überblick

Heute endet die Übergangsfrist für SEPA. Damit tritt der Einheitliche Euro-Zahlungsraum für alle Unternehmen in Kraft. Wer jetzt noch umstellen will, kommt zu spät. Was Unternehmer über SEPA-Lastschriften, IBAN und BIC wissen müssen hat das Rechnungswesen-Portal in einem Artikel zusammengefasst. Privatverbraucher können sich zurücklehnen: Für sie gelten gewohnte Kontonummern und Bankleitzahlen weiter. Erst 2016 müssen sich auch Privatkunden eine IBAN merken.

Ab 2014 gelten neue Kontonummern und Bankleitzahlen. Im Februar tritt SEPA in Kraft, das einheitliche europäische Zahlungssystem. Aber nur ein kleiner Teil der Unternehmen hat sich bereits auf SEPA eingestellt. Bisher habe nur etwa einer von zehn Unternehmern oder Vereinen eine Gläubiger-Identifikationsnummer beantragt, meldet Haufe-Lexware unter Berufung auf Angaben der deutschen Kreditwirtschaft. Privatleute können vorerst noch mit Kontonummer und BLZ leben. 


Unternehmen müssen bis zum 1. August 2014 auf SEPA umgestellt haben. Es ist allerhöchste Eisenbahn. 

SEPA: Umstellung nicht von jetzt auf gleich

Der IT-Branchenverband BITKOM warnt: "Die Umstellung der Zahlungsverkehrsabläufe kann nicht von "jetzt auf gleich" geschehen, sie muss als übergreifendes Projekt aufgesetzt und begleitet werden." Experten schätzen den Aufwand für die SEPA-Umstellung höher als für die Einführung des Euro. Also höchste Eisenbahn, sich mit SEPA zu beschäftigen.

Das ist SEPA

SEPA steht für "Single European Payment Area", einen einheitlichen europäischen Zahlungsraum. Wenn dieser Zahlungsraum am 1. Februar 2014 in Kraft tritt, macht es in der Europäischen Union keinen Unterschied mehr, ob eine Überweisung ins Inland oder ins europäische Ausland geht. SEPA-Überweisung und SEPA-Lastschrift mit internationaler Kontonummer und Bankleitzahl lösen zumindest im Geschäftsverkehr die alten nationalen Verfahren ab.

In diesen Ländern gilt SEPA

SEPA wird für Eurozahlungen in der gesamten EU gelten. Außerhalb der Europäischen Union tritt SEPA in den EWR-Staaten Island, Liechtenstein und Norwegen sowie in Monaco und in der Schweiz. in Kraft. Der SEPA-Zeitplan Schon seit März 2012 können Privathaushalte und Unternehmen die SEPA-Überweisung nutzen. SEPA-Überweisungen darf schon jetzt niemand ablehnen. Ab Februar 2014 müssen Bankkunden als Kontokennung die IBAN nutzen (International Bank Account Number, Internationale Kontonummer) und den BIC (Business Identifier Code, Internationale Bankleitzahl). Für Überweisungen gilt im Geschäftsverkehr nur noch die SEPA-Überweisung.

Achtung! Die EU duldet einige Ausnahmen. Deutschland macht im geschäftlichen Zahlungsverkehr keine Ausnahmen. Aber die Bundesbank weist darauf hin, dass es im EU-Ausland solche Ausnahmen geben kann. Zwei wichtige Ausnahmen gibt es auch in Deutschland:

  1. Das Elektronische Lastschriftverfahren in den Supermärkten gilt vorerst weiter.
  2. Private Haushalte können im Inland weiter ihre gewohnte Kontonummer und Bankleitzahl verwenden. 

2016 enden alle Ausnahmen, alle nationalen Verfahren werden abgeschaltet. Dann ist Europa im gemeinsamen Zahlungsraum angekommen.

Das ändert sich mit SEPA 

Da im Privatkundengeschäft weiter Kontonummer und BLZ gelten, betreffen die Neuerungen von SEPA zunächst vor allem den Zahlungsverkehr zwischen Unternehmeen. IBAN und BIC ersetzen Kontonummer und BLZ. Der Datenaustausch mit einem XML-Format (ISO 200022) ersetzt das DTA-Format. Für den Verwendungszweck stehen nur noch 140 Zeichen zur Verfügung (DTA: 378 Zeichen). Im Unterschied zur DTA-Lastschrift haben SEPA-Lastschriften einen Vorlauf von 5 Tagen. Strenge Regeln für die Einwilligung zum Lastschrifteinzug, bisher reichte eine formlose Einwilligung. Der Lastschrifteinreicher muss eine Pre-Notification vorlegen, diese enthält unter anderem Betrag, Fälligkeitsdatum, Mandatsreferenz und Gläubiger-ID.

