Firmenwagen: Preis eines Importautos ist zu schätzen

Wenn ein Unternehmen die private Nutzung eines Firmenwagens nach der 1%-Regel versteuert, dann dient der Bruttolistenneupreis als Grundlage. Bei Importautos muss das Unternehmen einen Preis schätzen. Wenn sich kein vergleichbares Fahrzeug auf dem Inlandsmarkt finden lässt, bietet es sich an, einen typischen Bruttoabgabepreis bei Importeuren zu ermitteln. Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden (Az. III R 20/16).

Als Grundlage zur Versteuerung des geldwerten Vorteils für einen Firmenwagen dient in der Regel die 1%-Regel, die vom Bruttolistenneupreis des Autos ausgeht. Aber wie verhält es sich mit einem importierten Auto, für das es in Deutschland keinen Bruttolistenneupreis gibt? Das gilt beispielsweise für einen Marke Ford Mustang Shelby GT 500 Coupé, den ein Gewerbetreibender über einen deutschen Autohändler aus den USA importiert hatte und als Firmenwagen nutzte.


Als Grundlage verwendete der Unternehmer den Listenneupreis in den USA von umgerechnet 53.977 Euro. Bei einer Außenprüfung beanstandete das Finanzamt dieses Vorgehen und setzte den Preis fest, den der Steuerzahler beim Importeur tatsächlich bezahlt hatte: 78.900 Euro. Der Autofahrer zog vor Gericht und scheiterte mit seiner Klage nun auch in zweiter und letzter Instanz. Wenn ein inländischer Bruttolistenneupreis nicht festzustellen ist und es auch keine in Typ und Bauart vergleichbaren Modelle auf dem deutschen Markt gibt, darf das Finanzamt den Preis schätzen, entschied der BFH. Allerdings darf es nicht einfach den Anschaffungspreis des Importautos als Grundlage verwenden, hoben die Gerichte in beiden Verfahren hervor. In der Höhe bestätigten beide Gerichte jedoch die Festsetzung des Finanzamtes. Das FG hatte in erster Instanz Vergleichsbeträge bei anderen Importeuren eingeholt und einen typischen Anschaffungspreis ermittelt, der sich ebenfalls auf 78.900 Euro belief. Dieses Verfahren bestätigte der BFH als geeignet zur Schätzung.

Erstellt von (Name) W.V.R. am 12.03.2018
Geändert: 31.05.2018 11:20:20
Autor:  Wolff von Rechenberg
Quelle:  SIS-Verlag / BFH
Bild:  panthermedia.net / AnnaOmelchenko
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