Steuer 2013: Das ändert sich für Unternehmen

Unternehmen dürfen sich bei der Steuer 2013 über kürzere Aufbewahrungsfristen und Steueranreize für Firmenwagen mit Elektroantrieb freuen. IT-Abteilungen und Rechnungswesen verlangt das Jahressteuergesetz 2013 jedoch einigen Umstellungsaufwand ab. Die wichtigsten Änderungen für Unternehmen im neuen Jahr.

Das neue Jahr bringt Unternehmern, Selbstständigen und Freiberuflern kaum direkte finanzielle Entlastungen. Langfristig können Buchhalter und Controller allerdings aufatmen. So hat die Bundesregierung endlich die Aufbewahrungsfristen für Geschäftsunterlagen vereinheitlicht. Und: Die Frist ist sogar gesunken. Mussten steuerlich relevante Unterlagen bisher zehn Jahre lang aufgehoben werden, so verlangt der Gesetzgeber 2013 nur noch eine Frist von acht Jahren. Ab 2015 müssen Unternehmer ihre Geschäftsunterlagen sogar nur noch sieben Jahre lang aufbewahren.

Steuer 2013: Neuerungen kosten Unternehmen 13,3 Millionen Euro

Dafür müssen sich Unternehmen kurzfristig auf einige Neuerungen einstellen. Das kostet: Insgesamt rechnet das Ministerium mit einem Erfüllungsaufwand von 13,3 Millionen Euro für notwendige Änderungen in IT und Rechnungswesen. Umstellungskosten erwartet das BMF vor allem für die folgenden Neuerungen im Jahressteuergesetz 2013:

  • Wenn ein Arbeitgeber 2013 seinen Mitarbeitern die Vermögenswirksame Leistungen anbietet, muss er für die Arbeitnehmersparzulage eine elektronische Vermögensbildungsbescheinigung übermitteln. Dieser Nachweis ersetzt die Anlage VL.
  • Wenn eine Rechnung durch einen Leistungsempfänger ausgestellt wird, dann muss sie ab 2013 unter der Bezeichnung "Gutschrift" verbucht werden.
  • Auch die kürzeren Aufbewahrungsfristen für Geschäftsunterlagen und steuerlich relevante Unterlagen bringen zunächst Umstellungsaufwand.

Weitere wichtige Änderungen 2013

Das Jahressteuergesetz 2013 und weitere Gesetzesänderungen führen zu vielen Änderungen im neuen Jahr:

  • Die E-Bilanz wird 2013 Pflicht. Für das Geschäftsjahr nach dem 31. Dezember 2012 muss jedes Unternehmen seinen Jahresabschluss elektronisch übermitteln.
  • Ab 2013 gilt die elektronische Lohnsteuerkarte, die sogenannten "Elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale" (ELStAM). Freibeträge müssen ab 2013 nur alle zwei Jahre neu beantragt werden.
  • Spendiert ein Arbeitgeber einen PC für einen Mitarbeiter, dann muss er ab 2013 dafür nur noch einen pauschalen Steuersatz von 25 Prozent abführen (Lohnsteuerpauschalierung). Außerdem entfällt die Sozialversicherungspflicht. Bisher verlangt das Finanzamt in einem solchen Fall Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge. Die Regelung gilt für Computer, Laptops, Tablets und Smartphones, selbst für das iPad oder iPhone auf Firmenkosten.
  • 2013 ist die elektronische Umsatzsteuervoranmeldung nur noch mit Elster-Zertifikat möglich. Bisher ging das auch ohne Elster-Registrierung. Da die Finanzverwaltungen Umsatzsteuervoranmeldungen nur elektronisch akzeptieren, müssen sich Unternehmer, Selbstständige und Freiberufler im neuen Jahr auf ElsterOnline anmelden, wenn sie Umsatzsteuer abführen.
  • Mit einem Steuerbonus will die Bundesregierung den Unternehmen Firmenwagen mit Elektroantrieb oder Brennstoffzelle schmackhaft machen. Bei der Berechnung des geldwerten Vorteils müssen Unternehmen zwar auch für Elektrofahrzeuge den Bruttolistenpreis zum Zeitpunkt der Erstzulassung zugrunde legen. Allerdings dürfen sie ab 2013 die darin enthaltenen Kosten für die Batterie abziehen. Bei der Fahrtenbuchmethode müssen Unternehmer die Kosten für die Anschaffung der Batterie aus den Gesamtkosten heraus rechnen. In letzter Fassung hat der Gesetzgeber diese Regelung auch auf Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb ausgedehnt.
  • In der Abgabenordnung (AO) hat die Bundesregierung ab 2013 die Abrundung gestrichen (§275). Aufgeteilte Beträge dürfen damit nicht mehr abgerundet werden. Bisher schrieb die Abgabenordnung vor, dass aufzuteilende Beträge zunächst auf volle Euro abgerundet und dann aufgeteilt werden müssen. Das entfällt ab 2013.
  • Eine für 2013 geplante Verschärfung im Vereinsrecht ist vom Tisch. Vereine verlieren nicht automatisch ihre Gemeinnützigkeit, wenn sie in einem Verfassungsschutzbericht erwähnt werden. Das Finanzamt kann zwar auch 2013 in einem solchen Fall die Gemeinnützigkeit aberkennen. Dagegen kann der Verein aber auch weiterhin klagen.


