Selbstständige: Volle Fahrtkosten zwischen Wohnung und wechselnden Betriebsstätten

Selbstständige, die mit dem Auto zwischen ihrer Wohnung und mehreren wechselnden Betriebsstätten pendeln, können dafür die vollen Fahrtkosten von der Steuer absetzen, nicht nur die Pendlerpauschale. Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden (Az.: III R 19/13). 

Sucht ein Selbstständiger mit seinem Privatauto täglich andere Betriebsstätten auf, dann handelt es sich um mehrere Betriebsstätten, nicht um eine. Zumindest solange keiner einzelnen Betriebsstätte eine besondere Bedeutung zukomme, formulierte der Bundesfinanzhof (BFH) in München. Für diese Fahrten stehen einem Selbstständigen volle Fahrtkosten zu, nicht nur die einfache Entfernungspauschale, urteilten die Richter im Fall einer Musiklehrerin.  Die Klägerin hatte Musikunterricht in mehreren Schulen und Kindergärten erteilt. Sie machte die Fahrtkosten für ihr privates Kfz als Betriebsausgaben geltend und setzte für jeden gefahrenen Kilometer pauschal 30 Cent an. Das Finanzamt (FA) erkannte dagegen die Fahrtkosten nur mit 30 Cent pro Entfernungskilometer an – entsprechend der Pendlerpauschale für Arbeitnehmer.

Die Musiklehrerin klagte erfolgreich vor dem Finanzgericht und bekam nun auch vor dem BFH Recht. Auch nach den neuen Regeln für Reisekosten ab 2014 sind die Fahrten zu ständig wechselnten Tätigkeitsorten in vollem Umfang steuerlich absetzbar, entschieden das oberste Steuergericht.

Erstellt von (Name) W.V.R. am 20.02.2015
Geändert: 06.09.2017 08:25:19
Autor:  Wolff von Rechenberg
Quelle:  BFH
Bild:  panthermedia.net / Michal Rerych
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