
Je digitaler ein Unternehmen aufgestellt ist, umso produktiver ist es. Dieser Zusammenhang ist umso stärker ausgeprägt, je weiter die Digitalisierung des Unternehmens bereits fortgeschritten ist. Das sind die Ergebnisse einer gemeinsamen
Studie des ZEW Mannheim und von KfW Research. Prof. Dr. Irene Bertschek, Leiterin des ZEW-Forschungsbereichs "Digitale Ökonomie", und Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW, stellten die Studie bei einem Pressegespräch in Frankfurt am Main vor.
"Der Bestand an
Digital-Kapital in einem Unternehmen steht in einem klaren Zusammenhang zur Höhe der Produktivität. Je digitaler ein Unternehmen bereits aufgestellt ist, umso mehr profitiert es von zusätzlichen Digitalisierungsausgaben", sagte Bertschek.
Schumacher ergänzte: "Offensichtlich sind stärker digitalisierte Unternehmen eher in der Lage, die
Produktivitätspotenziale der Digitalisierung auszuschöpfen, als weniger digitalisierte Unternehmen. Dieses Ergebnis zeigt, dass erst einmal ein Grundstock an digitalem Kapital und an Erfahrung im Umgang mit den Technologien vorhanden sein muss, bevor Erfolge zu sehen sind." Um konkurrenzfähig zu bleiben, müssten Unternehmen in ihre Digitalisierung investieren. "Die Investitionen sollten kontinuierlich und in ausreichender Höhe vorgenommen werden, um dauerhafte Wirkung zu entfalten und die Unternehmen wirklich nach vorne zu bringen", erklärte Schumacher. Digitalisierung sei oftmals die
technologische Basis, die Innovationen in Unternehmen erst ermögliche. Deutschland benötige dringend innovative Unternehmen.
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Die Studie zeigt, dass eine Erhöhung des digitalen Kapitalstocks eines Unternehmens um zehn Prozent mit einer um durchschnittlich 0,159 Prozent höheren Produktivität verbunden ist. In der Gruppe der Unternehmen mit der anfänglich höchsten Digitalisierung geht eine Steigerung ihres Digital-Kapitals um zehn Prozent bereits mit einer um 0,808 Prozent höheren Produktivität einher.
Ein
höherer Digitalisierungsgrad unterstützt die Unternehmen zudem dabei, zu den produktivsten Unternehmen ihrer Branche aufzuschließen. Auch hier ist der Zusammenhang für stärker digitalisierte Unternehmen deutlich stärker ausgeprägt als für weniger digitalisierte Unternehmen.
Dabei ist zu beachten, dass das Digital-Kapital in Deutschland
sehr ungleich verteilt ist. So verfügen die 25 Prozent der mittelständischen Unternehmen mit dem höchsten Bestand an Digital-Kapital über durchschnittlich 156.600 Euro. Dagegen beläuft sich der Digitalstock der 50 Prozent der Unternehmen mit dem geringsten Bestand auf Werte von durchschnittlich unter 50 Euro.
Zurückzuführen sind diese niedrigen Beträge darauf, dass insbesondere kleine Unternehmen nur in unregelmäßigen Abständen und nur kleine Summen für ihre Digitalisierung ausgeben. In Kombination mit der
hohen Abschreibungsrate auf digitales Kapital führt dies dazu, dass der erreichte Bestand in den Folgejahren schnell wieder abschmilzt.
Die Analyse erfolgte auf Basis von Daten aus dem
KfW-Mittelstandspanel für die Jahre 2017 bis 2022. Das KfW-Mittelstandspanel ist die einzige repräsentative Erhebung für den gesamten deutschen Mittelstand. Dafür werden Unternehmen mit einem Umsatz von bis zu 500 Millionen Euro jährlich befragt. Der digitale Kapitalstock eines Unternehmens wurde anhand der Angaben zu den eigenen
Ausgaben für Digitalisierungsvorhaben berechnet. Dazu zählen unter anderem Ausgaben für Projekte, Maßnahmen und Vorhaben zur Erneuerung der IT-Struktur, zur Digitalisierung von Produkten, Kunden- und Lieferantenbeziehungen sowie zur Neugestaltung von Arbeitsabläufen.
Die Studie ist
hier zu finden.
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Erstellt von (Name) S.P. am 06.05.2026
Geändert: 06.05.2026 16:24:59
Autor:
S. P.
Bild:
Bildagentur PantherMedia / Oleg Dudko
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