2013: Aus für mehrere Steuerschlupflöcher

Politischen Streit gibt es vor allem um die kürzeren Aufbewahrungsfristen. Die SPD fürchtet, dass dies Steuersünder begünstigt. Die Bundesregierung argumentiert dagegen, dass die Finanzbeamten durch Verfahren wie die E-Bilanz Steuervergehen leichter und früher erkennen könnten. Betriebsprüfungen könnten schneller und gezielter erfolgen. Die Bundesregierung schließt zum neuen Jahr zudem einige Steuerschlupflöcher:

  • Aus für das Goldfinger-Modell: Die Anschaffungs- und Herstellungskosten für Wirtschaftsgüter des Umlaufvermögens können ab 2013 nicht schon beim Kauf, sondern erst beim Verkauf in der Gewinnermittlung abgezogen werden (§ 32b Abs. 2 Nr. 2c EStG). Damit will der Gesetzgeber dem sogenannten Goldfinger-Modell einen Riegel vorschieben. Dabei investieren Spitzenverdiener in Deutschland in den An- und Verkauf von Gold im EU-Ausland. Sie profitieren dabei von einem Steuerschlupfloch.
  • Ein neues Amtshilfegesetz regelt den Austausch von Steuerdaten über Ländergrenzen hinweg in der EU. Das Gesetz soll Doppelbesteuerung vermeiden helfen, soll aber auch Steuerhinterziehung erschweren.
  • Vorlageverlangen und Auskunftsersuchen des Finanzamtes stellt der Gesetzgeber ab 2013 gleich. Derzeit kann das Finanzamt erst dann von der Bank Unterlagen verlangen, wenn es zuvor auf ein Auskunftsersuchen keine ausreichenden Informationen bekommen hat. Jetzt kann das Finanzamt ohne Umweg sofort beispielsweise Kontoauszüge anfordern.
  • Das Finanzamt muss ein Besteuerungsverfahren nicht ruhen lassen, weil ein Verfahren beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte anhängig ist. Der Gesetzgeber hat hier durch eine Neuformulierung von § 363 Abs. 2 Abgabenordnung (AO) für Rechtssicherheit gesorgt. Ob das Finanzamt einen Verwaltungsakt für einen laufenden Prozess vor dem EGMR ruhen lässt, liegt ab 2013 allein im Ermessen des Finanzamtes.





Quelle: BMF, Steuerrat24,Haufe
letzte Änderung E.R. am 21.08.2018
Autor(en):  Wolf von Rechenberg
Bild:  PantherMedia / Michael Samtleben

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