Steuer 2018: Das ändert sich

Neues bei der Steuer kommt auf die Haushalte auch 2018 zu. So gilt im neuen Jahr ein höheres Existenzminimum. Es gibt mehr Geld für Familien, bessere Abschreibungsmöglichkeiten, weniger bürokratische Pflichten sowie Anpassungen bei der Steuerklassen-Eingruppierung. Die Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V. (VLH) erläutert fünf wichtige Punkte.

1. Grundfreibetrag und Unterhaltshöchstbetrag werden angehoben


Runde 9.000 Euro: So hoch ist der Grundfreibetrag ab dem 1. Januar 2018. Im Vergleich zu 2017 ist dies eine Steigerung um 180 Euro. Laut VLH-Experten bedeutet das, dass ein Single 2018 bis zu einer jährlichen Einkunftshöhe von rund 9.000 Euro keine Steuern zahlen muss. Das Doppelte, also runde 18.000 Euro, steht zusammenveranlagten Eheleuten und eingetragenen Lebenspartnern zu. Der Grundfreibetrag soll sicherstellen, dass das staatlich festgelegte Existenzminimum steuerfrei ist, sodass sich jede Person das Lebensnotwendigste leisten kann.

Auf ebenfalls 9.000 Euro steigt der Unterhaltshöchstbetrag, der sich am Grundfreibetrag orientiert. Das bedeutet: Ein Unterhaltspflichtiger kann ab 1. Januar 2018 unter bestimmten Voraussetzungen Unterhaltsleistungen von maximal 9.000 Euro pro Jahr steuerlich geltend machen.

2. Mehr Kindergeld und höherer Kinderfreibetrag, kürzere Antragsfristen fürs Kindergeld


Das Kindergeld steigt um zwei Euro pro Monat und Kind: Somit bekommen Erziehungsberechtigte ab 1. Januar 2018 für das erste und zweite Kind jeweils 194 Euro im Monat, für das dritte Kind 200 Euro und ab dem vierten Kind monatlich 225 Euro, wie die VLH-Fachleute vorrechnen.

Ab 1. Januar 2018 erhöht sich auch der Kinderfreibetrag - und zwar von 4.716 Euro auf 4.788 Euro für verheiratete Eltern beziehungsweise eingetragene Lebenspartner mit Kind, die sich zusammenveranlagen lassen. Zusätzlich gibt es noch 2.640 Euro Freibetrag für Betreuungs-, Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf. So kommt man insgesamt auf einen Freibetrag von 7.428 Euro pro Kind für 2018.

Ebenfalls neu ab 2018: Die Bedingungen für die rückwirkende Beantragung von Kindergeld werden spürbar verschärft: Bei Anträgen, die ab dem 1. Januar 2018 bei der Familienkasse eingehen, wird nur noch maximal sechs Monate rückwirkend Kindergeld gezahlt. Anders ist es bei Anträgen, die bis zum 31. Dezember 2017 eingehen. In diesen Fällen können Eltern das Kindergeld rückwirkend für die vergangenen vier Jahre und das aktuell laufende Jahr bekommen.

3. Arbeitsmittel leichter absetzen


Der Grenzwert für die Sofortabschreibung von sogenannten geringwertigen Wirtschaftsgütern wird ab 1. Januar 2018 von 410 Euro auf 800 Euro (jeweils ohne Mehrwertsteuer) angehoben. Was bedeutet das für Berufstätige? Kauft ein Arbeitnehmer privat Dinge, die er auch beruflich nutzt, so kann er die entsprechenden Aufwendungen in der Regel anteilig als Werbungskosten absetzen. Das gilt laut VLH-Experten zum Beispiel für die Anschaffung von Laptops, Smartphones, Büromöbeln etc.

Erfüllt der erworbene Gegenstand bestimmte Kriterien und liegen seine Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten unter dem definierten Grenzwert, handelt es sich um ein sogenanntes geringwertiges Wirtschaftsgut - und der Arbeitnehmer kann die Aufwendungen noch für das Jahr des Kaufs vollständig steuerlich geltend machen. Überschreiten die Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten hingegen den besagten Grenzwert, darf der Arbeitnehmer die Ausgaben nicht sofort komplett absetzen, sondern muss sie über die sogenannte gewöhnliche Nutzungsdauer, also über einen längeren Zeitraum hinweg, abschreiben. Dank der deutlichen Grenzwerterhöhung ab 1. Januar 2018 ist es also - im Gegensatz zu früher - in vielen Fällen möglich, die Ausgaben für beruflich (mit)genutzte Laptops oder Smartphones für das Jahr der Anschaffung voll und ganz abzusetzen.

4. Belege fürs Finanzamt aufbewahren, aber nicht mehr einreichen


Steuerpflichtige, die 2018 die Steuererklärung für 2017 anfertigen, müssen keine Belege mehr unaufgefordert beim Finanzamt einreichen. Allerdings wird aus der Belegvorlagepflicht nur eine Belegvorhaltepflicht. Die Belege müssen auch weiterhin sammeln und aufbewahren, und zwar ein Jahr lang ab der Bestandskraft des Steuerbescheids. Bis dahin kann das Finanzamt Unterlagen bei Bedarf nachfordern.

5. Frisch verheiratete Paare bekommen automatisch die Steuerklassenkombination IV/IV


Ab 1. Januar 2018 bekommen alle Paare nach der Hochzeit automatisch die Steuerklassenkombination IV/IV. Egal, ob beide Partner berufstätig sind oder nicht. Deshalb sollten frisch Verheiratete überprüfen, welche Steuerklassenkombination für sie die günstigste ist. Grundsätzlich können berufstätige Ehe- und eingetragene Lebenspartner, die unbeschränkt steuerpflichtig sind und nicht dauernd getrennt leben, zwischen drei Steuerklassenkombinationen wählen:
  • Kombination IV/IV
  • Kombination III/V
  • Kombination IV/IV mit Faktor

Welche Kombination sich für das jeweilige Ehepaar am meisten lohnt, hängt vor allem vom Verdienst beider Partner ab. Auch beim Bezug von Eltern-, Kranken- oder Arbeitslosengeld kann ein Steuerklassenwechsel von Vorteil sein. Generell können verpartnerte und verheiratete Paare einmal im Jahr einen Steuerklassenwechsel vornehmen. Dafür ist ein entsprechender Antrag beim zuständigen Finanzamt zu stellen - dies muss bis spätestens 30. November geschehen. Dabei gibt es nach VLH-Angaben ab 2018 ebenfalls eine Neuheit: Ein Ehepartner mit der Steuerklasse III oder V kann ab 1. Januar allein und somit ohne Einverständnis des anderen den Steuerklassenwechsel in die Kombination IV/IV beantragen.

Erstellt von (Name) W.V.R. am 04.12.2017
Geändert: 16.01.2018 13:24:11
Autor:  Wolff von Rechenberg
Quelle:  obs/Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V./VLH
Bild:  panthermedia.net / BrianAJackson
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