Steuerliche Aufzeichnungspflicht für Einnahmen-Überschuss-Rechnung

Die Steuerpflichtigen, die ihren Gewinn nach § 4 Abs. 3 EStG durch den Überschuss der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben berechnen, muss die Einnahmen-Überschuss-Rechnung nach amtlichem Datensatz durch Datenfernübertragung übermitteln werden. Für die Datenübermittlung wurde das Formular „Anlage EÜR“ entwickelt. Dieses Formular sieht eine standardisierte Aufschlüsselung der Betriebseinnahmen und -ausgaben vor.
Auf Verlangen muss der Steuerpflichtige dem Finanzamt die Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben erläutern und glaubhaft machen. Grundlage dafür ist die Sammlung von Belegen.

Die gesetzliche Regelung des § 4 Abs. 3 EStG enthält keine Bestimmungen zur Aufzeichnungspflicht. In manchen Fällen ist jedoch nur die Bereitstellung von Belegen für die amtliche Prüfung auf die Richtigkeit und Vollständigkeit nicht ausreichend. Dann sind zusätzliche Aufzeichnungen erforderlich.

Folgende Einzelaufzeichnungen sind ergänzend erforderlich:
  • Die Einnahmen und Ausgaben müssen getrennt nach Steuersätzen und steuerfreien Umsätzen aufgezeichnet werden. Das heißt: getrennte Listen führen bzw. auf getrennte Konten buchen.

Beispiel
Autorenhonorare netto
30.000 €
Beratungshonorare netto
15.000 €
Vereinnahmte Umsatzsteuer 7 %


2.100 €
Vereinnahmte Umsatzsteuer 19 % 
2.850 €


Abweichend von der Gewinnermittlung durch Bilanzierung sind bei der Einnahmeüberschussrechnung die Betriebseinnahmen und die Betriebsausgaben nach den Grundsätzen des Zufluss- und Abflussprinzips (§ 11 EStG) zu erfassen. Betriebseinnahmen dürfen erst dann erfasst werden, wenn sie zugeflossen sind. Betriebsausgaben werden dem Kalenderjahr der Zahlung zugeordnet.  Eine Ausnahme bilden regelmäßig wiederkehrende Einnahmen und Ausgaben. Wenn diese 10 Tage vor und 10 Tage nach dem 31.12 geflossen sind, müssen sie in dem Jahr erfasst werden, in das sie wirtschaftlich gehören. Dazu zählen u.a.:

  • Einnahmen wie Miete, Pacht
  • Ausgabe wie Miete, Renten, Nebenkosten, Löhne und Gehälter
  • Umsatzsteuer-Vorauszahlungen

Das gilt ebenfalls für Zinsen, unabhängig davon, wann sie gezahlt wurden. Wareneinkäufe, Zahlungen und Erstattungen laut Umsatzsteuererklärung gehören nicht dazu.


letzte Änderung A.W. am 26.07.2018
Autor(en):  Anna Werner

RSS

Weitere Fachbeiträge zum Thema

Kommentar zum Fachbeitrag abgeben

Nur registrierte Benutzer können Kommentare posten!