
Mit der neuen, für alle unumgänglichen
Produktgeneration S/4HANA drängt SAP mit Vehemenz in die Cloud, vorzugsweise in die Public-Variante. Eingangsrechnungen zu verarbeiten, dies wird für SAP-Anwenderunternehmen in Zukunft deutlich anders ablaufen als bisher. Für die IT eine fundamentale Umstellung, für die Kreditorenbuchhaltung, Prüfer und Freigeber hingegen verspricht das neue technologische Fundament ein einfacheres und damit nutzerfreundlicheres Arbeiten.
In der Public Cloud ändert sich fundamental, wie Prozesse gestaltet werden, wie Teams zusammenarbeiten und wie Standardisierung und Erweiterungen gehandhabt werden. Dem sogenannten "Clean-Core-Gedanken" folgend, läuft dann ein
Rechnungsworkflow auf der SAP Business Technology Platform (SAP BTP) und damit neben dem ERP-Kernsystem, aber eng an dieses angebunden. Die xSuite war einer der ersten SAP-Partner, der eine solche Side-by-Side-Lösung auf den Markt brachte.
Warum ist Rechnungsverarbeitung für den Cloud-Einsatz so geeignet?
Wie bei kaum einem anderen Geschäftsprozess treffen bei der Rechnungsverarbeitung hohe Volumina auf klar strukturierte, immer
wiederkehrende Prozessschritte, die sich gut modellieren lassen. Gleichzeitig bestehen strenge Compliance-Anforderungen – etwa im Hinblick auf steuerliche Vorgaben, E-Invoicing-Regularien oder revisionssichere Dokumentation. Hinzu kommt ein traditionell hoher manueller Aufwand für das Erfassen, Prüfen oder Freigeben von Belegen. An der Rechnungsverarbeitung zeigt sich damit besonders deutlich, in welcher Weise Unternehmen von einer cloudbasierten ERP-Architektur profitieren können.
Die Rechnungsbearbeitung ist mit den genannten Eigenschaften prädestiniert für Automatisierung und Standardisierung. Genau dafür bietet die Public Cloud eine strukturierte und
standardisierte Grundlage, auf der effiziente Workflows und moderne Automatisierungstechnologien nahtlos aufsetzen können. In bereits zahlreichen Cloud-Projekten der xSuite hat sich immer wieder gezeigt, wie gut sich die Effekte messen lassen. Konkrete KPIs sind die Automatisierungsquote, Bearbeitungszeiten oder der Dunkelbuchungsanteil. Kein Wunder also, dass viele Unternehmen ihre SAP S/4HANA Cloud mit der Finance-Automatisierung beginnen.
Lässt sich Rechnungsverarbeitung in der SAP Public Cloud individualisieren?
Fast jedes Unternehmen möchte – oder muss – seine ERP-bezogenen Prozesse individualisieren. Das gilt auch für die Rechnungsverarbeitung. Mit dem neuen SAP S/4HANA in der Cloud ist dies aber nicht mehr uneingeschränkt möglich. Das bereits genannte
Clean-Core-Prinzip schließt Anpassungen im Kernsystem nahezu vollständig aus. Dafür gibt es neue und flexiblere Möglichkeiten für Erweiterungen über die BTP. Darüber lassen sich etwa Prozesse automatisieren, Validierungslogiken hinterlegen, individuelle Workflows orchestrieren oder User-Interaktionen gestalten. Auch Integrations- und Automatisierungsszenarien – etwa zur OCR-Verarbeitung, Anbindung von E-Invoicing-Plattformen oder KI-basierten Prüfungsschritten – können dort zentral umgesetzt werden.
Immer stärker werden in der BTP mittelfristig
KI- und agentenbasierte Komponenten andocken, die Aufgaben priorisieren oder in Klärungsfällen unterstützen, ohne den ERP-Kern zu berühren. So entsteht ein harmonisches Zusammenspiel: Das SAP-System bleibt stabil, standardisiert und releasefähig, spezifische Anforderungen bildet das Unternehmen flexibel über die BTP ab.
Anforderungen der Kreditorenbuchhaltung
S/4HANA hin, Cloud her: Leitern der Kreditorenbuchhaltung geht es zunächst einmal um fachliche Ziele. Prozesse sollen durchgängig digitalisiert, transparent und nachvollziehbar sein, Fehlerquoten spürbar reduziert werden. Gleichzeitig braucht es zuverlässige
Compliance-Mechanismen, insbesondere vor dem Hintergrund neuer steuerlicher und regulatorischer Anforderungen. Kurze Durchlaufzeiten sind ebenso gewünscht, Stichwort Skontogewinne.
Mit den auf Effizienz und Automatisierung ausgelegten Standardprozessen der Public Cloud rücken diese Ziele in greifbare Nähe. Voraussetzung ist jedoch, dass Erweiterungen und Add-ons diese Prinzipien unterstützen und technisch für die Public Cloud geeignet sind. Fachbereiche müssen dann keine individuellen Lösungen in Eigenregie aufbauen, sondern können auf spezialisierte,
SAP-native Lösungen in der BTP zurückgreifen, die Fachlogik, Compliance-Anforderungen und Clean-Core-Vorgaben zusammenführen.
Was IT- Abteilungen von der Rechnungsverarbeitung erwarten
Aus Sicht der Business-IT liegen die Prioritäten naturgemäß stärker auf der technischen und architektonischen Ebene. Entscheidend sind eine
hohe Releasefähigkeit des Gesamtsystems, die Einhaltung von SAP-Architekturvorgaben und eine konsequente Standardisierung. Sicherheits- und Governance-Aspekte spielen eine zunehmende Rolle, vor allem bei dezentral arbeitenden Organisationen. Gleichzeitig müssen Lösungen reibungslos in die bestehende Systemlandschaft integrierbar sein.
Idealerweise unterstützen Zusatzlösungen, wie ein Rechnungsworkflow, sowohl die Architekturziele der IT als auch die fachlichen Anforderungen der Finanzabteilung – also Clean-Core-Konformität, BTP-Fähigkeit und gleichzeitig hohe
Automatisierungstiefe und Transparenz in der Rechnungsverarbeitung.
Als einer der ersten Anbieter eines vollständig BTP-nativen Rechnungsworkflows in der SAP S/4HANA Cloud Public Edition hat die xSuite wichtige Erkenntnisse gewonnen: So sollten Kunden sorgfältig prüfen, ob eine Erweiterung tatsächlich Clean-Core-konform und für die Public Cloud freigegeben ist. Die entsprechenden
Zertifizierungen sind dafür ein wichtiger Anhaltspunkt. Außerdem zeigt sich in Projekten, dass die Public Cloud eine neue Denkweise erfordert – sowohl bei Kunden als auch bei Anbietern. Erweiterungen müssen bewusst außerhalb des ERP-Kerns entwickelt und Geschäftsprozesse sollten möglichst standardnah gestaltet werden.
Unternehmen, die diesen Ansatz früh verinnerlichen, profitieren besonders stark von den
Vorteilen der Public Cloud. Sie erhalten eine Rechnungsverarbeitung, die fachlich tief, technisch stabil und zugleich anschlussfähig für zukünftige Entwicklungen, wie Echtzeit-Meldesysteme für E-Rechnungen oder KI-gestützte Unterstützung, bleibt.
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Erstellt von (Name) S.P. am 22.05.2026
Geändert: 22.05.2026 10:50:34
Bild:
Fotostudio Cornelia Hansen
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