Arbeitszimmer: Umbaukosten für privates Badezimmer nicht ansetzbar

Umbaukosten für privat genutztes Bad auch anteilig nicht steuerlich absetzbar

Wer sein privates Bad renoviert, kann diese Kosten weder ganz noch anteilig als Aufwendungen oder Betriebsausgaben für sein häusliches Arbeitszimmer geltend machen. Mit diesem Urteil hob der Bundesfinanzhof (Az.: VIII R 16/15) eine Entscheidung des Finanzgerichts Münster auf.

Renovierungs- und Umbaukosten für einen Raum, der ausschließlich oder mehr als in nur untergeordnetem Umfang privaten Wohnzwecken dient, können laut Bundesfinanzhof weder die abziehbaren Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer erhöhen noch als allgemeine Gebäudekosten über den Flächenanteil des Arbeitszimmers bei den Betriebsausgaben berücksichtigt werden. In dem Fall ging es um einen Steuerberater, der das Badezimmer und den Flur seines Eigenheim umfassend umgebaut hatte. In diesem Haus nutzte der Steuerberater für seine selbstständige Tätigkeit ein häusliches Arbeitszimmer, das 8,43 Prozent der Gesamtfläche ausmachte.

In seiner Steuererklärung machte er daher 8,43 Prozent der entstandenen Umbaukosten als Betriebsausgaben im Zusammenhang mit seinem häuslichen Arbeitszimmer geltend. Abgesehen von den Kosten für den Austausch der Arbeitszimmer-Tür berücksichtigte das Finanzamt die geltend gemachten Aufwendungen jedoch nicht. Der Bundesfinanzhof bestätigte jetzt diese Auffassung und widersprach damit einer Entscheidung des Finanzgerichts Münster.

Der Steuerberater führte an, dass die durchgeführte Renovierung weit über übliche Schönheitsreparaturen hinaus gegangen sei und zu einer nachhaltigen Werterhöhung des gesamten Einfamilienhauses geführt habe. Die Umbauten für das Badezimmer und den Flur hätten daher – ähnlich wie Kosten für die Neueindeckung des Daches, die Renovierung der Fassade, den Ersatz der Eingangstür oder die Trockenlegung des Kellers – das gesamte Gebäude betroffen.

Grundsätzlich bestätigte zwar der BFH, dass Aufwendungen, die wie beispielsweise Schuldzinsen, Gebäude-AfA oder Müllabfuhrgebühren für das gesamte Gebäude anfallen, nach dem Flächenverhältnis aufzuteilen und damit anteilig zu berücksichtigen sind. Das gelte jedoch nicht bei Ausgaben für einen Raum, der ausschließlich oder mehr als in nur untergeordnetem Umfang privaten Wohnzwecken diene. "Erfolgen Baumaßnahmen in Bezug auf einen privat genutzten Raum, fehlt es an Gebäudekosten, die nach dem Flächenverhältnis aufzuteilen und anteilig abzugsfähig sind", so der BFH.

Dass ein Arbeitszimmer steuerlich zum Betriebsvermögen zählt und das Finanzamt bei einer späteren Entnahme anteilig den Gebäudewert als zu versteuernden Entnahmewert festsetzt, spricht aus Sicht des BFH ebenfalls nicht für eine Anerkennung der Aufwendungen. Ob beziehungsweise in welchem Umfang entsprechende Modernisierungsaufwendungen Einfluss auf einen in späteren Jahren zu ermittelnden Entnahmewert des Arbeitszimmers hätten, könne sachgerecht nur zum im Zeitpunkt der Entnahme beantwortet werden. Es sei keinesfalls ausgeschlossen, dass der Wert solcher Aufwendungen zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr oder nur noch in sehr geringem Umfang vorhanden sei.


Erstellt von (Name) W.V.R. am 12.08.2019
Geändert: 20.12.2019 10:28:24
Autor:  Petra Hannen
Quelle:  Bundesfinanzhof
Bild:  panthermedia.net / Volodymyr Melnyk
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