Mandatsreferenz und Gläubiger-ID müssen mit jeder neuen Lastschrift eingereicht werden. Neue Begriffe für SEPA-Lastschrift Die größten Neuerungen hält die SEPA-Lastschrift bereit. Statt einer formlosen Abbuchungserlaubnis muss der Lastschrifteinreicher (Kreditor) ein Mandat und eine Gläubiger-Identifikationsnummer (Gläubiger-ID) vorweisen.

Das sind die neuen Begriffe der SEPA-Lastschrift:

1. Das SEPA-Mandat 
Keine SEPA-Lastschrift ohne papierhaftes Mandat. Das Mandat muss sich an eine vorgegebene Form halten. Der Kreditor muss auf die Rückgabefrist von 8 Wochen hinweisen. Außerdem muss das Mandat die Gläubiger-ID des Kreditors enthalten sowie eine Mandatsreferenz. Diese Angaben sollen die eindeutige Zuordnung von Lastschriften erleichtern. Wird ein Mandat 36 Monate nicht genutzt, erlischt es. Beispielformulare für SEPA-Mandate zum Download gibt es bei der Bundesbank.

2. Die Gläubiger-Identifikationsnummer (Gläubiger-ID)
  Die Gläubiger-ID ist 18 Stellen lang. Sie besteht aus dem ISO-Ländercode (DE), der Prüfziffer, einer Geschäftsbereichskennung und dem nationalen Identifikationsmerkmal. Sie ist Teil des Mandats. Die Gläubiger-ID muss über die Bundesbank beantragt werden

3. Pre-Notification
In einer Vorankündigung (Pre-Notification) muss der Kreditor dem Kunden (Debitor) die Lastschrift ankündigen. Das muss er tun, bevor er seiner Bank die Lastschrift schickt. Die Pre-Notification muss alle Angaben des Mandats enthalten (Referenz, Gläubiger-ID, Betrag, Fälligkeit etc.).

4. Vorlauffrist
Im Unterschied zur gewohnten DTA-Lastschrift schreibt die SEPA-Lastschrift eine Vorlauffrist vor. Die Lastschrift muss mindestens 5 Bankarbeitstage vor der Fälligkeit des Betrags vorgelegt werden. Bei wiederkehrenden Lastschriften muss nur die erste Lastschrift 5 Banktage vor Fälligkeit vorgelegt werden. Für weitere Lastschriften genügen 2 Tage Vorlauffrist.

5. R-Transaktionen
Als R-Transaktionen ordnet das SEPA-Regelwerk alle unvorhergesehenen Transaktionen ein, etwa einen Lastschriftrückläufer, einen Widerruf oder eine Stornierung von Zahlkungen.

So geht es mit laufenden Lastschriften weiter

Alle Einzugsermächtigungen, die zum Stichtag, dem 1. Februar 2014, bestehen, können als SEPA-Lastschriften weitergeführt werden. Das SEPA-Regelwerk sieht diese Möglichkeit vor. Der BITKOM erwartet, dass die deutsche Kreditwirtschaft bestehende Lastschriften in SEPA-Mandate umwandeln wird, ohne dass der Lastschrifteinreicher oder Kreditor erneut ein Mandat einholt. Allerdings muss der Kreditor dem Debitor Mandatsreferenz und Gläubiger-ID nachreichen. 

So wirkt sich SEPA in Unternehmen aus

SEPA betrifft viele Bereiche des Unternehmens. Die IT muss Computerprogramme ändern oder neu installieren, das Archiv muss papierhafte Mandate über SEPA-Lastschriften ablegen, die Poststelle muss in allen Bankverbindungen Kontonummern und Bankleitzahlen durch IBAN und BIC ersetzen. Die Personalabteilung muss bei Mitarbeitern die neuen Bankverbindungen abfragen und eingeben. Das Rechnungswesen muss die Stammdaten von Kunden und Lieferanten um IBAN, BIC und Mandatsdaten ergänzen. Controller sollten vor allem die neuen Vorlauffristen im Blick behalten und gegebenenfalls die Disposition der Firmenkonten anpassen.  


letzte Änderung W.V.R. am 09.09.2019
Autor(en):  Wolff von Rechenberg
Quelle:  Bundesbank, BITKOM, Haufe-Lexware
Bild:  PantherMedia / Helma Spona

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Der Autor:
Herr Wolff von Rechenberg
Wolff von Rechenberg betreut als Redakteur die Fachportale der reimus.NET sowie das Controlling-Journal. Der gelernte Zeitungsredakteur arbeitete als Wirtschafts- und Verbraucherjournalist für verschiedene Onlinemedien und versorgt seit 2012 die Fachportale der reimus.NET mit News und Fachartikeln.
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