Verlust beim Aktienverkauf: BFH widerspricht Finanzverwaltung

Verlust beim Aktienverkauf: BFH widerspricht Finanzverwaltung Bei dem vor dem BFH verhandelten Fall hatte der Kläger in den Jahren 2009 und 2010 Aktien zum Preis von 5.759,78 Euro erworben und 2013 für insgesamt 14 Euro an eine Sparkasse verkauft. Die Sparkasse behielt dabei Transaktionskosten in Höhe von 14 Euro ein. Bei seiner Einkommensteuererklärung 2013 machte der Kläger einen Verlust in Höhe von 5.759,78 Euro bei den Einkünften aus Kapitalvermögen geltend, was das Finanzamt auf Grundlage des BMF-Schreibens jedoch nicht berücksichtigte.

Der BFH entschied jetzt allerdings, dass zumindest bei wirtschaftlichem Eigentum jede entgeltliche Übertragung auf einen Dritten eine Veräußerung im Sinne des Einkommensteuergesetzes (§ 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1) darstellt. Dabei komme es nicht auf die Gegenleistung oder die Veräußerungskosten an. Der Kläger hat aus Sicht der Richter bei dem Verkauf auch nicht seine Gestaltungsmöglichkeiten gemäß §42 der Abgabenordnung missbraucht. Vielmehr habe er einen ihm durch das Gesetz eingeräumten Weg genutzt. "Es steht grundsätzlich im Belieben des Steuerpflichtigen, ob, wann und mit welchem Ertrag er Wertpapiere erwirbt und wieder veräußert", betonten die Richter.

Erstellt von (Name) W.V.R. am 25.09.2018
Geändert: 20.09.2019 08:33:58
Autor:  Petra Hannen
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