Unternehmenskultur hilft gegen Kriminalität

Unternehmenskultur hilft gegen Kriminalität 34 Prozent der Unternehmen sind in den vergangenen zwei Jahren Opfer von Computerkriminalität geworden. Dagegen hatten es 51 Prozent mit klassischer Wirtschaftskriminalität zu tun. Das ergab eine Studie des Beratungsunternehmens PricewaterhouseCoopers (PwC) und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Viele Unternehmen setzen zum Schutz auf Compliance-Management-Systeme (CMS): 76 Prozent der befragten Unternehmen verfügen über ein solches Programm, bei Unternehmen mit mehr als 10.000 Mitarbeitern liegt dieser Anteil bei 96 Prozent. Zu einem effektiven CMS gehören ein im Unternehmen klar formuliertes Bekenntnis zur Compliance und kulturellen Werten. Doch gerade hier mangelt es nach Ansicht der Autoren. Mitarbeiter seien Schwachpunkt und Chance zugleich, teilt PwC zur Veröffentlichung der Studie mit. So werde zwar jede zweite Tat im Bereich der Wirtschaftskriminalität von einem Mitarbeiter begangen.
  
Doch auf der anderen Seite werde jede dritte Tat durch Hinweise aus der Belegschaft aufgeklärt. "Eine integritätsförderliche Unternehmenskultur ermutigt die Mitarbeiter, Kollegen auf mögliches Fehlverhalten und Compliance-Verstöße anzusprechen und dem Unternehmen gegebenenfalls einen Hinweis zu geben", betont Kai Bussmann, Professor für Strafrecht und Kriminologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. "Eine solche Speak-up-Kultur ist für den Erfolg eines Compliance-Programms essenziell."

Erstellt von (Name) W.V.R. am 29.02.2016
Geändert: 05.09.2017 13:29:32
Autor:  Wolff von Rechenberg
Quelle:  PwC, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Bild:  panthermedia.net / adchariya chanpipat