Reisekosten 2012

Unter Reisekosten sind gemäß den neuen Lohnsteuer-Richtlinien diejenigen Kosten zu verstehen, nahezu ausschließlich bei der beruflichen Tätigkeit eines Arbeitnehmers außerhalb seiner Wohnung und einer ortsgebundenen regelmäßigen Arbeitsstätte anfallen. 

Zu den Reisekosten gehören: 

  • Fahrtkosten (R 9.5 LStR),
  • Verpflegungsmehraufendungen (R 9.6 LStR),
  • Übernachtungskosten (R 9.7 LStR)
  • und Reisenebenkosten (R 9.8 LStR). 
Dabei können die nachgewiesenen Fahrtkosten, Übernachtungskosten und Reisenebenkosten ohne Begrenzung vom Arbeitgeber lohnsteuerfrei ersetzt werden, insofern die Reisekostenabrechnung auf den Arbeitgeber ausgestellt ist. Der Verpflegungsmehraufwand kann nur mit Pauschbeträgen als nicht steuerpflichtiger Arbeitslohn angesetzt werden. Sollte der Arbeitgeber die dem Arbeitnehmer entstandenen Reisespesen nicht bis zur steuerlich zulässigen Höhe erstattet haben, können diese Kosten als Werbungskosten im Rahmen der persönlichen Einkommensteuererklärung berücksichtigt werden. Ausgenommen sind die Übernachtungspauschalen, die ausschließlich in den Fällen der Arbeitgebererstattung anwendbar sind (R 9.7 Abs. 3 und R 9.11 Abs.10 S.7 Nr. 3 LStR). 

Die bisherige Unterscheidung der Reisekosten in Dienstreise, Fahrtätigkeit und Einsatzwechseltätigkeit wurde mit der Neuregelung zum 1. Januar 2008 aufgehoben. Für Zeiträume ab 1. Januar 2008 gilt einheitlich der Begriff Auswärtstätigkeit. Eine beruflich veranlasste Auswärtstätigkeit liegt immer dann vor, wenn der Arbeitnehmer


Es handelt sich außerdem um eine Auswärtstätigkeit, wenn der Arbeitnehmer bei seiner individuellen beruflichen Tätigkeit typischerweise nur an ständig wechselnden Tätigkeitsstätten oder auf einem Fahrzeug tätig wird. Dabei gilt nach dem am 15.12.2011 veröffentlichten BMF-Schreiben, dass ein Arbeitnehmer grundsätzlich nur eine regelmäßige Arbeitsstätte je Arbeitsverhältnis haben kann. Bei einer vorübergehenden Auswärtstätigkeit an einer anderen betrieblichen Einrichtung des Arbeitgebers wird diese nicht zur regelmäßigen Arbeitsstätte.

Regelmäßige Arbeitsstätte ist der ortsgebundene Mittelpunkt, der dauerhaft angelegten beruflichen Tätigkeit des Arbeitnehmers. Regelmäßige Arbeitsstätte ist insbesondere jede ortsfeste dauerhafte betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers, der dem Arbeitnehmer auf Grund der dienst- bzw. arbeitsrechtlichen Vereinbarung zugeordnet ist oder betrieblichen Einrichtung des Arbeitgebers, wo der Arbeitnehmer


Im Einzelfall kann abweichend geltend gemacht werden, dass dem Arbeitnehmer keine regelmäßige Arbeitsstätte oder eine andere Einrichtung des Arbeitgebers zugeordnet ist. Abweichungen von den oben genannten Grundsätzen müssen anhand des inhaltlichen Schwerpunktes der beruflichen Tätigkeit nachgewiesen und glaubhaft gemacht werden. Es ist darauf zu achten, dass wenn der Arbeitnehmer bei einer betrieblichen Einrichtung  des Kunden des Arbeitgebers eingesetzt wird, nach der Rechtsprechung keine Betriebsstätte begründet wird.

Ist nach dem Gesamtbild des Arbeitsverhältnisses anzunehmen, dass die auswärtige Tätigkeitsstätte vom ersten Arbeitstag an regelmäßige Arbeitsstätte geworden ist, so ist diese Tätigkeit nicht vorübergehend und somit können keine Reisekosten anerkannt werden.


letzte Änderung S.D. am 10.09.2019
Autor(en):  Anna Werner

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