Entgeltfortzahlung / Lohnfortzahlung im Krankheitsfall

Arbeitnehmer haben bei einer unverschuldeten Arbeitsunfähigkeit infolge von Krankheit für die Dauer von bis zu sechs Wochen (42 Kalendertage) einen Anspruch auf Entgeltfortzahlung (§ 3 Abs. 1 EntgFG).

Die Regelungen des Entgeltfortzahlungsgesetzes gelten gleichermaßen für alle Arbeitnehmer. Die Entgeltfortzahlung / Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gilt nicht nur für die vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmer, sondern auch für die Teilzeitkräfte. Dies umfasst auch Mitarbeiter im Studentenjob oder einem so genannten Minijob mit bis zu 400 Euro Verdienst im Monat (§ 1 EFZG).

Voraussetzungen

Die Entgeltfortzahlung ist an folgende Voraussetzungen geknüpft:

Der Entgeltfortzahlungsanspruch beginnt am auf die Arbeitsunfähigkeit folgenden Tag und besteht für maximal sechs Wochen. Dauert die Erkrankung länger, so wird von der Krankenkasse Krankengeld bezahlt. Die im Rahmen der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall geleistete Leistungen sind Betriebsausgaben.

Bei der Berechnung des fortzuzahlenden Arbeitsentgelts gilt das Lohnausfallprinzip. Die Höhe des zu zahlenden Entgelts richtet sich nach dem Betrag, den der Arbeitnehmer regulär verdient hätte, wenn er nicht arbeitsunfähig krank geworden wäre. Dies beinhaltet z. B. auch regelmäßig anfallende Überstundenzuschläge, die Zuschläge für Sonn- und Feiertagsarbeit (BAG 14.01.2009 - 5 AZR 89/08). Gemäß § 4 Abs. 4 EntgFG kann von der Regelung durch Tarifvertrag abgewichen werden. Für das krankheitshalber weiterzuzahlende Entgelt werden Sozialabgaben und Steuern abgeführt, da es sich um einen Bruttoanspruch handelt.

Kleinbetriebe, die in der Regel nicht mehr als 30 Arbeitnehmer haben, haben gegen die gesetzlichen Krankenkassen, mit Ausnahme der landwirtschaftlichen Krankenkassen, einen Anspruch auf die Erstattung bis zu 80% des an Arbeitnehmer fortgezahlten Arbeitsentgelts (§ 1 Abs. 1 AAG).

Beispiel:
Ein Arbeitnehmer wird für 28 Tage krankgeschrieben. In dieser Zeit bezieht er den Bruttolohn von 28/30 von 3.000 EUR=2.800 EUR, die als Betriebsausgabe abzugsfähig sind. Auf Antrag erstattet die Krankenkasse 65% des Bruttoentgelts (2.800 * 65%= 1820 EUR). Die Buchung sieht wie folgt aus:  

Bank
1.820,00 EUR
an
Lohnfortzahlung-Erstattungen
1.820,00 EUR


letzte Änderung A.W. am 17.05.2021
Autor(en):  Anna Werner

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