Frauen in Vorständen: Unternehmen brauchen neue Strukturen

Studie zum Frauenanteil in Vorständen

Der Frauenanteil in den Vorstandsetagen ist weiterhin gering. Ein neues Gesetz soll das ändern. Die Managementberatung Horvh & Partners fand heraus, wo der Handlungsdruck am größten ist. Mit einfachen Neubesetzungen wird es nicht getan sein.

Börsennotierte oder paritätisch mitbestimmte Unternehmen brauchen demnächst eine Frau im Vorstand, wenn das Entscheidungsgremium aus mindestens drei Personen besteht. Das sieht ein Gesetzentwurf der Bundesregierung vor. Das Gesetz werde jedoch Auswirkungen weit über den kleinen Kreis der betroffenen Unternehmen hinaus haben. Davon geht die Managementberatung Horváth & Partners aus. Das Beratungsunternehmen hat einen "Faktencheck Vorstandsstrukturen 2021" vorgestellt. Die Studie zeigt, welche Rollen Frauen in deutschen börsenorientierten Unternehmen einnehmen – und wo der Veränderungsbedarf besonders groß ist.

Mit Nachbesetzungen ist es nicht getan

Frauen besetzen demnach nur 12 Prozent der aktuell etwa 730 Vorstandspositionen in den deutschen börsennotierten Unternehmen. Laut Studie sitzt in gut 60 Prozent der betroffenen Unternehmen (101 der 169 börsennotierten Unternehmen) ist bisher keine Frau im Vorstand. Handlungsdruck bestehe vor allem für die Aufsichtsräte der betroffenen Unternehmen, erklärt Oliver Greiner, Partner für Strategie und Transformation bei Horváth & Partners. Mit Nach- oder Neubesetzungen sei es dabei nicht getan, warnt Greiner. Stattdessen müstsen auch Vorstandserweiterungen oder Neustrukturierungen in Betracht gezogen werden. Denn nicht in allen Unternehmensbereichen ist der Handlungsdruck gleich groß.

An der Spitze ist der Frauenanteil am geringsten

Die meisten weiblichen Vorstände fand Horváth & Partners im Finanzressort (24 Vorständinnen und im Personalwesen (22 Vorständinnen). Dies seien immerhin knapp 45 Prozent aller Personalvorstände. Allerdings hätten aktuell nur 49 Unternehmen einen dezidierten Personalvorstand. Anders im operativen Bereich: Dort gibt es laut Studie nur 6 designierte Vorständinnen, aber 57 männliche Vorstände. Gerade einmal 3 Vorständinen im Technologie- oder Entwicklungsbereich stehen dort 35 Männern gegenüber. Ebenso groß ist der Handlungsbedarf in Vertrieb und Marketing: hier fand die Studie 2 weibliche Vorstände im Gegensatz zu 32 männlichen Vorständen. Am dünnsten wird die Luft an der Spitze, bei den CEOs. Lediglich 6 Frauen leiten große börsennotierte Unternehmen als Vorstandsvorsitzende. Als Bereichsvorstände mit direkter Verantwortung für Geschäftseinheiten fanden die Autoren der Studie ebenfalls nur 6 Frauen – im Gegensatz zu 117 männlichen Kollegen.

Im Zweifel für eine Frau

Das neue Gesetz werde nicht nur die Vorstände in großen börsennotierten Unternehmen verändern, warnt Oliver Greiner. Der Berater erwartet, dass das Gesetz als Katalysator für die Erhöhung des Frauenanteils über alle Führungsebenen hinweg dient. Horváth & Partner rät Unternehmen, diese Entwicklung aktiv zu fördern. Es werde bei der Besetzung einer Führungsposition auch weiterhin um die beste fachliche Eignung gehen. Doch Unternehmen sollten die Natürlich muss es bei der Besetzung von Führungspositionen immer um die beste fachliche Eignung gehen, doch bei gleicher fachlicher Eignung müssten Frauen künftig vorrangig berücksichtigt werden.

Über die Studie

Experten der Managementberatung Horváth & Partners haben im Rahmen ihres "Faktencheck Vorstandsstrukturen 2021" die aktuelle Aufstellung der Vorstände in den deutschen börsennotierten Unternehmen unter die Lupe genommen. Analysiert wurden dabei die Führungsetagen der Gesellschaften im DAX, MDAX, SDAX und TecDAX.


Erstellt von (Name) W.V.R. am 10.02.2021
Geändert: 10.02.2021 15:20:45
Autor:  Wolff von Rechenberg
Quelle:  Horvàth & Partners
Bild:  Bildagentur PantherMedia / londondeposit
RSS

Premium-Stellenanzeigen


KÖNIG METALL GmbH & Co. KG
Gaggenau
Sparkasse Rhein Neckar Nord
Mannheim
St. Joseph Krankenhaus Berlin-Tempelhof
Berlin