Rentabilität

Die Rentabilität ist eine der wichtigsten Kennzahlen zur Beurteilung des wirtschaftlichen Erfolges eines Unternehmens, in dem der Gewinn in Relation zum eingesetzten Kapital (Investment) gesetzt wird.

2. Rentabilitätskennzahlen

In der Praxis lassen sich verschiedene Rentabilitätskennziffern unterscheiden: 2.1 Eigenkapitalrentabilität (Unternehmerrentabilität) Bei der Eigenkapitalrendite wird der für die Eigentümer letztlich zur Verfügung stehende Gewinn in Relation zum Eigenkapital gesetzt.

Formel
rentabilitaet01.jpg

Bei der Risikoprämie handelt es sich um ein in der Praxis weit verbreitetes, theoretisch jedoch nicht haltbares Instrument unter Aufnahme von Risiko in Investitionsentscheidungen. Je höher in der Praxis die Risikoprämie angesetzt wird, umso schlechter fällt das Rechenergebnis für diese Alternative aus! Es wäre, zum Beispiel: Bei steigendem Kalkulationszinssatz sinkt der Ertragswert.
 
Beispiel: Berechnung der Eigenkapitalrentabilität mit der Risikoprämie nach Feststellung des bereinigten Gewinns (Alle Beträge in Euro).

Bender GmbH
Rudolf-Prang-Str. 20-25
53902 Bad Münstereifel

Abschlussjahr

Vorjahr

Jahresüberschuss, lt.  der vorgelegten Gewinn-und Verlustrechnung

2.800.000

1.800.000

+ A.O. Aufwendungen

500.000

200.000

- A.O. Ertrag

600.000

400.000

= Bereinigter Jahresgewinn

2.700.000

1.600.000

     
Durchschnittliches
Eigenkapital

14.900.000

10.500.000

     
Eigenkapitalrentabilität   rentabilitaet02.jpg  rentabilitaet03.jpg
- Angenommener Zinssatz für langfristige Kapitalanlage

3,00 %

3,00 %

= Risikoprämie

15,12 %

12,24 %


Beurteilung: Die Eigenkapitalrentabilität hat sich bei Bender GmbH von 15,24 % auf 18,12 % verbessert. Bei der Wagnis-/Risikoprämie zeigt sich eine Steigerung von 2,88 Punkten. Bei Bender GmbH ist die wirtschaftliche Entwicklung gut.
Info: Ein Unternehmer sollte bei der Eigenkapitalrentabilität über die landesübliche Verzinsung hinaus auch das Unternehmerrisiko abdecken können.

2.2 Gesamtkapitalrentabilität (Unternehmungsrentabilität)

Zur Ermittlung der Gesamtkapitalrendite müssen zum Gewinn zunächst die Fremdkapitalzinsen im Sinne erwirtschafteter Erfolge für die Gläubiger addiert werden, bevor diese Summe in Relation zum Gesamtkapital gesetzt werden.

Formel
rentabilitaet04.jpg

Info: Die Gesamtkapitalrentabilität zeigt an, wie hoch die Verzinsung des gesamten Kapitals ist. Sie gibt Auskunft, wie effizient das Unternehmen mit den zur Verfügung gestellten Mittel gearbeitet hat.

Bender GmbH 
Rudolf Prang Str. 20-25
53902 Bad Münstereifel

Abschlussjahr

Vorjahr

Durchschnittliches Gesamtkapital

37.500.000

33.200.000

     
Bereinigter Jahresgewinn

2.700.000

1.600.000

+ Fremkapitalzinsen lt. Vorlage Gewinn- und Verlustrechnung

180.000

200.000

 

2.880.000

1.800.000

     
Gesamtkapitalrentabilität  rentabilitaet05.jpg  rentabilitaet06.jpg


2.3 Umsatzrentabilität

Zur Berechnung der Umsatzrendite wird der Gewinn in Relation zum Umsatz gebracht. Das Ergebnis dieser Kennzahl zeigt an, wie viel Prozent der Umsatzerlöse dem Unternehmer als Gewinn für Investitionszwecke und Gewinnausschüttung erhalten hat. Für eine noch aussagefähige Umsatzverdienstrate sollte der bereinigte Gewinn zu den Umsatzerlösen in Beziehung gesetzt werden.

Formeln
rentabilitaet07.jpg
rentabilitaet08.jpg

Im Abschlussjahr wäre die Umsatzrentabilität bei einem Umsatz von 75.000.000 €, 3,6 % im Vorjahr bei einem Umsatz von 72.000.000 € = 2,2 %.

Im Abschlussjahr wurde 3,60 € gegenüber 2,20 € von 100 € Umsatz verdient. Es zeigt sich eine Steigerung der Ertragskraft von 1,40 € gegenüber dem Vorjahr.

3. Aufgaben

  1. Was verstehen Sie unter der Rentabilität?
  2. Im Abschlussjahr beträgt die Umsatzrentabilität 2,5 %. Was sagt dieses Ergebnis aus?
  3. Welches Ziel sollte als Rentabilität des Gesamtkapitals in % angestrebt werden?
  4. Wie sollte das Ergebnis der Eigenkapitalrentabilität in % sein?
  5. Wann erzielt das angelegte Fremdkapital in einem Unternehmen Gewinn?
  6. Wie kann eine höhere Eigenkapitalrentabilität erreicht werden?

4. Lösungen

  1. Eine Kennziffer, mit der sich der finanzielle Erfolg eines Unternehmens gemessen wird. In der Praxis wird die Rentabilität aus dem Verhältnis einer Unternehmensergebnisgröße zum eingesetzten Kapital errechnet. 
    Info: Die Rentabilität ermöglicht die Messung des Unternehmenserfolg in Form einer Prozentzahl, die den Vergleich mit Verzinsungen alternativer Anlageformen ausdrückt.

  2. Der Jahresüberschuss ausgedrückt in Prozent sagt aus, wie viel Prozent von einem umgesetzten Euro der Unternehmung als Gewinn zufließt.

  3. Als Ziel sollte eine Rentabilität des Gesamtkapitals von 10 % angestrebt werden.

  4. Die Eigenkapitalrentabilität sollte für den Ausgleich des unternehmerischen Risikos den marktüblichen Zinssatz für langfristig angelegtes Kapital wesentlich übersteigen.

  5. In einem Unternehmen angelegtes Fremdkapital erwirtschaftet dann Gewinn, wenn die Gesamtkapitalrentabilität den Zinssatz für das Fremdkapital übersteigt. Unter diesen Bedingungen ist eine weitere Aufnahme von Fremdkapital rentabel, was gleichzeitig eine höhere Rentabilität des Eigenkapitals bewirkt.

  6. Eine höhere Eigenkapitalrentabilität kann durch eine Erhöhung des Verschuldungsgrades, z.B. Erhöhung des Fremdkapitals zulasten des Eigenkapitals erreicht werden. In diesem Fall muss der Fremdkapitalzins kleiner als die Gesamtkapitalrentabilität sein. (Leverage-Effekt)

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letzte Änderung W.V.R. am 20.09.2016
Erstellt: 19.09.2016 14:59:27
Geändert: 20.09.2016 11:40:44
Bild:  panthermedia.net / Jan Prchal

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