Gedanklich solltest du die Auswirkung von Geschäftsvorfällen danach trennen, ob sie Änderungen in der Bilanz bewirken und erst in einem zweiten Schritt, ob diese Geschäftsvorfalle Auswirkungen auf den Gewinn haben.
a) Geschäftsvorfälle die das BV lediglich umschichtenBei dieser Fallgruppe werden ausschließlich Bestandkonten angesprochen. Dabei muss dir nur die Buchungsregel klar sein.
im Soll werden gebucht:
Zugänge auf einem aktiven Bestandskonto
Abgänge von einem passiven Bestandskonto
im Haben werden gebucht:
Abgänge von einem aktiven Bestandskonto
Zugänge auf einem passiven Bestandskonto
Durch die doppelte Buchführung werden automatisch zwei Konten bebucht
akt. Bestandskonto an akt. Bestandskonto Dies führt zur Mehrung eines akt. Bestandskonto und zugleich zu einer Minderung eines anderen akt. Bestandskonto. Es findet also lediglich eine Umschichtung des BV statt. Da diese Umschichtung ausschliesslich die Aktivseite betrifft spricht man von einem
Aktivtauschpass. Bestandskonto an pass. BestandskontoDies führt zur Mehrung eines pass. Bestandskonto und zugleich zu einer Minderung eines anderen pass. Bestandskonto. Es findet also lediglich eine Umschichtung der Schulden statt. Da diese Umschichtung ausschliesslich die Passivseite betrifft spricht man von einem
Passivtausch.
akt. Bestandskonto an pass. BestandskontoDies führt zur Mehrung eines akt. Bestandskonto und zugleich zu einer Mehrung eines pass. Bestandskontos. Es findet eine Umschichtung zwischen der Aktivseite und der Passivseite statt. Das bezeichnet man als Aktiv-Passiv-Tausch.
Sowohl die Aktivseite als auch die Passivseite erhöhen sich. Beide Seiten sind ausgeglichen, aber größer geworden. Es handelt sich also, um eine
Bilanzverlängerung.
pass. Bestandskonto an akt. BestandskontoDies führt zur
Minderung eines akt. Bestandskonto und zugleich zu einer
Minderung eines pass. Bestandskontos. Es findet eine Umschichtung zwischen der Aktivseite und der Passivseite statt. Das bezeichnet man als Aktiv-Passiv-Tausch.
Sowohl die Aktivseite als auch die Passivseite verringern sich. Beide Seiten sind ausgeglichen, aber kleiner geworden. Es handelt sich also, um eine
Bilanzverkürzung.
Diese Übersicht findest du natürlich in jedem Lehrbuch. Wichtig ist jedoch das man dabei folgendes erkennt:
1. Die Begriffe Aktivtausch, Passivtausch und Aktiv/Passivtausch, beschreiben ausschließlich Veränderungen in den Bilanzpositionen, also Änderungen des Vermögens (Aktivseite) und Schulden (Passivseite). Oder anders ausgedrückt; sie beschreiben lediglich die Veränderungen in der Zusammensetzung des BV.
2. Da ein Geschäftsvorfall nur dann ergebniswirksam sein kann, wenn sich durch ihn das Kapital ändert, dieses aber nichts anderes ist als
die Differenz aus Vermögen und Schulden, sollte klar sein, dass reine Umschichtungen innerhalb der Bilanzpostionen
niemals eine Gewinnauswirkung haben. Denn
Differenz kann sich bei Umschichtungen niemals verändern. Es ändert sich lediglich die Zusammensetzung des BV.
b)Geschäftsvorfälle die die Höhe des BV verändernDiese Geschäftsvorfälle betreffen immer nur
ein Bestandskonto. Das bedeutet das entweder die Aktivseite
oder die Passivseite größer oder kleiner wird.
Verändert sich jedoch nur eine Bilanzpostion, verändert sich das Bilanzgleichgewicht ( = das Verhältnis zwischen Aktivseite und Passivseite). Mathematisch ausgedrückt verändert sich also die Differenz zwischen Vermögen und Schulden. Diese Differenz ist unser Betriebs
reinvermögen oder bilanziell ausgedrückt unser Eigenkapital.
Bei der Gewinnermittlung durch Betriebsvermögensvergleich vergleicht man also nichts anderes als das um die Schulden bereinigte Vermögen (Eigenkapital) des laufenden Geschäftsjahres mit dem Betriebsreinvermögen des vorangegangenen Wirtschaftsjahres. Selbstverständlich bereinigt um die Einlagen und Entnahmen, da diese Vorgänge den Gewinn nicht verändern dürfen.
Vielleicht ist dir aufgefallen, dass ich von Eigenkapital immer nur im Zusammenhang mit der Differenz aus Vermögen und Schulden gesprochen habe. Das war so gewollt. Denn du sollst in deiner Aufgabe den Buchungssatz von der Bilanz her erklären.
Sobald du von Aufwand, Ertrag oder GuV sprichst, erklärst du die Gewinnauswirkung unmittelbar aus der Kapitalveränderung. Das ist aber nicht Sinn der Aufgabe. Bei dem Buchungssatz Stromkosten an Bank z.B. spielt das Aufwandskonto keine Rolle für die Beurteilung der Aufgabe. Wichtig ist halt nur, das in dem Buchungssatz eben nicht zwei, sondern nur ein Bestandskonto angesprochen wurde.
Normalerweise erkläre ich das an Hand einer Bilanz durch zeigen und reden. Hier musste ich alles schreiben. Es ist wieder mal sehr lang geworden

. Sorry !
MfG
Aza